Klassenzimmer reichen nun genau aus

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Prien - Mit 24 Klassen startet die Realschule in Prien am kommenden Dienstag in das neue Schuljahr - und damit mit einer weniger, als zuletzt im Haus untergebracht waren.

Ausnahmslos jede von ihnen bekommt nun ihr eigenes Zimmer. Im zurückliegenden Jahr hatte eine Klasse hingegen stets "wandern", also immer wieder zum Unterricht in einen anderen Raum umziehen müssen.

Die Ferien sind zwar noch nicht zu Ende, doch das neue Schuljahr wirft schon längst seine Schatten voraus. Und einmal mehr muss Rektor Karl Lau wieder viele Weichen stellen, damit der Betrieb dann rund läuft. Nach Tagen der Arbeit kommt er nun auf die Zielgerade. Das Kollegium ist komplett, die neuen Lehrer, die Lau gebraucht hatte, sind seit wenigen Tagen an Bord. Fest steht vor allem auch, dass die Zahl der Klassenzimmer - im Unterschied zum letzten Jahr - heuer reicht. Fünf Klassen hatte die letztjährige zehnte Jahrgangsstufe, nur noch vier die diesjährige. Eine "Wanderklasse" müsse heuer nicht mehr gebildet werden, freut sich der Rektor über einen, wie er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung sagte, "gewissen Fortschritt". Und wenn seine Kollegen in den kommenden Tagen nun auch noch den Stundenplan bis in alle Einzelheiten austüfteln, dann kann das neue Schuljahr kommen.

Von der sechsten bis zur zehnten Jahrgangsstufe ist die Realschule nun durchgängig vierzügig. Gegenüber 2010 ist die Zahl der Schüler insgesamt von 670 auf 640 laut Lau "ganz leicht zurückgegangen". 98 Fünftklassler (2010: 111) starten 2011 in den Unterrichtet. Mit 32 Schülern ist die 9a die größte Klasse, mit 22 die 9d die kleinste. Im Durchschnitt sitzen 27 Mädchen und Buben in einer Klasse.

Mit 50 Lehrern geht die Realschule ins neue Schuljahr. Vier neue Köpfe reihen sich ins Kollegium ein: Dr. Ulrich Sötz ersetzt in Biologie eine Lehrerin, die in Mutterschutz geht. Nadja Noll unterrichtet künftig Englisch und Französisch, Katja Dumberger Englisch und Erdkunde, Elisabeth Riepertinger Deutsch und katholische Religionslehre. Sie folgen auf Lehrer, die die Schule verlassen haben.

Ihre Fortsetzung findet die Zusammenarbeit der Realschule und des Ludwig-Thoma-Gymnasiums: Auch 2011/2012 gehen in der offenen Ganztagsschule wieder die Türen auf. Im vergangenen Jahr hatte sie erstmals aufgemacht - und auch im neuen hat die Diakonie den Auftrag, eine Betreuung bis 16 Uhr anzubieten. Laut Lau werden rund 70 Schüler, überwiegend nach wie vor aus der Realschule, von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Erneut kommen seinen Angaben zufolge zwei Gruppen zusammen. Jeder Schüler besuche die Ganztagsschule an mindestens zwei und höchstens vier Tagen in der Woche.

Eine Kooperation aufbauen will die Real- mit der Mittelschule in Prien. Der Hintergrund: Diese Zusammenarbeit ist die Voraussetzung für die geplante Teilverstaatlichung der bislang kommunalen, vom Landkreis getragenen Realschule (ein eigener Bericht folgt). Im sportlichen Bereich ist Lau zufolge unter anderem vorgesehen, Real- und Mittelschülern Hallenhockey anzubieten. Ähnliche gemeinsame Wege seien im Fußball möglich. Auf dem Feld der Sprachen werden die Mittelschüler gemäß Lau die Möglichkeit erhalten, sich in die Einführungskurse Französisch, Italienisch und Spanisch einzuklinken, die die Realschule in diesem Jahr wieder anbietet. Geplant sei außerdem eine Zusammenarbeit im Bereich der Berufsfindung der Schüler. "Wir starten die Kooperation in einem kleinen, aber durchaus feinen Bereich", freut sich der Rektor auf die zusätzlichen Angebote.

Nach wie vor in große Nöte kommt der Rektor, wenn er an den Sportunterricht denkt. Jahr für Jahr sind enge Grenzen gesetzt: Die eigene Turnhalle ist zu klein, als dass dort all der Pflicht- und auch der Wahlunterricht abgehalten werden könnte. Immer wieder müssen Klassen in die Turnhalle der Waldorfschule ausweichen - oder aber auch kurzfristig viel Phantasie beweisen. So sei zum Beispiel im vergangenen Schuljahr besonders viel Improvisationskraft auch und gerade von den Lehrern gefragt gewesen, als zeitgleich nicht nur die Turnhalle der Waldorfschule wegen eines Wasserschadens, sondern auch das Hallenbad Prienavera, das die Schüler zum Schwimmen benötigen, vorübergehend ausgefallen seien. Die Anweisung an die Lehrer und Schüler habe damals lauten müssen: "Macht's was in der Pausenhalle oder geht's ins Eichental."

Gernot Pültz/Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser