Irmengardhof voll im Zeitplan

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Der Streichelzoo auf dem Irmengardhof nimmt Formen an. Hier lässt es sich Therapie-Eselin "Blümchen" mit Begleiter "Beppo" schmecken. Rechts das Betreuerteam der Selbstversorger-Einrichtung in Mitterndorf: Diplom-Sozialpädadgogin Agnes Niederthanner, Dieter und Gaby Balzer, Hauseltern und Bernd Goelike, Hausmeister.

Gstadt - Es war ein großer Tag, nicht nur für die Björn-Schulz-Stiftung, sondern für die gesamte Region: Heute vor einem Jahr ist in Mitterndorf der Irmengardhof eingeweiht worden - zumindest ein Teil davon.

Seither hat sich viel getan in der Ferien- und Nachsorgeeinrichtung für schwerst kranke Kinder. Übermorgen ist Richtfest für den zweiten Bauabschnitt. Ohne die großherzige Hilfe der OVB-Leser wäre der bau der Einrichtung wohl ein unerfüllter Traum geblieben. 780 0000 Euro waren im Laufe der OVB-Weihnachtsaktion 2010 "Gemeinsam für krebskranke Kinder" zusammengekommen - so viel wie nie zuvor.

So konnte das Herkules-Projekt ohne lange Anlaufzeiten angepackt werden. Die Björn-Schulz-Stiftung als Bauherr und Träger der Einrichtung verwandelte den seit Jahren leer stehenden ehemaligen Klosterhof im Rekordtempo in eine Wohlfühl-Oase für Kinder und Familien mit einem schweren Schicksal.

Im Beisein von Karin Seehofer - Bayerns Landesmutter ist Schirmherrin des Projekts - kam es schon im Sommer 2011 - nur knapp ein halbes Jahr nach Ende der OVB-Weihnachtsaktion - zur Einweihung des ersten Bauabschnitts. Wenig später zogen schon die ersten Buben und Mädchen auf den Hof, um in Mitterndorf Ruhe und Zerstreuung zu finden.

"Was die OVB-Leser an Begeisterung und Solidarität gezeigt haben - das ist bundesweit einzigartig, das gibt es nirgendwo sonst", schwärmte damals Stiftungsgründer Jürgen Schulz, dessen Sohn Björn den Kampf gegen den Krebs schon im Kindesalter verloren hatte. "Die Menschen in Rosenheim, Mühldorf und Traunstein, in Prien, Bad Aibling und Wasserburg - sie alle können sich gar nicht vorstellen, wie glücklich sie uns und die Betroffenen mit diesem überwältigenden Ergebnis gemacht haben", so Schulz weiter.

Seither fährt man in Mitterndorf zweigleisig: In einem Teil des Dreiseithofs wird schon gewohnt, der andere ist eine Baustelle, auf der es zügig voran geht. Das Richtfest für den zweiten Bauabschnitt findet am Mittwoch, 8. August, statt. Läuft weiterhin alles nach Plan, ist der Irmengardhof im Dezember 2012 völlig umgebaut. Dann wird er über 29 Appartments verfügen, in denen 80 Gäste gleichzeitig wohnen können.

Im ersten Bauabschnitt sind bereits 14 Appartments fertig gestellt worden - Ein- und Zweibettzimmer, alle mit eigenem Bad ausgestattet. Auf jedem Stockwerk befinden sich Küchen, in denen gemeinsam gekocht wird. Ein Teil der Appartements ist rollstuhlgerecht konzipiert.

Reichlich Betrieb herrscht auch schon im Aufzug, dem großen Säulensaal mit der Küche für Gruppen, dem Kaminzimmer, dem Werk- und Bastelzimmer, dem Raum der Stille in der ehemaligen Klosterkapelle, dem Sternenzimmer mit Dachfenster, den Therapieräumen und den beiden Veranstaltungsräumen

Die Naturerlebniswelt mit Tiergehege soll noch im Herbst fertig werden. Die Therapie-Eseldame "Blümchen" ist schon in Mitterndorf eingetroffen und scheint sich am Chiemsee-Ufer so richtig wohl zu fühlen - was wohl auch an Esel "Beppo" liegt, der als treuer Begleiter ebenfalls in den neuen Stall auf dem Hof "eingezogen" ist. Weitere Tiere werden folgen, gespannt darf man auch auf das Insekten-Hotel, das Baumtelefon und weitere Attraktionen sein.

Im zweiten Abschnitt werden neben 16 weiteren Ein- und Zweizimmer-Appartements fünf voll ausgestattete Pflegezimmer mit Pflegebetten und ein Aufzug für liegend Kranke Formen an. "Damit können wir auch dauerhaft liegend kranke Patienten beherbergen", sagt Stiftungssprecherin Dr. Claudia Henne.

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Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt auch der Bau einer Unterführung der Landstraße zwischen Chiemsee und Mitterndorf für Fußgänger, Touristen und Radfahrer - initiiert von der Gemeinde Gstadt mit Bürgermeister Bernhard Hainz an der Spitze. Landrat Josef Neiderhell hatte hierfür sogar eine Förderung in Höhe von 50 000 Euro über eine Stiftung, die namentlich nicht genannt werden will, in die Wege geleitet. Die Einrichtungen und Hilfsmaßnahmen der Björn-Schulz-Stiftung richten sich seit knapp 15 Jahren an schwerst-, chronisch und unheilbar kranke Kinder sowie deren Familien und Angehörige. "Wenn ein Kind schwer erkrankt, ist immer die gesamte Familie betroffen", sagt Stiftungsgründer Jürgen Schulz. Für Betroffene ist die Stiftung ein wertvoller Partner, Begleiter und Helfer. Vorstand Jürgen Schulz ist für sein Engagement 2009 sogar mit einem "Bambi" ausgezeichnet worden.

ls

Quelle: rosenheim24.de

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