"Jennifer" fegte über Landkreis

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Eine Gruppe von Behinderten saß in diesem Kleinbus, der nach dem Zusammenprall mit einem BMW Mini auf der Straße von Achenmühle nach Frasdorf an einem Baum landete. Die zehn Insassen wurden nur leicht verletzt.

Rosenheim/Landkreis - Sturmtief "Jennifer" war dafür verantwortlich, dass am Donnerstag auch in Stadt und Landkreis Rosenheim zahlreiche Arbeitnehmer zu spät kamen: Pünktlich zum Berufsverkehr hatten heftige Schneefälle eingesetzt.

Die Räumdienste konnten die weiße Pracht gar nicht so schnell von der Straße schaffen, wie neue Flocken vom Himmel fielen. Die Folge: Autos kamen auf schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen, landeten in Straßengräben oder blieben vor Steigungen liegen.

Zahlreiche Unfallmeldungen liefen in den Morgenstunden in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Rosenheim ein. "Von schweren Unfällen blieben wir glücklicherweise verschont", berichtete Polizeisprecher Konrad Rutzinger. In den meisten Fällen sei es mit Blechschäden und leichten Verletzungen abgegangen.

Am Kreisel in Natzing, Gemeinde Eggstätt, schlitterte ein 50-jähriger Seeoner mit seinem Fahrzeug über die Gegenfahrbahn und kippte die Böschung hinunter, wobei sich das Auto überschlug. Der Mann kam mit leichten Verletzungen davon.

Zehn Leichtverletzte forderte ein Unfall, der sich gegen 7.25 Uhr auf der Kreisstraße zwischen Achenmühle und Frasdorf ereignete. Eine 38-jährige Riederingerin kam mit ihrem Mini ins Schleudern und prallte gegen einen entgegenkommenden Kleinbus, der mit Behinderten der Wendelsteinwerkstätten Rosenheim unterwegs war. Der Bus kam von der Fahrbahn ab und stieß gegen einen Baum. Die zehn Insassen erlitten nur leichte Verletzungen, wurden aber vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert. Die Rettungsdienste waren mit einem Großaufgebot zur Stelle: Acht Notärzte, 25 Sanitäter und acht Rettungswagen waren im Einsatz. Die Kreisstraße wurde für zwei Stunden komplett gesperrt. Der Sachschaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf rund 50.000 Euro.

Nicht schlecht staunte ein 46-jähriger Aschauer, der am Steuer eines Räumfahrzeuges auf der Straße von Aschau nach Frasdorf unterwegs war: Eine Frau in einem dunklen Mittelklassewagen fuhr auf das Räumfahrzeug auf. Sie flüchtete vom Unfallort. Sachschaden: 2000 Euro.

Neuschnee und Schneeverwehungen behinderten auch den Fernverkehr. Erst im Lauf des Vormittags normalisierte sich auf den Autobahnen die Situation, so die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim. Zu Staus bis nach Kiefersfelden kam es auf der Inntalautobahn Richtung Rosenheim, wo zwischen Oberaudorf und Brannenburg ein Lastzug, vermutlich wegen Schneeglätte, in die Leitplanke krachte. Für die Bergung wurde die Autobahn Richtung Rosenheim für rund eineinhalb Stunden komplett gesperrt.

Am Bernauer Berg war zeitweise nur noch eine von drei Fahrspuren benutzbar, weil Lkws vor der Steigung liegen geblieben waren.

Erhebliche Beeinträchtigungen meldete auch die Bahn. Schneeverwehungen verursachten Weichenstörungen, die zu Verspätungen und Zugausfällen führten.

Des einen Leid, des anderen Freud: Die Skiabfahrten in der Region meldeten gestern hervorragende Pistenverhältnisse. Für Wintersportler sind die Aussichten gut: Für die nächsten Tage sagen die Meteorologen weitere Schneefälle vorher.

Klaus Kuhn (Oberbayerisches Volksblatt)

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