Markt ändert Planung für neues "Haus für Kinder Marquette"

Kein Ausweichquartier für die Kinder

Prien - Die Marktgemeinde muss umplanen: Den Neubau "Haus für Kinder Marquette" errichtet sie nun nicht anstelle, sondern, einige Meter neben dem alten Gebäude. Der Hintergrund:

Entgegen bisherigen Erwartungen stellt der Landkreis sein Förderzentrum jetzt doch nicht vorübergehend als Ausweichquartier zur Verfügung. Die Folge: Die Kinder müssen nun während der Bauzeit in ihrer Unterkunft bleiben. Das alte Gebäude muss noch stehenbleiben, kann nicht abgerissen und an gleicher Stelle durch den Neubau ersetzt werden.

Aufgrund der veränderten Ausgangslage musste sich der Bauausschuss des Marktgemeinderates noch einmal mit dem Vorhaben in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend befassen. Einstimmig brachte das Gremium den geänderten Bauantrag auf den Weg. Das Vorhaben wird jetzt dem Landratsamt zur Genehmigung vorgelegt.

Und so war die Planung bis dato gewesen: Die Mädchen und Buben ziehen aus dem "Haus Marquette" in das Förderzentrum. Der Markt bricht das alte Gebäude ab und errichtet an derselben Stelle ein neues. Wenn alles fertig ist, dann ziehen die Kinder aus ihrem Ausweichquartier in ihre neue Unterkunft. Jetzt sieht der Plan so aus: Die Kinder bleiben im Altbau, während der Markt nebenan den Neubau errichtet. Wenn er steht, dann ziehen sie um. Und die Marktgemeinde bricht erst dann den Altbau ab.

Mit der Verschiebung um einige Meter nach Osten werde die Planung, wie Laurentius Fischer von der Bauverwaltung im Ausschuss ausführte, "gespiegelt". Die Kubatur und die Raumaufteilung werden seinen Angaben zufolge nicht verändert.

Auch die Eckdaten des Bauvorhabens lauten nach wie vor wie folgt: Die Kosten werden auf rund 2,4 Millionen Euro geschätzt. Der Bau beginnt im Frühjahr 2012 - Fertigstellung ein Jahr später.

Als Eigentümer des Gebäudes könne der Landkreis das Förderzentrum nun deshalb nicht als Ausweichquartier zur Verfügung stellen, so Michael Fischer, der Pressesprecher des Landratsamtes, auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung, weil sich herausgestellt habe, dass in der Schule an der Joseph-von-Fraunhofer-Straße schlicht und ergreifend zu wenig Platz für die Mädchen und Buben aus dem Kindergarten und der Krippe vorhanden sei.

Als im Februar die Idee aufgekommen sei, sie vorübergehend im Förderzentrum unterzubringen, sei der Raumbedarf noch nicht bekannt gewesen. Als er dann festgestanden sei, habe sich ergeben, dass er im Förderzentrum nicht dargestellt werden könne.

Der Umbau des Ex-Goethe-Instituts sei bereits im vollen Gange gewesen. Hätte der Landkreis neben den Schülern auch noch vorübergehend die Mädchen und Buben vom "Haus Marquette" unterbringen wollen, dann hätte er ihn nicht nur stoppen, sondern auch damit beginnen müssen, zum Beispiel die Küche zurückzubauen.

Neben dem "Haus für Kinder Marquette" befasste sich der Ausschuss mit einer Reiher weiterer Bauangelegenheiten (wir berichten noch). Alfred Schelhas (SPD) brachte dann noch den Spielplatz in Atzing zur Sprache: Er regte an, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen und die Beton- gegen Holzpallisaden auszutauschen. Der Beton ist seinen Angaben zufolge "beschädigt", die Kinder laufen Gefahr, sich an scharfen Kanten zu verletzen.

Der Zustand sei "katastrophal". Zweite Bürgermeisterin Renate Hof - sie leitete die Sitzung in Vertretung von Bürgermeister Jürgen Seifert - sagte zu, sie auszuwechseln.

"Wie auf einer Rennstrecke"

Joachim Bensemann (Freie Wähler) kritisierte erneut, dass es auf der Hallwanger Straße "wie auf einer Rennstrecke zugeht". Viele Fahrzeuge seien zu schnell unterwegs. Bensemann zufolge fahren außerdem viele Busse über die schmale Straße - Fahrzeuge, die "nicht dorthin gehören". Seine Frage lautete: "Können wir da nicht etwas mit Verkehrsschildern machen?" Die Zweite Bürgermeisterin entgegnete ihm, dass diese Frage dem vollen Plenum, dem Marktgemeinderat, vorzulegen sei.

Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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