"Kapitän" Mrotzek geht

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der scheidende Vorsitzende Erwin Mrotzek (rechts) und sein Nachfolger Jürgen Schuster (links) ehrten Lydia Loos und Gerhard Märkl mit dem Kronenkreuz in Gold des Deutschen Diakonischen Werks.

Prien - Der Diakonieverein Prien hat einen neuen Vorsitzenden: Hans-Jürgen Schuster übernimmt das Amt von Erwin Mrotzek.

Außer dieser Neuwahl standen Berichte aus der Sozialstation, Pflege und vom betreuten Wohnen sowie Ehrungen auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung.

"Der Kapitän des Diakonievereins, Erwin Mrotzek, geht von Bord", sagte Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth zu Beginn der Versammlung im evangelischen Gemeindesaal. Mrotzek war als Gründungsmitglied 1966 über mehrere Wahlperioden Vorsitzender, zuletzt zehn Jahre in Folge.

Zum Glück habe sich Hans-Jürgen Schuster bereit erklärt, künftig die Geschicke des Vereins zu lenken, freute sich Wackerbarth. Schuster wurde einstimmig gewählt. Er gehört seit 1967 dem Diakonieverein und seit zwölf Jahren dem Beirat der "Ökumenischen Sozialstation" an.

"Mein Ziel ist es, die aktuelle Mitgliederzahl von 276 auf 500 zu erhöhen", kündigte der frischgebackene Vorsitzende an. Und. "Wir werden die ,Ökumenische Sozialstation' und das Betreute Wohnen weiter entwickeln und dabei den Schwerpunkt auf die Kommunikation untereinander legen."

Schatzmeisterin Lydia Loos legte den Kassenbericht vor und sprach dank der Mitgliederbeiträge, der Erlöse aus der Herbst- und Frühjahrssammlung sowie Spenden von einem "erfolgreichen Jahr". Ihr Dank galt vor allem dem Lions-Club, der dem Verein bereits fünf Autos hat zukommen lassen. Zusammen mit Schriftführer Gerhard Märkl stellte Loos auch den neuen Haushaltsplan vor.

Der Geschäftsführer der Diakonie des Landkreises Rosenheim, Peter Selensky, betonte, dass sich seit dem Umzug der Priener Sozialstation von der "Alten Post" am Bahnhof in die Schulstraße das wirtschaftliche Ergebnis verbessert habe. Er dankte der anwesenden Zweiten Bürgermeisterin Renate Hof für den Zuschuss der Marktgemeinde. Nur durch diesen Zuschuss sowie den von Seiten des Landkreises und der Kirchen sei die Arbeit der Diakonie möglich.

Susanna Da Rugna, die zusammen mit Barbara Berkmüller-Hofmann die "Ökumenische Sozialstation" leitet, berichtete aus dem Alltag der Pflege von rund 100 Patienten. Dabei erzählte sie auch von Fällen, in denen Angehörige von Urlauberfamilien gepflegt wurden. Nur auf diese Weise sei es möglich gewesen, diese Leute mit in den Urlaub zu nehmen.

Dieses Thema löste eine lebhafte Diskussion aus. Es müsse mehr darauf hingewiesen, dass manche Hotels und Pensionen in Prien und Umgebung über Pflegebetten verfügten, stellte Hof fest.

Die Leiterin des "Betreuten Wohnens", Stephanie Staiger, berichtete aus ihrem Arbeitsfeld. Dieses bestehe neben Hausbesuchen und Vermittlung von Hilfsdiensten vor allem aus Beratung, beispielsweise bei Widersprüchen gegen Pflegegeldkürzungen. Ebenso stelle sie die Kontakte zu Ärzten und Therapeuten her, sagte Staiger.

Staigers Büro für "Betreutes Wohnen" und die "Ökumenische Sozialstation", die zusammen in der Schulstraße untergebracht sind, planen derzeit eine gemeinsame offene Sprechstunde. Zudem arbeite man mit der Caritas Prien zusammen. So sei küzlich eine 40-stündige Schulung von 13 Helferinnen und zwei Helfern für die Betreuung Demenzkranker mit abschließenden Zertifikaten durchgeführt worden.

Aus der Hand von Pfarrer Wackerbarth erhielten Lydia Loos und Gerhard Märkl Urkunden und das Kronenkreuz in Gold des Deutschen Diakonischen Werks. Diese Ehrung erhielt auch Ingun Fabri, die wegen eines Unfalls nicht an der Versammlung teilnehmen konnte.

Loos gehört der Vorstandschaft seit dem Jahr 1983 an, Märkl sogar seit 1975. Fabri organisiert seit 20 Jahren das "Essen auf Rädern".

gf/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser