Klinik fast voll bis unters Dach

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Nach der Erweiterung soll die Klinik St. Irmingard so aussehen. Das um eine Etage aufgestocke Bettenhaus ist oben in der Mitte zu sehen, links darunter der erdgeschossige Speisesaal und in der Bildmitte, mit der Gebäudeecke nahe an der Seestraße, die zusätzliche Therapiehalle.

Prien - Die Klinik St. Irmingard ist fast zu 100 Prozent ausgelastet. Die Anfragen nach Behandlungsplätzen nehmen stetig zu. Aus diesem Grund plant die Klinik eine Erweiterung.

Ein Bettenhaus soll aufgestockt sowie erdgeschossig weitere Therapieräume und ein Speisesaal angebaut werden. Der Bau- und Umweltausschuss des Marktgemeinderates hat in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus einhellig seine Zustimmung signalisiert. Allerdings hatte die Klinikleitung nur eine Voranfrage und noch keinen Bauantrag eingereicht, um nicht Gefahr zu laufen, bei einem anderen Ausgang der Abstimmung bereits viel Geld umsonst ausgegeben zu haben. Die Zustimmung des Landratsamtes vorausgesetzt, soll ein Projektmanagement eingerichtet und die Detailplanung vorangetrieben werden, sagte Geschäftsführer Dietolf Hämel im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Gebaut werde aber frühestens 2012.

Das Gremium hatte sich zuvor mehrfach mit gestalterischen Fragen befasst und bei einem Ortstermin vor allem mit dem Erhalt des alten Baumbestands auseinandergesetzt, erinnerte Bürgermeister Jürgen Seifert. "Die Planung bildet die Vorgaben des Marktgemeinderates zu 100 Prozent ab", stellte er nun in der Sitzung fest und fügte hinzu: "Wir sind froh, wenn sich ein Bauwerber an Abmachungen hält." Das war in jüngerer Vergangenheit nicht immer der Fall.

Die Klinik will auf ihr südwestliches Bettenhaus, das den Komplex in Richtung des Hotels "Luitpold II" und der Osternacher Straße abschließt, ein Stockwerk draufsetzen. Es wird dadurch genauso hoch wie die übrigen Gebäude und erstreckt sich dann auf vier Stockwerke - Erdgeschoss plus drei Etagen. Durch die Aufstockung sollen 25 neue Patientenzimmer (= Betten) entstehen. Derzeit verfügt die Klinik über 213 Betten.

Diese Erweiterung bedingt auch den Bedarf für zusätzliche Therapieräume und einen weiteren Speisesaal. Beides soll durch erdgeschossige Anbauten gewährleistet werden. Beide sollen an der Südseite des Komplexes entstehen, also in Richtung der Fußgängerzone Seestraße in Richtung Schären. Alle Außenfassaden der Erweiterung sollen dem Bestand angepasst werden.

Der zusätzliche Speisesaal ist innen mit knapp 290 Quadratmetern Grundfläche vorgesehen (Außenmaße zirka 13 auf 20 Meter), die Therapiehalle mit gut 380 Quadratmetern (etwa 26 auf 15 Meter).

Die Klinik St. Irmingard gibt es seit 1977. 2001 wurde sie für 25 Jahre von der "Feßler-Klinik-Betriebs GmbH & Co" an die "Klinik St. Irmingard GmbH" verpachtet, die wiederum eine 100-prozentige Tochter der Gesundheitswelt Chiemgau AG mit Sitz in Bad Endorf ist. Gespräche über die Ausbaupläne mit dem Gebäudeeigentümer im Vorfeld seien positiv verlaufen, sagte Hämel.

Die Klinik, die auf Onkologie, Kardiologie und Psychosomatik spezialisiert ist, beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit rund 200 Mitarbeiter. Knapp die Hälfte von ihnen arbeitet im medizinischen Bereich (Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten).

In der Erweiterung sieht Hämel einen "wichtigen Baustein für die Zukunftssicherung". Zudem würden neue Arbeitsplätze geschaffen. Er rechnet mit einem Investitionsvolumen im siebenstelligen Bereich, genaue Zahlen soll die Detailplanung liefern.

Weil die Klinik Hämel zufolge an ihrer "räumlichen Kapazitätsgrenze angekommen ist", konnte die Nachfrage zuletzt "nicht mehr zufriedenstellend befriedigt werden". Die auslastungsbedingten Wartezeiten im Bereich Reha und Heilverfahren hatte zur Folge, dass die Irmingard-Klinik bereits von Kostenträgern gesperrt worden ist, also keine Patienten mehr nach Prien eingeweisen werden. Dies sei allerdings "ein mormales Prozedere", so der Geschäftsführer. Weil die Klinik in einem bundesweiten "Ranking" zu den Bestplatzierten im Reha-Bereich gehöre, sei die Nachfrage entsprechend groß.

Zuletzt wurden etwa 2900 Patienten im Jahr in der Klinik behandelt.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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