Unfallstatistik 2010: Es krachte 1114-mal

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1114 Verkehrsunfälle nahmen Beamte der Priener Polizeiinspektion (PI) 2010 auf.

Prien - 1114 Verkehrsunfälle nahmen Beamte der Priener Polizeiinspektion 2010 auf. Damit krachte es im Dienstbereich zwischen Halfing und Sachrang deutlich öfter als im Jahr zuvor.

Die Zahl der Verletzten blieb aber nahezu unverändert. Die deutliche Zunahme sei fast ausnahmslos auf Kleinunfälle, also Blechschäden, zurückzuführen, erläuterte PI-Verkehrssachbearbeiter Anton Schauer beim jährlichen Sicherheitsgespräch (wir berichteten) mit den Bürgermeistern.

Eine 18-Jährige starb 2010 bei Halfing im Wrack ihres Pkws. Ein Paketzusteller war mit 0,41 Promille mit seinem Kleinbus auf die Gegenfahrbahn geschleudert und frontal gegen den Wagen der jungen Frau geprallt. In den drei Jahren davor hatten jeweils vier Menschen auf den Straßen im PI-Bereich ihr Leben verloren.

Die Zahl der Verletzten blieb Schauer zufolge 2010 mit 253 im Jahresvergleich nahezu unverändert, die der Schwerverletzten ging von 62 auf 45 deutlich zurück. 119 der 205 leicht Verletzten saßen in einem Auto, immerhin 48, also etwa jeder Vierte, auf dem Fahrrad. Die meisten Verletzten, nämlich zehn, forderte der Zusammenstoß eines Pkws auf schneeglatter Fahrbahn mit einem voll besetzten Kleinbus der Wendelsteinwerkstätten zwischen Frasdorf und Achenmühle bei Thal.

Hauptunfallursache waren im vergangenen Jahr mit 293 Fällen und großem Abstand Fehler beim Abbiegen und Wenden, wobei hier meist ältere Autofahrer als Verursacher festgestellt wurden.

Zweithäufigster Grund war zu schnelles Fahren. 89-mal krachte es deswegen, jüngere Fahrer waren hier überproportional beteiligt. Schauer schränkte allerdings ein, dass im langen Winter bei manchem Unfall in dieser Kategorie nicht so schnell gefahren wurde wie erlaubt, aber eben zu schnell für die Witterungsverhältnisse.

Zu tief ins Glas geschaut hatten 2010 21 Verkehrsteilnehmer, die Unfälle bauten. Darunter waren auch einige Zweiradfahrer, wie eine 40-Jährige, die am Lederer Berg bei Bad Endorf mit 2,28 Promille mit ihrem Mofa stürzte und sich mittelschwer verletzte, ein Radler, der bei Bernau im Dunkeln und ohne Licht von einem Autofahrer übersehen und schwer verletzt wurde, oder ein Radler, der nördlich des Hartsees bei Eggstätt mit 2,16 Promille stürzte und sich schwer verletzte.

Ein Dauerbrenner für die PI-Beamten sind Unfallfluchten. Seit drei Jahren liegt deren Zahl jenseits der 200er-Marke, die Aufklärungsquote 2010 bezifferte Schauer auf 41,4 Prozent.

Ein zunehmendes Problem sind Schauer zufolge auch Wildunfälle. Jedes Jahr würden es mehr, 2010 waren es nahezu 200 Autofahrer, die sich bei der Priener Polizei meldeten, nachdem sie ein Tier überfahren hatten.

Eine große Belastung sind für den Verkehrsexperten und seine Kollegen auch die vielen Veranstaltungen im Jahresverlauf, bei denen Beamte der PI für Sicherheit sorgen sollen. Mehr als 250 waren es im vergangenen Jahr, über die Hälfte mit sportlichem Hintergrund. Schauer kündigte an, dass aus personellen Gründen künftig noch mehr auf die örtlichen Feuerwehren zurückgegriffen werden müsse, um Veranstaltungen zu überwachen.

2278-mal mussten im vergangenen Jahr PI-Beamte einschreiten, weil Verkehrsteilnehmer zu schnell dran waren, als sie vom Radarblitz oder Lasergerät erfasst wurden. Die Polizei kontrolliert fast ausschließlich außerhalb geschlossener Ortschaften, innerorts ist dies Sache eines Zweckverbands, der im Auftrag der Kommunen blitzt. Die meisten Raser ertappte die Polizei im Bereich Bernau (541), knapp gefolgt von Frasdorf (523) und Bad Endorf (518).

Auch im Bereich Aschau (497) und Halfing (453) wird oft schneller gefahren als erlaubt, in allen anderen Gemeinden sind die Raser-Zahlen zweistellig - mit einer Ausnahme: In Gstadt steht in der Jahresstatistik eine glatte Null. Inwieweit der Pappkamerad eines österreichischen Gendarmen mit Radargerät in einem Privatgarten am Ortseingang auf Höhe des Hofangers dabei eine Rolle spielt, ist nicht bekannt.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

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