Rundweg: 6,8 Kilometer sind jetzt ausgebaut

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"Eine der schönsten Brücken nördlich der Alpen" nannte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand das 330000 Euro teure Bauwerk über die Zufahrt zum Greamandlweiher an der Gemeindegrenze zwischen Rimsting und Prien. Gemeinsam mit Priens Bürgermeister Jürgen Seifert, Rimstings Gemeindeoberhaupt Josef Mayer, Landrat Josef Neiderhell und Anton Schmuck, Geschäftsführer des planenden Ingenieurbüros Dippold und Gerold durchschnitt er das Band und gab sie offiziell frei.

Chiemsee/Rimsting - Seit dem Spatenstich zur ersten Baumaßnahme im Oktober 2009 in Aiterbach hat sich einiges getan: 18 der insgesamt 43 Einzelmaßnahmen sind fertig gestellt.

6,8 der geplanten 21,4 Kilometer langen Ausbaustrecken sind gebaut.

Der Chiemsee-Rundweg soll für Radler attraktiver und Teilstrecken entlastet werden, auf denen sich Radfahrer und Spaziergänger in die Quere kommen. 2009 waren die Anliegergemeinden angetreten, dieses Ziel mit Millionenaufwand zu erreichen. Gebaut wird unter dem Dach des Abwasser- und Umweltverbandes (AZV) Chiemsee sowie mit großer finanzieller Unterstützung des Freistaats. Zur Halbzeit des auf fünf Jahre angelegten Großprojekts zogen die Verantwortlichen jetzt Zwischenbilanz.

Als erste Kommune hat Rimsting alle Hausaufgaben erledigt: zwei Radwegabschnitte verbreitert, einen entlang der Staatsstraße Richtung Breitbrunn neu angelegt und zwei einstmalige Nadelöhre entschärft. Die Brücken über die Prien und zuletzt die über die Zufahrt zum Greamandlweiher wurden abgerissen und fast dreimal so breite neu gebaut.

1,4 Millionen Euro wurden in Rimsting investiert, 890000 davon konnten über Zuschüsse gedeckt werden. An der Brücke am Greanmandlweiher unmittelbar an der Grenze zwischen Rimsting und Prien beteiligte sich auch die Marktgemeinde mit 50000 Euro.

Im Rimstinger Sportheim ermunterte Bürgermeister Josef Mayer seine Amtskollegen, im Bemühen zur Verwirklichung der 25 noch offenen Einzelmaßnahmen nicht nachzulassen. "Sehr, sehr schwierige Grundverhandlungen" erforderten Kompromisse und viel Geduld. Sie sind unter anderem ausschlaggebend dafür, dass der Bau von Unterführungen nahe des "Malerwinkels", bei Arlaching und bei Hirschau noch nicht in Angriff genommen werden konnten, berichtete Marlene Berger-Stöckl in ihrer Zwischenbilanz. Als einen "gewaltigen Sprung" erhofft sie sich unter anderem auch baldige Fortschritte bei der Schaffung einer Alternativroute für Radler in Prien-Westernach entlang der Weidacher Straße in Richtung Rimsting.

Die Umwelt- und "Rundweg-Beauftragte" des AZV, der Hillenbrand angesichts oft nur sehr zäher Fortschritte eine hohe "Frustrationstoleranz" bescheinigte, hob sie noch einmal gestiegene Wichtigkeit der Trennung von Wegen für Radler und Spaziergänger anhand des "E-Bike-Booms" hervor. Zu Beginn der Planungsphase 2007 war der Siegeszug der schnellen Elektroräder in den heutigen Ausmaßen noch gar nicht absehbar.

7,7 Millionen Euro brutto - ohne Grunderwerb - waren seinerzeit für das Gesamtpaket veranschlagt und Fördergelder von weit mehr als der Hälfte dieser Summe in Aussicht gestellt worden, genau 4,35 Millionen. Verbaut wurden bisher 2,13 Millionen. Die Regierung hat nicht nur viel Geld bereit gestellt, sondern 2009 sogar eine unterstützende Projektgruppe gebildet. Denn auch Hillenbrand möchte den Rundweg ums "Bayerische Meer" zum ersten zertifizierten "Premium-Radweg" Oberbayerns machen, was dem stetig wachsenden Radltourismus einen eklatanten Schub geben könnte.

Um die strengen Kriterien für eine solche Zertifizierung zu erfüllen, wurde kürzlich auch ein Antrag für ein einheitliches Beschilderungskonzept im EU-Förderprogramm "Leader" eingereicht. Mit zusätzlichen Serviceangeboten wie "E-Bike"-Ladestationen und Sanitäranlagen sollen hier nochmal gut 250000 Euro investiert werden.

Hillenbrand appellierte im Rimstinger Sportheim an alle, die noch anstehenden 25 Ausbau- oder Begleitmaßnahmen des "äußerst komplexen Projekts zielorientiert anzupacken" und weiter Durchhaltevermögen zu beweisen. "Ein Torso wäre bitter", mahnte er angesichts der Tatsache, dass erst etwa ein Drittel aller geplanten Maßnahmen realisiert werden konnte. "Wir versprechen, es bleibt kein Torso, es wird ein Gesamtwerk", entgegnete der Rosenheimer Landrat Josef Neiderhell.

Ursprünglich war die Bereitstellung der Fördermittel in Millionenhöhe an eine Umsetzung bis spätestens 2014 geknüpft worden. Bei der Einweihung der Greamandlbrücke ließ Hillenbrand aber jetzt ein Hintertürchen offen: 2014 sei "kein fixer Endpunkt", ließ der Regierungspräsident durchblicken. Die Bürgermeister, die mitten in Grundstücksverhandlungen stecken, vernahmen es mit Freude.

db

Quelle: rosenheim24.de

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