Klettern ist angesagt

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Die Südseite der Kampenwand soll nach dem Willen der Priener Alpenvereinssektion auf keinen Fall mit einem Panoramaweg der breiten Masse zugänglich gemacht werden. Vorstand und Mitglieder lehnen solche Überlegungen ab.

Prien - Klettern ist immernoch sehr angesagt. 2010 war das größte Projekt der Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins (DAV) der Anbau ihrer vereinseigenen Kletterhalle in Bernau.

 Sehr zufrieden äußerte sich Vorsitzender Paul Röger in der Jahreshauptversammlung auch über die Arbeit der neuen Pächterin auf der Priener Hütte. Vorstandschaft und Mitglieder sprachen sich im "Bayerischen Hof" deutlich gegen einen möglichen Panoramaweg auf der Südseite der Kampenwand aus.

Naturschutzwart Martin Schmölling kündigte den Widerstand der Sektion an, falls die Gedankenspiele über einen solchen Weg konkreter werden sollten. Mehrere Mitglieder, darunter der renommierte Naturfotograf Hans Steinbichler, bezogen ebenso Stellung gegen ein solches "Kinderwagen-Wegerl". Der Alpenverein müsse sich "dagegen stemmen", forderte Steinbichler und wies darauf hin, dass auch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes gegen dieses Vorhaben sei.

Ein zentrales Thema der Versammlung war auch die sektionseigene Kletterhalle. Am Sonntag, 20. März, feiert der Alpenverein die Einweihung eines Anbaus mit Sanitärräumen und einem Zimmer, in dem künftig Sektionsabende abgehalten werden können. Knapp eine Viertelmillion Euro hat sich der DAV die Erweiterung kosten lassen, ging aus dem Kassenbericht von Margrit Ossmann hervor. Den überwiegenden Teil der Summe hatte der Verein zuvor angespart. Den Haushaltsplan der Schatzmeisterin mit einem Gesamtvolumen von 340000 Euro billigten die Mitglieder einstimmig.

Dass dieses Geld gut angelegt ist, belegte der Bericht von Hallenwart Ralf Bayer, der eigentlich schon im vergangenen Jahr geglaubt hatte, dass die Kapazitäten der Kletterwand ausgereizt sind. Trotzdem sind die Besucherzahlen nochmal um 15 Prozent gestiegen. Das hat dem Verein "Rekordeinnahmen" von 43000 Euro beschert.

Bis zu 75 Kletterer tummeln sich laut Bayer abends in der Halle. Vier bis fünf Betreuer kümmern sich jeweils um die Kinder- und Erwachsenengruppen, die sich stetigen Zulaufs erfreuen.

DAV "steht für alle Kletter-Spielarten"

Das bestätigte auch Jugendreferent Andreas Mayer. Deshalb freute er sich umso mehr, dass nach vier ausgebildeten Jugendleitern im vergangenen Jahr heuer drei weitere dazu kommen werden, die Kletterer betreuen können. Davon profitieren besonders Kinder- und Jugendgruppen, deren größte inzwischen auf 35 Nachwuchskletterer angewachsen ist.

Dass Klettern "in" ist, belegten auch die Ausführungen von Tourenwartin Barbara Dawid, die sich über eine durchwegs "recht gute Beteiligung" freute, und von Ausbildungsreferent Ludwig Buchner. Er berichtete von einem großen Zuspruch bei den Kursen für alle Altersschichten, appellierte aber auch; sich "nicht in den Untiefen der Kletterhalle zu verlieren". Der Alpenverein stehe "für alle Spielarten des Kletterns".

Gute Betreuung erfahren die Besucher und Übernachtungsgäste auf der Priener Hütte unterhalb des Geigelsteins. 4250 Wanderer und Bergsteiger haben im vergangenen Jahr dort ihr Nachtquartier bezogen, 80 mehr als im Jahr davor. Seit Juli 2010 hat die Sektion mit Conny Fellner eine neue Pächterin, ein "echter Glücksgriff", freute sich Vorsitzender Paul Röger. Fellner, seit 27 Jahren in der Gastronomie tätig, hat die "Handtasche mit Puder" gegen den "Rucksack mit Schraubenzieher" getauscht, umschrieb sie ihre Arbeit auf der Hütte.

Dort waren laut Hüttenwart Martin Loibl im vergangenen Jahr wieder diverse Arbeiten vonnöten. Unter anderem galt es, einen Wasserschaden zu beheben sowie einige zugige Türen und Fenster auszutauschen. Solche Ausbesserungen sollen auch heuer in Angriff genommen werden.

Gut zu tun hatte auch Wegewart Peter Wegewitz. Mit 25 jungen Leuten sanierte er im Sommer ein Teilstück des Weges auf den Geigelstein, das der Regen ausgewaschen hatte. Unter anderem transportierte der DAV-Nachwuchs dazu bei brütender Hitze zwei Kubikmeter Schotter mit Schubkarren bergauf.

Weitere Berichte aus Prien auf Seite 14

Heuer stehe vor allem die dringende Sanierung des Steigs auf den Breitenstein an, sagte Wegewitz und warb gleich um freiwillige Helfer.

Mit gut 150 Neuzugängen im vergangenen Jahr zählt die Sektion Prien nun schon über 2700 Mitglieder, berichtete Vorsitzender Röger.

db/Chiemgau-Zeitung

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