Klares Ja zu geplantem Pflegeheim

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Übersee - Am runden Tisch haben sich alle Beteiligten für ein Pflege- und Seniorenheim in Übersee ausgesprochen. Die Mehrheit favorisierte die "Beste Wiese" als Standort für die Einrichtung.

Am "runden Tisch" saßen unter anderem Bürgermeister Marc Nitschke, seine Stellvertreter Ludwig Ertl und Alois Huber, Dr. Josef Parzinger, Dr. Sabine Gräfin von Silva-Tarouca, Kirchenpfleger Ludwig Klarwein, Josefine Steinbichler vom Krankenpflegeverein, der örtliche VdK-Vorsitzende Leo Segin, Anton Stefanutti von den Grünen, Dorothea Oswald für die evangelische Kirchengemeinde und Erika Stefanutti vom Helferkreis. Sie waren sich darüber einig, dass diese Einrichtung in Übersee gewünscht sei und auch das Pflegekonzept des potenziellen Betreibers, der Firma "Mayer & Reif", sagte allen zu. Diskussionen gab es hinsichtlich eines möglichen Standorts.

Der Bürgermeister erinnerte an die Vorgeschichte. Vor fünf Jahren war ein Seniorenheim am Albererweg geplant. 2007 gab es Baurecht für ein Heim mit 80 Betten und zehn Eigentumswohnungen. Allerdings konnte der Investor keinen Betreiber finden. Der Gemeinderat habe dann beschlossen, dieses Grundstück zu kaufen und unter anderem Grundstücke im Einheimischenmodell auszuweisen. Es wurde eine Pflegekonzeptgruppe installiert. Eruiert wurde, dass eine kleinere Einrichtung mit 35 bis 45 Betten gewünscht werde, die die häusliche Pflege ergänze. In Übersee werden Nitschke zufolge rund 80 Prozent der Senioren zu Hause betreut.

Dann kam die Firma "Mayer & Reif", die unter anderem in Bernau, Rimsting und Stephanskirchen bereits Häuser mit je drei Wohneinheiten betreibt, aufgeteilt nach Etagen. Gemeinschaftsräume und Außenanlagen gehören ebenfalls zum Konzept. Der Vorschlag für einen solchen Bau auf der Beste-Wiese sagte dem Gemeinderat zu. Auch der Aufbau eines ambulanten Dienstes für die Tagespflege ist angedacht.

Gräfin von Silva-Tarouca hob die Wichtgkeit von Tages- und Kurzzeitpflege für Patienten, deren Gesundheitszustand sich vorübergehend verschlechtert, hervor.

"Wir haben einen Kindergarten, aber keinen Altengarten", bedauerte Klarwein. Für Schöneburg scheint dies zwar möglich, allerdings könne dies wahrscheinlich nicht wirtschaftlich betrieben werden, außer die Angehörigen zahlten einen Beitrag, ähnlich wie beim Kindergarten.

Zur Standortfrage informierte Nitschke, dass es vier Grundvoraussetzungen für ein passendes Grundstück gebe: die Anbindung an das Ortszentrum, eine Größe zwischen 2500 und 3000 Quadratmeter, Verfüg- und Erwerbbarkeit sowie Finanzierbarkeit.

"'Beste Wiese' erfüllt alle vier Kriterien"

Das Pflegeheim würde sich Nitschke zufolge nicht rechnen, wenn Baulandpreise verlangt würden. Als möglicher Standort würde sich die "Beste Wiese" eignen. Hier könnten alle vier Kriterien erfüllt werden. Der Bürgermeister zeigte auf, dass keiner der etwa 15 Alternativstandorte, die SPD, Grüne, und Bayernpartei zur Diskussion gestellt hatten, den Anforderungen entspreche.

Lärmbelästigungen durch die Bahnlinie an der "Beste Wiese" kann laut Nitschke baulich entgegengewirkt werden. Der Investor würde nie 4,5 Millionen Euro investieren, wenn er dann ein leeres Haus habe, zeigte sich auch Alois Huber überzeugt, dass die Nähe zur Bahn kein Hindernis darstellt.

Parzinger sprach sich ebenfalls für die "Beste Wiese" aus. Anton Stefanutti dagegen äußerte starke Bedenken wegen der Lärmbelästigungen durch die Züge. Er favorisierte vielmehr ein Grundstück am Kreisel, das ebenfalls zur Hälfte der Gemeinde gehöre. Nitschke entgegnete, dass der Standort südlich des Kreisels noch stärker vom Straßenlärm beeinträchtigt sei. "Wir stoßen überall auf Probleme und Nachteile. Auf der ,Beste Wiese' gibt es sehr viele Vorteile und die Nachteile lassen sich kompensieren."

Erika Stefanutti gefiel wie Klarwein die Vorstellung eines Seniorenheims in der Ortsmitte. Klarwein berichtete auch von einem "Selbstversuch" an der "Beste Wiese". Er habe sich auf jede vorhandene Gartenbank im Park gesetzt und sei der Meinung, dass der Lärm nicht so schlimm sei.

Dr. Martin Metz versicherte, dass er in seiner Praxis auf der "Beste Wiese" bei geschlossenen Fenstern die Bahn nicht höre.

In den abschließenden Stellungnahmen waren alle bis auf Anton Stefanutti und Dorothea Oswald mit dem Standort "Beste Wiese" einverstanden. Uneingeschränkte Zustimmung erfuhr das Pflegekonzept

Im Gemeinderat wenige Stunden später sagte der Bürgermeister, Immissionsfachlich stelle die "Beste Wiese" sicher eine Herausforderung dar, die aber baulich in den Griff zu bekommen sei. Zudem erinnerte er daran, dass es sowohl zum Standort als auch zum Pflegekonzept einstimmige Beschlüsse gebe.

Ungeachtet dessen war Nitschke Anfang Oktober eine Liste mit 355 Unterschriften ausgehändigt worden, mit denen sich Überseer gegen den Standort "Beste Wiese" ausgeprochen hatten.

tb/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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