Kosten über 50 Millionen Euro

+
Eine Momentaufnahme ist dieses Luftbild der RoMed-Klinik Prien, wie das Kreiskrankenhaus jetzt offiziell heißt. Das Gesundheitszentrum (oben) ist fertig, das Seebettenhaus (rechts) steht noch. Die Abrissarbeiten für diesen Trakt beginnen noch im November.

Prien (CH-Z) - Die Generalsanierung und Erweiterung der RoMed Klinik Prien, des früheren Kreiskrankenhauses, wird nach neuesten Prognosen über 50 Millionen Euro kosten.

Der Kreistag hat der weiteren Finanzierung in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Nach der Fertigstellung des neuen Gesundheitszentrums (GHZ), in dem derzeit mehrere Facharztpraxen eröffnen, stehen als nächstes Abriss und Neubau des Seebettenhauses bevor.

Der Kreistag habe der weiteren Finanzierung in nichtöffentlicher Sitzung zugestimmt, teilten die RoMed-Kliniken mit. In diesem Unternehmen sind das Klinikum Rosenheim sowie die drei Kreiskrankenhäuser Prien, Wasserburg und Bad Aibling unter einem Dach vereint. Über das Abstimmungsergebnis des Kreistags ist nichts bekannt.

Die ersten beiden Baumaßnahmen in Prien-Harras sind bereits abgeschlossen. Die neue Elektrozentrale hat rund zwei Millionen Euro gekostet. 1,6 Millionen davon sind durch Fördermittel gedeckt.

In diesen Tagen gehen nun die Bauarbeiten am Gesundheitszentrum (GHZ) zuende. Der fünfstöckige Bau schließt nördlich an den bisherigen Komplex an. In ihm sind mehrere Praxen, zwei ambulante Operationssäle und Privatstationen in den beiden oberen Etagen untergebracht.

Die Kosten für das GHZ wurden im Kreistag nochmals auf 14,2 Millionen Euro nach oben korrigiert. Zuletzt hatte Landrat Josef Neiderhell beim Richtfest öffentlich von 13,5 Millionen gesprochen. Die Investitionssumme soll sich großteils über Mieteinnahmen amortisieren. Einige Fachärzte, die mit ihren Praxen in den nächsten Wochen Schritt für Schritt ihren Betrieb im GHZ aufnehmen, hatten entgegen den ersten Planungen einen vollständigen Ausbau ihrer Räume vornehmen lassen, was sich in höheren Kosten, aber künftig auch in höheren Mieten niederschlägt. Bei den ersten Kostenschätzungen vor Jahren war noch von einer Gesamtsumme von unter zehn Millionen für das GHZ ausgegangen worden.

Das Gesundheitszentrum wird der Öffentlichkeit bei einem Tag der offenen Tür am Samstag, 14. November, vorgestellt.

Der Kreistag hat nun auch der Finanzierung für die weitere Generalsanierung zugestimmt. Deren Kosten werden aktuell auf 34,15 Millionen Euro geschätzt, rund drei Millionen mehr als noch vor einem Jahr. Wie beim GHZ gilt auch hier die Verteuerung von Baumaterialien als ein Grund für die Kostensteigerung.

RoMed-Direktor Franz Huber, früherer Vorstand der Triamed-Kliniken, also der drei Kreiskrankenhäuser, nannte als weitere Ursache umfangreichere "Interimsmaßnahmen" als bisher vorgesehen. Für die Übergangsphase zwischen Abriss und Neubau der beiden Bettenhäuser müssen einige hochtechnisierte Fachabteilungen verlegt werden, zum Beispiel die Endoskopie und die Patientenaufnahme.

Um die Vorgaben der neuen Energieeinsparverordnung zu erfüllen, werden laut Huber auf dem Dach eines der beiden neuen Bettenhäuser großflächige Sonnenkollektoren angebracht. Auch zusätzliche Brandschutzmaßnahmen haben seinen Angaben zufolge zur Kostensteigerung geführt.

Schließlich wurden noch die Pläne für die Krankenhauskapelle geändert. Sie soll, mit zirka 90 Sitzplätzen größer als ursprünglich vorgesehen, auf dem Dach eines der beiden geplanten Bettenhäuser neu entstehen.

Von den 34,15 Millionen Euro für die Generalsanierung sind Huber zufolge nach heutigem Stand 13,75 Millionen durch öffentliche Fördermittel gedeckt. "Einhelliger Tenor im Kreistag war, dass der Landkreis zu seiner Aufgabe der Daseinsfürsorge mit Nachdruck steht", schreiben die RoMed-Kliniken in einer Presseerklärung.

Der erste Bauabschnitt sieht den Abbruch und Neubau des so genannten Seebettenhauses vor. Vorbereitende Maßnahmen laufen bereits seit August. In diesen Tagen wurden die ersten Patienten ins GHZ verlegt, deren Privatstationen mit Platz für bis zu 48 Betten zunächst als Übergangsquartier genutzt werden. Die Abbrucharbeiten starten noch in diesem Monat. Der Neubau kann voraussichtlich ab März 2010 beginnen. Mit der Fertigstellung wird für Ende 2011 gerechnet.

Im zweiten Bauabschnitt ab März 2012 sind dann Abbruch und Neubau des Südbettenhauses geplant. Es soll Ende 2013 fertig werden.

Im GHZ, dessen fünf Etagen durch einen verglasten Panoramaaufzug mit Seeblick erschlossen werden, sind unter anderem ein Ambulantes Therapiezentrum der Medical Park AG, eine orthopädische und eine urologische Praxis sowie eine für Plastische und Ästhetische Chirurgie untergebracht.

db/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser