Der "Kampf" um die Alz

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Seebruck - Wie geht es weiter mit dem Bootsfahren auf der Alz? Die Gemeinde kämpft um ihr touristisches Top-Angebot und will den Fluss auch für private Bootsfahrer dauerhaft sichern!

Mit dem Ziel, die Alz auch für private Bootsfahrer dauerhaft nutzbar zu machen, unterstützt der Gemeinderat den Antrag von Georg Niedermaier auf gewerbliche Schlauchbootfahrten. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Antrag, die Gemeinde möge die beim Landratsamt einzuholende Genehmigung für die gewerbliche Nutzung unterstützen, einstimmig mitgetragen.

Mit dieser eindeutigen Stellungnahme will die Gemeinde zum Ausdruck bringen, dass sie um ihr touristisches Top-Angebot kämpfen werde. Damit soll die Alz, auf der im vergangenen Jahr ein Fahrverbot ausgesprochen wurde, auch für private Bootsfahrer dauerhaft nutzbar gemacht werden.

"Wir müssen für die Alz kämpfen", betonte Josef Daxenberger (CSU). Die Stellungnahme des Gemeinderates sollte nach Ansicht des Zweiten Bürgermeisters Hans Huber (FW) deshalb unverzüglich der zuständigen Behörde, dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein, beigefügt werden. Ziel müsse es sein, die Alz dauerhaft für alle befahrbar zu machen, so Dritter Bürgermeister Rudolf Mayer (FW).

Andreas Dorn (FW), der auch dem Antrag zustimmte, warnte allerdings: "Wir müssen aufpassen, dass die Bootsfahrten zu keiner Überlastung führen und die Alz womöglich ganz dicht gemacht wird." Vor dem Hintergrund, dass es sich bei den gewerblichen Bootsfahrten um sogenannte geführte Fahrten handelt, die ohnehin unter Aufsicht erfolgen, hatte auch Lambert Axthammer (FW) nichts einzuwenden und forderte neben Josef Hölzl (FW) das Gremium auf, den Antrag zu unterstützen.

Diese Aussage unterstützte auch Bürgermeister Konrad Glück. Bei den geführten Fahrten handle es sich keineswegs um ein "Halli-Galli-Erlebnis" auf dem Wasser. Unbelehrbare werde es immer geben, diese müsste man rausfangen. Fakt sei, dass es sich um einen Tourismusbereich handle, der gewollt und genutzt werden solle, betonte Glück. Auf Grund der landschaftlichen Schutzgebiete habe die Gemeinde ohnehin in vielen Bereichen mit ihrer Entwicklung zu kämpfen. Glück: Der Naturschutz sei wichtig und habe seine Vertreter, aber "irgendwas muss für die touristische Nutzung für die Gemeinde noch bleiben".

Weiter teilte der Bürgermeister mit, dass die Alz-Sperrung zum 31. Dezember 2010 aufgelassen worden sei. Wie berichtet, war die Sperrung zum 1. Juli 2010 aus unterschiedlichen Gründen veranlasst. Mit ein Auslöser war ein folgenschwerer Schlauchbootunfall, bei dem ein Jugendlicher in einer Gefahrenstelle gekentert und ertrunken war. Bislang steht noch nicht fest, wann und ob die Alz für Bootsfahrten wieder geöffnet wird. Noch in dieser Woche soll es laut Glück einen Ortstermin geben, der Aufschluss darüber geben soll, wie es weitergeht.

Nach Aussagen des Pressesprechers im Landratsamt Traunstein, Roman Schneider, werden die Vertreter der Behörden wie Feuerwehr, Gemeinden und andere die Gefahrenstellen in Augenschein nehmen. Der nächste Schritt werde sein, ein Konzept zu erarbeiten, um dann zu entscheiden, was zu tun sei.

ga/Chiemgau-Zeitung

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