Kreisel bekommt eine Wasserfontäne

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Übersee - Die Würfel sind gefallen: Das Herzstück der Freiflächen, die 280 Quadratmeter große Insel im Kreisverkehr, wird danach einen Quellstein mit einer Wasserfontäne erhalten.

Bei einer Nein-Stimme hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend für den Entwurf der Gemeindeverwaltung über die freien Flächen am Unterführungsbauwerk in der Ortsmitte entschieden.

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Zeit und Kosten stimmen (mit Bildern)

Bürgermeister Marc Nitschke hatte vor kurzem die Bevölkerung öffentlich zur Mitgestaltung aufgerufen. Es sei ihm ein großes Anliegen, dass sich die Überseer Bürger mit entsprechenden Ideen in die Gestaltung rund um das Jahrhundertbauwerk einbringen, hatte er wissen lassen. Bei den Freiflächen ging es um die Mitte des Kreisverkehrs, das 1200 Quadratmeter große Innere der Einschleifung und die etwa 350 Quadratmeter große Anschlussfläche zur Bahn.

Auf den Aufruf hatten sich acht Bürger per Telefonat, E-Mail und sogar mit einer ausgearbeiteten Planung gemeldet. Wie Nitschke in der Sitzung erläuterte, war unter Federführung des Zweiten Bürgermeisters Ludwig Ertl (Freie Bürgerliste) ein zusätzlicher, "finanziell gut vertretbarer Vorschlag" von der Gemeindeverwaltung erarbeitet worden.

"Als Dauereinrichtung nicht zu verspielt"

"Wir haben für diesen Entwurf versucht, alle eingereichten Vorschläge zu bündeln", betonte Ertl. Man sei sich einig gewesen, dass die Gestaltung etwas mit dem Ort zu tun haben müsse. Auch sollte sie nicht zu verspielt und eine Dauereinrichtung sein.

Nach den Worten des Garten- und Landschaftsbauers sieht die Planung im Mittelpunkt der Kreisverkehr-Insel einen Quellstein mit Wasserfontäne in einem mit Findlingen ausgelegten Wasserbecken vor. Als Umrandung ist eine Pflanzfläche, etwa mit Buchskugeln und Lavendelflächen gedacht. Eine gepflegte Rasenfläche, eventuell mit dem Ortswappen, soll schließlich die Insel des Kreisels außen einrahmen.

Naturnah und parkähnlich ist die große Freifläche in der Umschleifung konzipiert worden, durch die ein gewundener Kiesweg aus Mineralbeton mit Bänken und Sitzsteinen geht. Laut Ertl sind weiterhin drei Fahnenmasten für fest stehende Fahnen, Baumgruppen, eine Böschungsbepflanzung aus heimischen Zier- und Wildsträuchern mit einer Wildblumenwiese sowie eine mehrjährige Staudenbepflanzung auf grauer Schotterfläche vorgesehen. Der Rest solle Rasenfläche werden.

Nach Ertls Schilderung soll der dritte Bereich hauptsächlich der Abschirmung zur Bahn dienen. Diesen Zweck würden eine Hainbuchenhecke und eine gemähte Wiese erfüllen.

Nahezu alle Gemeinderäte signalisierten weitestgehend ihre Zustimmung zu diesen Plänen. Lediglich an der Gestaltung des Kreisels entzündeten sich Bedenken. So wies Werner Linzmeier (SPD) auf die Einschränkungen der Wasserfontäne im Winter hin und schlug stattdessen ein Boot oder, wie auch Fraktionskollege Franz Gnadl, ein Kunstobjekt vor. Wolfgang Hofmann (Bayernpartei) sah zudem Gefahren für Kinder, "denn Wasser verführt einfach zum Pritscheln".

Etliche Argumente hatte auch Oliver Engels (CSU) gegen das Wasser auf der Mittelinsel: "Wir müssen mit Folgekosten rechnen, haben bereits zwei Brunnen in der Ortsmitte und hätten nur sieben Monate im Jahr Freude daran." Er sprach sich eindeutig für ein Boot aus. Was die eingeschränkten Wasserfreuden im Winter betraf, wies Ertl auf eine mögliche Winteralternative mit einer Beleuchtung des Quellsteins hin.

Ebenso wie Paul Reichl (CSU), befürwortete auch Alois Huber (CSU) die Wasserfontäne: "Da ist Leben drin, da rührt sich was." Bis auf Engels stimmten schließlich alle Gemeinderäte dafür, dass der Entwurf der Gemeindeverwaltung umgesetzt werden soll.

vd/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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