Kommune baut Schwimmsteg für 220.000 Euro

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Fraueninsel - Einstimmig hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung den Haushalt der Gemeinde Chiemsee für 2011 mit einem Gesamtvolumen von rund 1,9 Millionen Euro verabschiedet.

Dominierende Maßnahme ist der Bau des öffentlichen Weststegs. Zum Ausgleich des Etats will die Kommune einen Kredit über 100.000 Euro aufnehmen.

Allerdings erhält ihn die Gemeinde nicht vom Kreditmarkt, sondern vom Hauptnutzer der geplanten Schwimmsteganlage, dem Wassersportverein Fraueninsel (WVF). Die Gemeinde tilgt dieses Darlehen auf eine Laufzeit von 20 Jahren.

Gleichzeitig bekomme die Kommune vom WVF für die Benutzung des Schwimmsteges ein Nutzungsentgelt in Höhe des Schuldendienstes für diesen Kredit, erläuterte Sachbearbeiter Karl Heitauer von der Verwaltungsgemeinschaft dieses Vorgehen, das allein steuerliche Gründe habe.

Die Gemeinde erwartet die Genehmigung für die Tektur der Schwimmsteganlage durch das Landratsamt Traunstein in diesen Wochen und will anschließend mit dem Bau beginnen. Die Kosten für den Steg sind auf insgesamt rund 220.000 Euro netto veranschlagt. Wegen der Verzögerung im Genehmigungsverfahren hatte die Gemeinde schon im vergangenen Jahr rund 100.000 Euro für die Fertigung der Betonschwimmteile ausgeben müssen.

Im Haushalt 2011 sind für den Schwimmsteg, die Sanierung der Stege in Gstadt mit Kameraüberwachung sowie Beleuchtung und Sanierung des Uferdammes im Bereich des Weststegs noch insgesamt fast 155.000 Euro veranschlagt. Davon sind fast 74.000 so genannte Haushaltsausgabereste aus dem Vorjahr, also Geld, dass für bestimmte Maßnahmen bereitgestellt, aber nicht abgerufen worden war.

Der Verwaltungshaushalt des laufenden Jahres summiert sich auf gut 690.000 Euro, 8,61 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Der Vermögensetat, mit dem die Investitionen abgewickelt werden, hat ein Volumen von gut 223.000 Euro - über die Hälfte weniger als im Vorjahr. Allerdings stehen angesparte Haushaltsausgabereste aus den Vorjahren von fast 230.000 Euro zusätzlich für Investitionen zur Verfügung, also sogar mehr, als der Vermögenshaushalt ausmacht.

Personalausgaben und die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Breitbrunn machen zusammen gut 132.000 Euro beziehungsweise 19,14 Prozent (Vorjahr 21,84 Prozent) des Verwaltungshaushaltes aus.

Mit jeweils 300 vom Hundert bleiben die Hebesätze bei den Grundsteuern A und B sowie der Gewerbesteuer unverändert.

Die Gewerbesteuereinnahmen sind mit 50.000 Euro genau so hoch angesetzt wie 2010, die Einkommenssteuer mit 66.000 Euro (7000 mehr als im Vorjahr).

Die Schlüsselzuweisung des Staates steigt um 5000 auf 113.000 Euro, die Kreisumlage vermindert sich um 20.000 auf 113.000 Euro.

Im Vermögenshaushalt sind außer den Ausgaben für die Stege größere Finanzmittel eingeplant für den Ankauf eines neuen Gemeindefahrzeuges sowie die Sanierung der Wasserleitung und des Grüngutsammelplatzes, außerdem mögliche Kosten für den Abschluss der energetischen Sanierung des Gemeindehauses. Wie wiederholt berichtet, haben dort derzeit die Gutachter das letzte Wort. Ein Ergebnis der Untersuchungen ist noch nicht bekannt.

th/Chiemgau Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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