"Jahr des Reparierens" von A bis Z

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2,05 Millionen Euro hat laut Bürgermeister Jürgen Seifert die notwendige Erneuerung des schadhaften Prienavera-Daches gekostet. Eine zusätzliche vierte Folienschicht soll helfen, die Energiekosten deutlich zu senken. Weil das riesige Gerüst bei der Gesamtmaßnahme das teuerste war und sowieso stand und das Bad ohnehin geschlossen bleiben musste, nutzte die Gemeinde die Gelegenheit und erneuerte für 270000 Euro auch noch gleich die komplette Beleuchtung. Jetzt strahlt das Erlebnisbad noch intensiver als früher.

Prien - Nach dem Investieren folgte in Prien nun das "Jahr des Reparierens". In der Bürgerversammlung ließ man die baulichen Umgestaltungen im Jahr 2011 nochmal Revue passieren.

2010 war in Prien das "Jahr des Investierens", heuer das "Jahr des Reparierens". So hat Bürgermeister Jürgen Seifert seinen Rückblick am Donnerstagabend in der Bürgerversammlung im großen Kursaal überschrieben. Neben den großen und auch finanziell bestimmenden "Reparaturen" verwies er in knapp eineinhalb Stunden auch auf viele kleinere Maßnahmen.

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Als große "Reparaturmaßnahmen" fanden sich die Dacherneuerung des Prienavera, der Neubau der Halle für Hafenmeister und zwei Segelclubs in der Stippelwerft sowie die "erstmalige endgültige Herstellung" der Fußgängerzone Bahnhofstraße in Abstimmung und unter finanzieller Beteiligung der Anlieger im Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters wieder. Der war nicht sortiert nach Wichtigkeit oder Kosten, sondern alphabetisch aufgebaut und begann deshalb mit dem "arbeitsreichen" Jahr. Das Klima im Marktgemeinderat charakterisierte Seifert vor gut 200 Zuhörern als "durchaus positiv, geprägt von konstruktiver Zusammenarbeit".

Fotos der Dachsanierung:

Prienavera-Dachsanierung

Hoffnungen auf eine schnelle Umgestaltung des Bahnhofsareals nach den "Schlüsselkäufen" von Jugendtreff, Kinderhort und zuletzt rund 11000 Quadratmetern Grund südlich des Bahnhofs (wir berichteten) dämpfte Seifert, weil zunächst ein neuer Antrag auf Städtebauförderung als Grundlage für Investitionen gestellt werden müsse.

Applaus gab es für die Anlieger der Bahnhofstraße, als Seifert hervorhob, dass diese bei der Umgestaltung für 290.000 Euro "alle Maßnahmen von ästhetischer Natur mit eigenen Mitteln freiwillig" geleistet haben. Gemeint sind unter anderem Sitzgelegenheiten.

"Wir stehen auf sicheren Füßen", überschrieb der Bürgermeister seine Erläuterungen zur finanziellen Lage. 3,1 Millionen Euro würden heuer investiert - und das ohne Nettoneuverschuldung. Seit Beginn der Legislaturperiode 2008 seien 18,7 Millionen Euro investiert und gleichzeitig die Schulden um 450.000 auf 6,4 Millionen abgebaut worden. "Das soll uns erstmal jemand nachmachen."

Die Erinnerung an die Feier zum Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Graulhet nahm Seifert zum Anlass, Partnerschaftsreferent Dr. Hans-Rainer Hannemann für dessen jahrelange akribische Arbeit zu danken. Applaus und Sonderlob von Bürgermeister und Publikum verdienten sich für besonderes Engagement weit über das normale Maß hinaus auch Renate Schuderer, Petra Huber und Heidi Gernhardt für das Ferienprogramm, der ausgeschiedene Jugendratsvorsitzende Lukas Seebrecht für die Schaffung des "Chiemgau-Nachtexpresses", die zusammen 113 Feuerwehrmänner und -frauen von Prien und Atzing für ihre stete Einsatzbereitschaft, Zweite Bürgermeisterin Renate Hof mit ihren Helferinnen, zuvorderst wiederum Schuderer und Helga Stampfl für das Seniorenprogramm, Bertram Vogel, Geschäftsführer der Priener Tourismus GmbH (PTG) und Wirtschaftsreferent Klaus Löhmann, die bei der Gründung der "PrienPartner" "unheimliche Basisarbeit" geleistet hätten, sowie Professor Wedig Pridik für die Leitung des Arbeitskreises Ortsentwicklung als Grundlage für ein Priener Leitbild.

Detaillierte Zahlen legte Seifert zur Kinder- und Jugendförderung als "Investition in die Zukunft" vor. Demnach gebe die Gemeinde für Jugendarbeit, -treff und -sportförderung im Jahr 1,35 Millionen Euro aus, allein für die Betreuung von 319 Kindern in den unterschiedlichen Einrichtungen 528.000 Euro.

Auch zum Schulstandort Prien legte der Bürgermeister Daten vor, die Alexander Klammer von der gemeindlichen Hauptverwaltung grafisch und mit Bildern optisch ansprechend für die Großleinwand aufbereitet hatte. 3106 Kinder und Jugendliche drücken demnach in der Marktgemeinde die Schulbänke. Als Erfolg für seinen persönlichen Einsatz verbuchte Seifert den Erhalt der Grundschule Wildenwart, die nach sinkenden Schülerzahlen durch die Eingliederung quasi als Filiale in die Franziska-Hager-Grundschule gerettet werden konnte. "Wir haben ohne gemeindliche Regelung jetzt gleich große Klassen in Prien und Wildenwart", freute sich Seifert darüber, dass sich die Aufteilung der Priener Kinder auf die beiden Grundschulen quasi von selbst regelt.

Ein Fragezeichen setzte er dagegen hinter die Teilverstaatlichung der kommunalen Realschule. Die war zwar im Mai im Landratsamt vertraglich fixiert worden, aber die Umsetzung, die dem Landkreis als bisher alleinigem Träger pro Jahr eine Million Euro sparen würde, sah Seifert nach den jüngsten politischen Gedankenspielen zur Zusammenlegung von bayerischen Real- mit Haupt- beziehungsweise Mittelschulen wieder infrage gestellt. "Ich hoffe, dass der Vertrag auch umgesetzt wird."

Relativ ausführlich widmete sich das Gemeindeoberhaupt auch der Sanierung von Straßen, Wasserleitungen und Kanälen. Weil sich der Haushalt heuer positiv entwickelte, die Einnahmen höher ausfielen als erwartet, konnte die Gemeinde 350.000 Euro für die Erneuerung maroder Fahrbahnabschnitte und zweier Wanderwege, darunter die beliebte Route über die Mooswege nach Harras, ausgeben.

Für 315.000 Euro wurden heuer laut Seifert insgesamt mehr als 2,3 Kilometer Wasserleitungen neu gebaut oder erneuert. Dies habe zu Einsparungen von 40000 Euro geführt, weil "der unendliche Wasserverlust endlich abnimmt", der durch Lecks entsteht. "Leider haben wir auch in den kommenden Jahren noch viel zu tun", kündigte Seifert die Fortsetzung der Sanierungen an.

Über weitere Punkte und die Diskussion berichten wir noch gesondert.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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