Jahrhundertprojekt gestartet

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Ein historischer Moment: Den ersten Spatenstich für die Bahnunterführung vollzogen (von links) Rupert Helminger, Geschäftsführer der Max Aicher Bau GmbH, Reiner Schinkinger von der Deutschen Bahn, Bürgermeister Marc Nitschke, Zweiter Bürgermeister Ludwig Ertl, Dritter Bürgermeister Alois Huber und Hans Althammer, Geschäftsführer der SAK-Ingenieursgesellschaft. 

Übersee - Die "unendliche Geschichte" ist endlich zu Ende. Fast 80 Jahre waren in Übersee Bestrebungen gelaufen, die beiden Bahnübergänge in der Ortsmitte und in Moosen durch Unterführungen zu ersetzen.

Jetzt war der symbolische "erste Spatenstich" der Verantwortungsträger in Moosen. In zwei Jahren sollen beide Bauwerke fertig sein. "Das ist ein großer Tag für Übersee", freute sich Bürgermeister Marc Nitschke. Für Generationen waren die beiden Übergänge ein Ärgernis. Lange Autoschlangen und lange Wartezeiten waren besonders in der Ortsmitte an der Tagesordnung. Besonders wenn der Schrankenwärter - er ist der letzte zwischen München und Salzburg - nach dem Passieren eines Zuges aus Sicherheitsgründen noch auf den Gegenzug wartete, wurde die Geduld von Autofahrern, Radlern und Fußgängern auf eine harte Probe gestellt.

In acht Jahrzehnten waren deshalb immer wieder Pläne erarbeitet worden, um diese Misere zu beenden. Aus unterschiedlichen Gründen verliefen jedoch alle überlegungen im Sande - bis jetzt, als alle drei überseer Bürgermeister, Vertreter der Bahn, des Planungsbüros und der Tiefbaufirma den ersten Spatenstich vollzogen.

Für die Unterführung in Moosen war im Dezember 2008 das letzte Grundstück erworben worden. Da hier das Baurecht im vereinfachten Plangenehmigungsverfahren im Gegensatz zu dem komplizierteren Planfeststellungsverfahren in der Ortsmitte geschaffen wurde, erhielt Moosen als erste Unterführung "grünes Licht".

"Der Ausbau und die Anpassung der Moosener Straße im Zuge der Beseitigung des Bahnübergangs Bahn-Kilometer 38,749 und der Neubau einer Eisenbahnunterführung in Bahn-Kilometer 38,786 der Strecke 5703, Rosenheim-Freilassing", so die offizielle Bezeichnung des Projekts, ist eine gemeinsame Maßnahme der Bahn AG und der Gemeinde Übersee, die vom Freistaat Bayern gefördert wird.

Die Gesamtkosten betragen 2,75 Millionen Euro, die zu je einem Drittel von der Gemeinde, der Bahn und dem Bund getragen werden. Das Kostendrittel der Gemeinde wird wiederum durch den Freistaat gefördert, sodass Übersee 370.000 Euro zu tragen hat.

Für die Gemeinde und den Freistaat dient die Beseitigung des Bahnübergangs durch eine neue Eisenbahnunterführung der Verbesserung des Verkehrsflusses und der Sicherheit. Die Bahn begründet den Bau mit "der verkehrssicheren Abwicklung des schienengebundenen Verkehrs".

Der gesamte Ausbau in Moosen ist 200 Meter lang, die Fahrbahnbreite durchgehend 5,5 Meter. Die lichte Weite der Unterführung beträgt 6,5 Meter, die lichte Höhe vier Meter. Die Moosener Straße ist über die gesamte Bauzeit für den Durchgangs- und Anliegerverkehr frei befahrbar.

Als Erstes werden jetzt an der Baustelle die Wirtschaftswege verlegt und Rodungs- und andere vorbereitende Maßnahmen vorgenommen. Der erste Höhepunkt erfolgt vom 21. bis 25. August mit dem Einbau der Hilfsbrücke. Hierzu ist der gesamte Bahnverkehr über das gesamte Wochenende voll beziehungsweise teilweise gesperrt. Vom Oktober 2009 bis Mai 2010 wird dann das Bauwerk selbst hergestellt. Bis zum September 2010 sollen der Straßenbau sowie die Rest- und Rückbauarbeiten abgeschlossen sein. Die Verkehrsfreigabe ist für Ende Oktober 2010 geplant.

Um einige Synergieeffekte mit Moosen zu nutzen, beginnt der Bau der großen Unterführung in der Ortsmitte schon im März 2010. Die Gesamtbauzeit dieses Bauwerkes ist mit etwa 15 Monaten angesetzt, sodass Mitte des Jahres 2011 das Gesamtprojekt beider Unterführungen abgeschlossen sein wird.

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