Kindergarten: Sanierung statt Neubau

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Bernau - Die Würfel sind gefallen: In der Diskussion um den Kindergarten in Hittenkirchen hat sich die Gemeinde Bernau für eine Sanierung und damit gegen einen Neubau entschieden.

Den Ausschlag gaben die Kosten. Während die Kommune auf dem nun eingeschlagenen Weg nach Angaben von Bürgermeister Klaus Daiber voraussichtlich 178000 Euro aus der Kasse nehmen muss, hätte sie im anderen Fall "mindestens 300000 Euro" zu begleichen gehabt.

Eine Hiobsbotschaft hatte die Gemeinde Ende vergangenen Jahres erreicht: Die Bauaufsicht im Landratsamt hatte ihr mitgeteilt, dass das rund hundert Jahre alte, ehemalige Schulhaus in Hittenkirchen erneuert werden müsse. Die Unterkunft des Kindergartens sei den Anforderungen des Brandschutzes anzupassen und energetisch zu sanieren.

Betreiber des Kindergartens in Hittenkirchen ist die Katholische Kirche, Träger die Gemeinde Bernau - und sie musste alsdann in aller Eile handeln. In einem ersten Schritt verlagerte sie den Betrieb: Die Kinder zogen aus dem ehmaligen Schulhaus in das Pfarrheim. Dort sind sie jetzt untergebracht - und hier bleiben sie auch in den nächsten Wochen und Monaten. In einem zweiten Schritt stellte die Gemeinde dann die Weichen: Nach einigen Diskussionen entschied sich der Rat gegen ein neues und für das alte Haus.

Sanierung oder Neubau? Hin- und hergerissen war das Gremium in den vergangenen Wochen. Zuletzt jedoch tendierte man mehr in die Richtung, das Gebäude auf Vordermann zu bringen. Denn die Gespräche mit den Fachleuten ergaben, dass die Sanierung wohl doch weniger Geld kosten werde. Von 136000 Euro war die Rede. Weil die Zusammenstellung der Ausgaben nach Ansicht des Gemeinderates noch die eine oder andere unsichere Annahme enthielt, überprüfte die Verwaltung im Rathaus die Rechnung dann noch einmal.

Das Ergebnis präsentierte der Bürgermeister nun im Gemeinderat: Die Sanierung koste statt der bislang angenommenen 136000 Euro nun voraussichtlich zwar 178000 Euro - alles in allem, also die Baukosten in Höhe von 155000 Euro und die Planungskosten zusammengerechnet. Aber sie sei immer noch günstiger als ein Neubau, der einschließlich des Abrisses des alten Gebäudes und der Errichtung der Außenanlagen auf "mindestens 300000 Euro" komme.

Auf dieser Zahlengrundlage stellte der Rat die Weichen. Groß war die Übereinstimmung. Die Sanierung sei der "richtige Weg", meinte etwa Christian Hügel (CSU). Georg Bauer (Bernauer Liste) und Dritter Bürgermeister Alexander Herkner (SPD) waren, wie sie sagten, froh, dass das Gremium diesen Weg einschlage.

Die Sanierung werde, teilte Daiber auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung mit, gefördert. Der Staat werde voraussichtlich "gut 40 Prozent" der Kosten übernehmen.

Und so geht's nun weiter: Der Gemeinderat beauftragte bereits einen Architekten, die Eingabeplanung zu erstellen. Den Bauantrag, der dann aus diesem Büro kommt, berät das Gremium laut dem Bürgermeister in einer der nächsten Sitzungen. Wenn der Rat den Antrag abgesegnet hat, muss schließlich nur noch die Genehmigungsbehörde, das Landratsamt, grünes Licht geben - dann kann die Kommune losgehen.

Die Gemeinde will das Vorhaben zügig verwirklichen. Ziel sei, so Daiber, dass die Arbeiten zum 1. September abgeschlossen sind - und dass letztlich die Mädchen und Buben zum Start in ein neues Kindergartenjahr wieder in ihre angestammte Unterkunft einziehen können.

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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