Jede Waffe muss überprüft werden

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Prien - Die "Sicherheitsgemeinschaft Bürger und Polizei im Dienstbereich der Polizeiinspektion Prien" veranstaltete ihre Jahreshauptversammlung beim "Schützenwirt" im Eichental.

Großen Anklang fand der Vortrag von Josef Ostareck, Waffen- und Sprengstoffexperte des Landratsamtes Rosenheim, der die Zuhörer über die Aufbewahrung von Waffen und Regelungen bezüglich des Erbrechtes informierte. "Nach den Amokläufen in Winnenden und Erfurt muss das Landratsamt Rosenheim seit 2009 jeden Waffenbesitzer überprüfen", erläuterte Ostareck. Jeder Einzelne müsse nachweisen, wie er zu Hause seine Waffen aufbewahre. "Das ist ein zusätzlicher Aufwand zur normalen Arbeit, zwischen 3000 und 4000 Personen wurden bereits überprüft."

Jeder müsse einen Fragebogen ausfüllen und Nachweise beilegen: "Entweder die Rechnung des Waffenschrankes mit der Sicherheitsstufe, drei Fotos des Schrankes oder ein unabhängiges Gutachten."

Auf Nachfrage erklärte Ostareck, dass es oft Sonderfälle gebe, die zwar meist genehmigt werden, "aber die Absprache mit uns ist wichtig".

Die Wurzeln der strengen Regelungen würden bei den Amokläufen in Winnenden und Erfurt liegen, erklärte Ostareck. "Aber nur 0,002 Prozent der Straftaten werden laut Statistik mit gemeldeten Waffen begangen.

Auch das Erben einer Waffe sei mit einigen Auflagen verbunden. "Erben können die Waffe behalten, dann müssen sie aber einen Waffenschein besitzen oder einen erwerben." Man könne auch die Waffe einem Berechtigten überlassen, sie fachmännisch unbrauchbar machen lassen oder entschädigungslos mit einer vorläufigen Transportgenehmigung bei der Polizei oder dem Landratsamt abgeben. "Und wichtig ist: Sie können zwar eine Waffe erben, aber keine Munition", betonte Ostareck.

Zuvor hatte Vorstand Klaus Daiber seinen Jahresbericht vorgetragen. "Derzeit zählt die Sicherheitsgemeinschaft 310 Mitglieder, es dürfen gerne noch mehr werden." Er erinnerte an die Veranstaltungen im vergangenen Jahr, wie zum Beispiel das Sicherheitsgespräch mit allen Bürgermeistern aus dem Einzugsgebiet der Polizeiinspektion (PI) Prien anlässlich der Vorstellung der Jahresstatistik. "Hier wurde klar, dass wir in einer sehr sicheren Region leben", fasste Daiber die Eindrücke zusammen.

Zudem erinnerte er an das Ferienprogramm-Angebot der PI, an dem rund 150 Kinder teilgenommen hätten. "Nicht zu vergessen der Bericht von Rudi Kick über Afghanistan, der jeglichen Rahmen gesprengt hat", schloss Daiber. Kick, der Leiter der PI, hatte auf eigenen Wunsch ein Jahr lang künftige Führungskräfte der afghanischen Polizei ausgebildet und seine Eindrücke kürzlich in einem Vortrag geschildert. hä

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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