Irmengardhof kurz vor Fertigstellung

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Mächtig: Die Deckenkonstruktion des Begegnungsraums, geeignet auch für Tagungen.

Gstadt - So zügig wie der Umbau des Irmengardhofs in Mitterndorf bei Gstadt ist kaum einmal zuvor ein Projekt der OVB-Weihnachtsaktion verwirklicht worden: Am 6. August ist es so weit.

Gemeinsam Großes bewegen und so schnell und unbürokratisch helfen wie möglich. Das war schon immer der Grundgedanke der OVB-Weihnachtsaktion. Aber so zügig wie der Umbau des Irmengardhofs in Mitterndorf bei Gstadt ist kaum einmal zuvor ein Projekt verwirklicht worden: Fabelhafte 780.000 Euro hatten unsere Leser bis zum Februar gespendet - und nur sechs Monate später feiert die neue Ferien- und Nachsorgeeinrichtung für krebs- und chronisch kranke Kinder Einweihung. Am 6. August ist es so weit.

Das Fenster zum See: Traumhafter Blick vom Raum der Stille auf das Bayerische Meer.

Mit einem Volumen von 4,5 Millionen Euro wird der ehemalige Klosterhof am Chiemsee-Ufer in eine Ferien-Oase umgewandelt - nur für Familien, die von einem schweren Schicksal getroffen wurden. Damit befindet sich in Mitterndorf eine der größten Baustellen in der Region. Die Bauherren: Die Björn-Schulz-Stiftung, die das Herkules-Projekt stemmt, und gewissermaßen auch zehntausende OVB-Leser, ohne deren überwältigende Hilfsbereitschaft die ehrgeizigen Pläne wohl nie Wirklichkeit geworden wären.

Nur noch 30 Tage sind es bis zur großen Einweihung des ersten Bauabschnitts, der das rechte Haupthaus des Dreiseithofs und weite Teile des Verbindungstraktes zum linken Teil umfasst. Auf den ersten Blick ist das nicht zu sehen: Draußen dominieren Baugerüste und Bagger die Szenerie, innen fehlt von Möbeln jede Spur, die meisten Böden sind noch nicht verlegt, die Stromkabel baumeln von der Decke. Aber das wird sich schnell ändern. "Der Zeitplan ist knackig, aber wir liegen im Soll", sagt Andreas Kothe von der Björn-Schulz-Stiftung. Er ist überzeugt: In vier Wochen werden sich 16 Appartements, der Speisesaal, der Gemeinschaftsraum, die Sternwarte, das Werk- und Bastelzimmer sowie der Raum der Stille von ihrer schönsten Seite zeigen.

Auf überflüssigen Schnickschnack wurde beim Umbau natürlich verzichtet, stattdessen ist die langjährige Erfahrung der Stiftung auf dem Gebiet der psychosozialen Betreuung schwerkranker Kinder und ihrer Familien überall spürbar. Im Selbstversorgerhaus wird es auf jeder Etage eine Küche geben. So können die Familien ihren Tag frei gestalten. Trotzdem spielt das gemeinsame Essen im gemütlichen Speisesaal eine bedeutende Rolle im pädagogischen Konzept.

Noch 30 Tage also, es geht in den Endspurt. Alles ist minutiös durchgeplant, die Unterstützung großartig: Bodenleger von neun Firmen, die für die Arbeiten keinen Cent verlangen, geben bis 15. Juli ihr Bestes. Am 14. Juli kommen die Küchen, dann weitere Möbel, ehe es an die Einrichtung des Speisesaals geht. Gleich zweimal rücken Mitarbeiter der Firma Fossil aus Grabenstätt an und putzen, was die Lumpen hergeben. Die Rosenheimer Steelcase Werndl AG stiftet die Möbel für die Werk- und Bastelräume, die Gestaltung übernehmen die Mitarbeiter - natürlich auch umsonst. Mitte August werden dort schon die ersten Kinder ihren Spaß haben.

Ludwig Simeth (Oberbayerisches Volksblatt)

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