Ein klares Ja zum HHKW

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Prien - Auf große Zustimmung stießen die Pläne der Marktgemeinde, ein Holzheizkraftwerk (HHKW) zu bauen, in einer Versammlung der Bürger für Prien (BfP).

Rund 60 Besucher ließen sich von Diplomforstwirt Christoph Bach über das Vorhaben informieren. Gemeinderätin Helge Holzer appellierte an die Bürger, die Energiewende jetzt in die Wege zu leiten. Die Bürger entscheiden dann am 10. April, ob die Marktgemeinde die Planung vorantreiben soll. Seit Wochen schlägt die Diskussion in der Bevölkerung hohe Wellen. Wie das gesamte Gremium begrüßen auch die Gemeinderäte der Bürger für Prien das Projekt und rühren die Werbetrommel.

"Ja zum Holzheizkraftwerk" lautete das Motto für ihre Veranstaltung im "Alpenblick". Christoph Bach, ihr Schatzmeister, beleuchtete das Vorhaben von verschiedenen Seiten. Der Diplomforstwirt und Unternehmensberater betonte unter anderem, dass in der Region - im Umkreis von 100 Kilometern, wie er sagte - "auf jeden Fall" genügend Holz für das in Prien geplante HHKW vorhanden sei. Allein das Forstamt Rosenheim habe "die Kapazität", um die Anlage in der Marktgemeinde zu befeuern. In diesem Falle jedoch käme die Nutzung der Wälder "an die Grenze" - weshalb das Holz für das HHKW in Prien nicht allein aus dem Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Rosenheim bezogen werden dürfe.

Einen "Kahlschlag der Wälder" befürchtet der Diplomforstwirt, wie er weiter ausführte, nicht. "Aus der Tradition heraus werden wir es nicht erleben, dass unsere Wälder übernutzt werden." Gang und gäbe sei eine "nachhaltige Forstwirtschaft", so Bach, das heiße, in den Wäldern werde nur so viel Holz geschlagen, wie wieder nachwachse.

Der Referent betonte, dass die geplante Anlage in Prien CO2-neutral sei - und dass sie damit eine bessere Ökobilanz aufweise als Heizungen, die mit Gas oder Öl laufen. Das Kohlendioxid (CO2), das das HHKW im Rahmen der Verbrennung des Holzes freisetze, werde im Wald - und zwar von der gleichen Menge Holz - wieder aufgenommen.

Die Wärme, die in Form von heißem Wasser von der Anlage am Reitbach über Leitungen in die Haushalte in der Marktgemeinde fließe, sei eine, so Bach weiter, "effiziente Nutzung" der Energie des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Die Gemeinde habe angegeben, dass im Leitungsnetz nur elf Prozent der Energie verloren gehen. Zu erwarten sei selbstverständlich, dass sie sich nicht einer alten, sondern vielmehr der neuesten Technik bedient und die Leitungen in diesem Sinne auch bestmöglich isoliert. "Wir haben ganz, ganz gute Werte", betonte auch Helge Holzer.

"Elf Prozent können niemals stimmen", meinte hingegen Georg Wagenhuber. Denn das HHKW stehe "extrem dezentral" - womit mit langen Leitungen und höheren Verlusten zu rechnen sei.

Bach betonte weiter, dass sich niemand anschließen lassen müsse. "Wer eine alte Heizung hat und glaubt, dass der Öl- und Gasverbrauch langfristig eher steigt, lässt sich anschließen - besonders, wenn er auch noch etwas fürs Klima tun will." Wer hingegen erst vor drei oder vier Jahren eine neue Heizung eingebaut habe, dem empfahl Bach, erst einmal "die Entwicklung beim Öl oder Gas" abzuwarten, es sei denn, er wolle etwas fürs Klima tun. Die Entscheidung, die Heizung auszuwechseln, treffe jeder selbst.

Zur Sprache kam unter anderem auch die Frage, ob sich die Anlage - wenn sie gebaut wird - "rechnen wird", also ob sie wirtschaftlich betrieben werden kann. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, wer wie viel Wärme abnimmt. Gemeinderat Werner Waap sagte, dass bereits "ausreichend" Anfragen von potenziellen Großabnehmern vorliegen. Und Dr. Hans-Rainer Hannemann nannte ein Beispiel: Die Romed-Klinik, das ehemalige Kreiskrankenhaus, müsse in den nächsten zwei Jahren die Heizung austauschen - und "wartet dringend auf so etwas".

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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