Die Jugend übernimmt keine Verantwortung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Diese steile Treppe im Eichental war Bestandteil des alten Priener Trimm-Dich-Pfads und soll auch als "Übungsgerät" dienen, wenn der Parcours einmal erneuert ist.

Prien - Nachwuchssorgen treiben nicht wenige Vereine um. Die Altge- und -verdienten würden Verantwortung gern in jüngere Hände legen. Aber es wird immer schwieriger, nachfolgende Generationen zu begeistern.

Angesichts der Nachwuchssorgen appellierte Bürgermeister Jürgen Seifert an die versammelten Vorstände: "Vielleicht rufen Sie 2012 als Jahr zur Gewinnung der Jugend aus."

Beim traditionellen Treffen der Vorstände im großen Sitzungssaal des Rathauses zum Meinungs- und Informationsaustausch sowie zur Koordination wichtiger Veranstaltungen im nächsten Jahr schloss Seifert mit seinem Schlussappell an zwei unmittelbar vorangegangene Beiträge an.

Da war zum einen Valentin Rohrmüller, der neue "Gaudiwurm-Beauftragte" der Faschingsgesellschaft "Prienarria". Die Priener Gilde will nach einer Pause 2012, wenn sich ihre Wiedergründung zum 20. Mail jährt, nach einigen Jahren Pause wieder einen Faschingszug auf die Beine stellen, der allerdings ein anderes Gesicht haben soll als zuletzt, als der Trend stark zu immer größeren Traktor-Ungetümen, immer lauterer "Musik" und immer mehr Alkohol, vor allem bei den jüngeren Zugteilnehmern, ging.

Fußgruppen haben Vorfahrt

Fußgruppen und kleinere Wagen sollen bevorzugt werden, kündigten Rohrmüller und Prienarria-Präsident Andreas Baumgartner an - und appellierten an die anderen Vereine, mitzumachen und sich gestalterisch sowie thematisch Gedanken zu machen.

Einen ähnlichen Appell schickte Sportreferent Alfred Schelhas gleich hinterher. Nachdem der Marktgemeinderat heuer einen Fitnessparcours" von "Müller Milch" im Eichental, den das Unternehmen dort für 20000 Euro geschaffen hätte, im zweiten Anlauf wegen der Geschäftspraktiken des potenziellen Sponsors abgeschmettert hatte (wir berichteten wiederholt), soll nun der frühere "Trimm-Dich-Pfad" wieder aufleben. Zehn Stationen auf einer Länge von 3,5 Kilometern sollen entstehen. Und dafür hofft Schelhas auf die Hilfe der örtlichen Vereine. Zwei von drei Kliniken hätten auf schriftliche Anfrage schon ihre Unterstützung zugesagt, berichtete der Sportreferent.

Bürgermeister Jürgen Seifert hatte in seinen einleitenden Worten hervorgehoben, dass die Marktgemeinde heuer zum dritten Mal in Folge die Vereinsförderung angehoben und bisher 584000 Euro an Zuschüssen ausbezahlt habe. Das vielfältige Engagement der Priener Vereine als Beitrag zu einer "gesunden Gemeinschaft" machte er an einigen Beispielen fest: am Krippenspiel des Trachtenvereins, dem U-18-Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich, das die TuS-Fußballer im Sportpark organisierten, den Feiern zum 50. Jubiläum der Wiedergründung der Gebirgsschützenkompanie und - natürlich - dem Marktfest.

Den Hinweis des Zweiten Trachtlervorstands, Sepp Furtner, der sich eine bessere Terminkoordination wünschte, weil zeitgleich zum Marktfest auch in Stock eine größere Veranstaltung stattgefunden hatte, nutzte Seifert, um an alle zu appellieren, ihre Veranstaltungen frühzeitig bei der Gemeinde zu melden.

Vereine sollen Seifert zufolge bald eine Möglichkeit bekommen, für ihre Veranstaltungen an den Ortseinfahrten zu werben. Seit dem Bau des Brucker Kreisels dürfen keine Planen oder Banner mehr am Hang daneben aufgestellt werden. Früher hatten sich zeitweise dort die Werbeplanen dicht an dicht gedrängt. Als Ersatz sollen Plakatwände aufgestellt werden, auf denen Ankündigungen in unterschiedlicher Größe möglich sind. Bis zum Beginn der Veranstaltungssaison im nächsten Jahr sollen die Wände stehen.

db

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser