Jungem Koch wird Unterarm wieder angenäht

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Rosenheim/Bernau - Fünf Stunden zog sich die Notoperation hin, dann war es vollbracht: Der Unterarm, der einem jungen Koch bei einem Autounfall in Bernau fast vollständig abgetrennt worden war, war wieder dran.

Es war 1.15 Uhr, als es in der Nacht zum  Montag bei Bernau zu einem furchtbaren Unfall kam: Für einen Moment verlor der 23-jährige Koch die Kontrolle über seinen Wagen - vermutlich, weil er zu schnell dran war, erklärt die Priener Polizeiinspektion. Das Auto prallte gegen einen am linken Straßenrand geparkten VW-Bus - und das mit solcher Wucht, dass der Pkw durch die Luft gegen einen Baumstamm geschleudert wurde. Das Auto fällte den Baum, flog gegen weitere Bäume, überschlug sich, landete wieder auf der Straße und blieb dort schließlich auf dem Dach liegen.

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Während sich der Beifahrer "wie durch ein Wunder", so die Polizei, unverletzt aus dem Autowrack befreien konnte, hatte es den 23-jährigen Fahrer schwer erwischt. Er zog sich mehrere Verletzungen zu - darunter schwerste Quetschungen an einem Unterarm, der fast komplett abgetrennt worden war.

Der Schwerverletzte kam sofort mit dem BRK ins Romed-Klinikum, wo der Mann in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie bei Oberärztin Dr. Ute Rauner in besten Händen war.

Arterien durch Venen aus dem Bein ersetzt

Der spezialisierten Handchirurgin gelang es mit ihrem Team, den abgequetschten Unterarm in einer fünfstündigen Notoperation wieder anzunähen.

Damit der Arm wieder durchblutet wird und erhalten bleiben kann, mussten mehrere Arterien durch Venen, die aus dem Bein entnommen wurden, ersetzt werden. Die Knochen des Unterarms wurden mit einer äußeren Stützschiene fixiert.

Das 23-jährige Unfallopfer befindet sich inzwischen auf der Intensivstation. Wie gut Nerven, Sehnen und Muskeln funktionieren und ob der Koch die Hand wieder weitgehend uneingeschränkt gebrauchen kann, wird sich wohl erst in einigen Monaten im Laufe der Rehabilitation herausstellen.

Der junge Mann war in der Nacht auf Montag auf der gesperrten Straße neben der Bahnlinie von Prien nach Bernau gefahren. Am Ortseingang von Bernau kam es dann zu dem folgenschweren Unfall. Das Auto des Kochs hat nur noch Schrottwert, den Schaden am geparkten VW-Bus, der einem 44-jährigen Mann aus Bernau gehört, wird auf rund 2000 Euro geschätzt. Die Freiwillige Feuerwehr Bernau unterstützte beim Ausleuchten und Reinigen der Unfallstelle.

ls/Oberbayerisches Volksblatt

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