Konrad Roider wird neuer Kaplan in Prien

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Prien - In seiner neuen Aufgabe als Kaplan ist es Konrad Roider wichtig, "dass die Menschen etwas von meinem Glauben sehen und etwas auf sie abstrahlt".

Als Konrad Roider zwei Minuten zu spät zum Treffen mit der Chiemgau-Zeitung auf den Parkplatz am Priener Pfarrhof fährt lächelt er entschuldigend aus dem Seitenfenster - er stand im Urlauberstau. Der 28-Jährige lächelt gern und viel - die positive Lebenseinstellung ist dem künftigen Priener Kaplan ins Gesicht geschrieben.

Ab September wird der "stolze Laufener", wie er von sich selbst sagt, Monsignore Bruno Fink bei der vielfältigen Arbeit im Pfarrverband Prien unterstützen. Just zu der Zeit, wenn der Pfarrverband, zu dem dann neben Greimharting, Wildenwart und Hittenkirchen auch noch die bisher eigenständige Pfarrei Rimsting gehören wird, offiziell zusammenwächst.

Konrad Roider ist ab 1. September Kaplan im Pfarrverband Prien.

Ende Juni war Roider im Mariendom zu Freising zum Priester geweiht worden - der vorläufige Höhepunkt einer kirchlichen Laufbahn, die sich schon im Kindesalter abzuzeichnen begann. Bereits als Vierjähriger war er beleidigt, wenn ihn seine Mutter nicht mit zur Christmette nehmen wollte, weil er "noch zu klein war". Jahre später wuchs er als Ministrant ins kirchliche Leben seiner Heimatpfarrei hinein - und bekam ein neues Bild. "Als kleiner Bub dachte ich, der Pfarrer wohnt in der Sakristei und kommt nur zu den Gottesdiensten heraus", lacht Roider.

Spätestens als der Laufener nach dem Abitur 2002 am Rottmayr-Gymnasium in seiner Heimatstadt ein sogenanntes Interessentenwochenende im Münchener Priesterseminar verbrachte, stand für den jungen Mann aus einer gläubigen Familie fest: Er will Pfarrer werden. Vielleicht hat auch sein Urgroßonkel dabei eine Rolle gespielt. Der war Pfarrer und den Kelch von der Primiz seines Vorfahren aus dem Jahr 1905 hat Roider auch für die eigene verwendet.

Rückblickend sieht er seinen Weg als "gewachsene Berufung, die ich schon immer im Herzen getragen habe". In München sah er auch das weitverbreitete Vorurteil widerlegt, dass die Pfarrer "betend durch die Gänge schweben", lacht Roider schon wieder.

Obwohl noch jung an Jahren, weiß er aber sehr wohl auch um die schweren Stunden des Priesterdaseins. Prägend war für ihn, als er innerhalb weniger Wochen zwei 18 und 20 Jahre junge Unfallopfer mit zu Grabe tragen musste. "Da muss man stark sein, das ist nicht so einfach."

Natürlich gab es auch Menschen in seinem Umfeld, die dem Berufswunsch skeptisch gegenüberstanden. Vorallem mit seiner fünf Jahre älteren Schwester hat Roider oft und lange darüber diskutiert. "Irgendwann hat sie es eingesehen."

Vor seinem zweijährigen Pastoralkurs in Moosburg hatte Roider während des Studiums das Glück, die Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst in Rom hautnah miterleben zu dürfen. Prägend waren für ihn aber auch Praktika, die er sich bewusst und gezielt ausgesucht hatte - in der Krankenpflege und im Jugendgefängnis in Laufen.

In seiner neuen Aufgabe als Kaplan ist es ihm wichtig, "dass die Menschen etwas von meinem Glauben sehen und etwas auf sie abstrahl". Schwerpunkte seiner Arbeit werden unter anderem die Ministranten- und Jugendarbeit sein. Seinen ersten Gottesdienst wird der Kaplan am Sonntag, 11. September, in Rimsting halten. Besonders liegt ihm die Liturgie am Herzen, "wo ich die Welt hinter mir lassen kann, um in einer anderen Ebene Kraft aus Gott zu schöpfen". Und während er das sagt lächelt Roider.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

Rubriklistenbild: © dpa

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