50 Jahre Verantwortung gefeiert

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Das geehrte Gründungsmitglied Hans-Norbert Schunck mit Präsident Georg Hefter und Distrikt-Governor Ullrich Dreistein (von links).

Prien - Dorthin, wo einst seine Wiege stand, ist der Lions-Club Prien zurückgekehrt. 50 Jahre nach der Verleihung der Gründungsurkunde beging im Spiegelsaal von Schloss Herrenchiemsee das Geburtstagskind sein Jubiläum.

Damit nicht genug der historischen Parallele: Hatte doch einst König Ludwig II. das Schloss von Ludwig XIV. nicht nur nachahmen, sondern übertreffen wollen, feierte der Lions-Club aus jenem Versailles mit, der vor einem halben Jahrhundert Pate für die Priener gestanden hatte.

Georg Hefter, Präsident des zurzeit 37 Lionsfreunde zählenden Priener Clubs, erinnerte in seiner zum Teil auch in Französisch und Italienisch gehaltenen Rede vor gut 200 geladenen Gästen denn auch an jene Patenschaft, mit der die Aufnahme in die internationale Lionsgemeinschaft offiziell besiegelt worden war. Dies geschah zwei Jahre bevor der französische Präsident Charles de Gaulle und Kanzler Konrad Adenauer den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag unterzeichnet hatten. Mithin, so Hefter, komme den Priener Lions gar eine gewisse Vorreiterrolle bei der Aussöhnung beider Völker zu.

Finanzminister Georg Fahrenschon würdigte die "Vorbildfunktion" des Jubilars.

Sodann ging Hefter noch kurz auf den lionistischen Leitgedanken von "We serve" ("Wir dienen") ein. Danach hat sich der Lions-Club der Marktgemeinde in 50 Jahren mit nahezu 500.000 Euro auf sozialem wie kulturellem Gebiet engagiert. Den Festredner, den bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon, kündigte der Präsident als "echten Freund" von Herrenchiemsee an, habe er doch als "Hausherr" Konzert und Essen ermöglicht.

Nur wenige Tage nachdem der Staatsminister mit dem sanierten Marmorhof und Privatschlafzimmer des Monarchen die umfangreichen Restaurierungsarbeiten im Hinblick auf die Landesausstellung 2011 freigegeben hatte (wir berichteten), erinnerte er, dass allein in diesem Jahr 9,75 Millionen Euro für Baumaßnahmen vorgesehen seien. Umso mehr zeigte sich Fahrenschon dafür dankbar, dass der Lions-Club die Landesausstellung zum 125. Todestag von Ludwig II. finanziell mit dem Reinerlös aus dem Jubiläumsabend unterstütze.

Damit sei er, wie der Staatsminister fortfuhr, zu der Erkenntnis gelangt, dass die Lions-Ziele ob der Fehlentwicklungen an den Finanzmärkten mehr denn je Gültigkeit beanspruchen könnten. Nämlich: die Bereitschaft, Verantwortung in der Gemeinschaft zu übernehmen. Auch wenn er "in diesem Kreis Eulen nach Athen" trage, bat der Festredner den Jubilar, an seinem gesellschaftlichen Engagement festzuhalten.

Der Priener Bürgermeister Jürgen Seifert wartete in seinem Beitrag zu "50 Jahre Erfolgsgeschichte" mit einer Parabel auf. Einst habe der König eines kleinen Landes mit einem kleinen Heer seine Soldaten aufgefordert, den Feind zu vertreiben. Vor der entscheidenden Schlacht habe der Heerführer, wissend, dass er eigentlich nicht viel ausrichten könne, Gott um Beistand gebeten und eine Münze geworfen: Sollte der Kopf oben liegen bleiben, werde er gewinnen, bei Zahl bleibe nur noch der Tod. Natürlich erschien Kopf, "mit frischem Mut und voller Moral" wurden die übermachtigen Gegner besiegt.

Im Nachhinein stellte sich heraus: Die Münze trug beidseitig Kopf, das Rezept des Erfolgs war also: "Gottvertrauen und gewusst wie." Und genau so hatte, wie Seifert fortfuhr, vor einem halben Jahrhundert eine "kleine Mannschaft den Mut gehabt, in die Schlacht zu ziehen". Man habe "mit Nichts" angefangen und sich erfolgreich etabliert.

Ähnlich der Lions-Distrikt-Governor für Bayern Süd, Ullrich Dreistein. "Sie haben ein Zeichen gesetzt gegen die weltweite Verantwortungslosigkeit", lobte der Burghausener den Jubilar und ehrte das Gründungsmitglied Hans-Norbert Schunck mit der höchsten zu vergebenden Auszeichnung, dem "Governor Appreciate Award". Dreisteins Schlussappell: "Helfen Sie weiter mit, ein Stück bessere Welt zu bauen."

Weitere Glückwünsche richteten die Präsidenten der Lions-Clubs von Versailles und Valdagno, Claude Germain und Giorgio Trivelli aus, von Bad Ischl und aus benachbarten bayerischen Gemeinden.

Hervorzuheben ist noch das Ehrenmitglied Pierre Chapus aus Versailles: der 94-Jährige war bereits 24-mal nach Prien gekommen und ließ es sich auch diesmal nicht nehmen, "Verständnis und Vertrauen zu teilen", wie es Germain in seinen Glückwünschen formulierte.

Michael Thun (Chiemgau-Zeitung)

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