Auf Knopfdruck ans Ziel

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Die Teilnehmer vor dem Bürgerbus.

Prien - Nach dem Arztbesuch drückt die ältere Dame auf ein gelbes Knöpfchen. Ein Kästchen, so groß wie ein Mobiltelefon, sagt ihr, welche Möglichkeiten sie hat, ohne eigenes Auto nachhause zu kommen, und was sie kosten.

Das ist noch Zukunftsmusik, aber der erste Ton wurde jetzt angestimmt: bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „iMo - Immer Mobil“.

Das Ziel ist hochgesteckt: In drei Jahren sollen alle Fahrangebote erfasst und elektronisch dargestellt werden, sowohl in speziellen Endgeräten als auch für die Handynutzung. Dank Satellitennavigation weiß die Technik genau, wo der Nutzer ist und kann Alernativen anbieten - sogar unter Berücksichtigung persönlicher Wünsche, zum Beispiel maximaler Fußwege, Wartezeiten und Kosten.

Damit das gelingt, werden bis 2012 über eine Million Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt, gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium. Das Projekt wird zum weit überwiegenden Teil in der Modellregion verwirklicht - und das sind die Landkreise Rosenheim und Traunstein.

Die Zielgruppe ist nicht ohne Grund gewählt worden. Jung gebliebene, aktive Senioren wollen immer länger mobil bleiben. Mit "iMo" soll es im ländlichen Raum ermöglicht werden, einfach und komfortabel aktuelle Mobilitätsangebote zu nutzen. Grundidee ist die Vernetzung zwischen Angebot und Nachfrage von Verkehrsdienstleistungen. Neben den klassischen ÖPNV-Angeboten sollen zum Beispiel auch soziale Fahrdienste, Bürgerbus und Sammeltaxi einbezogen werden.

Ziel ist es, alle aktuellen Fahrangebote mit Status, Standorten und Zielen zentral zu erfassen und darzustellen. Das Informieren, Anfordern und Buchen - die alte Dame vor der Arztpraxis kann das Taxi auch gleich per Knopfdruck bestellen - wird über einfach zu bedienende mobile Endgeräte und Dienste ermöglicht. Unterstützen soll dies ein onlinefähiges Informationssystem, das aktuell und ortsabhängig Anfragen und Angebote vergleicht und passende Fahrgelegenheiten anbietet. Der Dienst soll sowohl über Internet als auch über mobile Geräte und das Telefon nutzbar gemacht werden.

Es sollen mehrere Varianten von Nutzerdiensten und Endgeräten, inklusive einer "Call-Center"-Lösung, also einer telefonischen Vermittlungsstelle, entwickelt und getestet werden. In der Endphase des Projekts soll ein groß angelegter Feldversuch in beiden Landkreisen helfen, erste Erfahrungen zu sammeln und den Bedarf zu ermitteln.

Bei der Auftaktveranstaltung im Priener Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) legten alle Beteiligten ihre Vorstellungen dar. Aber zum Beispiel auch Seniorenbeauftragte reden mit und bringen Wünsche und Anforderungen ihrer Altersgruppe mit ein. Die Federführung obliebt dem Priener Projektzentrum des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) mit Leiter Wolfgang Inninger an der Spitze.

Mit "Protime" sowie "Lange & Fendel Software" sind zwei weitere im LKZ ansässige Firmen mit an Bord. Beteiligt sind unter anderem auch der Regionalverkehr Oberbayern (RVO), die Oberste Baubehörde Bayern, AOK, Malteser sowie die "VCE Verkehrslogistik Consulting & Engineering". Sie stellt mit Nicole Wagner auch die Projektleiterin.

db/Chiemgau-Zeitung

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