Krippe erfordert neues Regelwerk

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Rimsting - Im September nimmt die erste Rimstinger Kinderkrippe ihren Betrieb auf. Die neue Einrichtung bedingte auch eine Überarbeitung der gemeinsamen Benutzungsverordnung für die dann drei kommunalen Kinderbetreuungseinrichtungen.

Auf dem Papier sind es nur zwei: der Kindergarten Greimharting und die "Wurzelkinder" Rimsting - unter diesem Begriff sind der Kindergarten, der diesen Namen schon trug, und die neue Krippe zusammengefasst.

Durch diese "Fusion" der beiden benachbarten Häsuer können Synergieeffekte, beispielsweise gegenseitige Vertretungen des Personals, einfacher organisiert werden.

Diese Zusammenlegung ist eine der wesentlichen Änderungen in der Neufassung der Benutzungsverordnung, die der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig absegnete.

Der Leiter der Finanzverwaltung, Martin Obermüller, erläuterte die Neuerungen, die in Zusammenarbeit mit den Leiterinnen der Kindergärten und der Krippe erarbeitet worden seien.

Mit zwölf zu fünf Stimmen lehnte der Rat mehrheitlich einen Antrag von Zweitem Bürgermeister Andreas Fenzl ab, die Reihenfolge zu ändern, die für die Aufnahme von Kindern in die Krippe maßgeblich ist. Fenzl hatte dafür plädiert, Familien mit einer besonderen Notlage an erste Stelle zu setzen.

Sie tauchen in der Rangfolge erst hinter dem Wohnort Rimsting als Kriterium, alleinerziehenden Berufstätigen und der Option, Kinder bis zu vier Jahren unter bestimmten Voraussetzungen in der Krippe zu lassen, auf.

Das Gremium war mehrheitlich überzeugt, dass bei kurzfristigen Notlagen andere Möglichkeiten der Betreuung und Hilfe bestehen würden. Zudem könne bei längeren Notlagen sicher in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine Lösung gefunden werden.

Obermüller kündigte an, dass die "Zwergerlgruppe", ein Zusatzangebot der Kommune zum Kindergarten in Greimharting, ins Pfarrheim umzieht, in dem die Pfarrei kostenlos Räume dafür bereitstelle. Der Hintergrund: Bisher wurden die "Zwergerl" nachmittags betreut. Die Gemeinde wird aber ab September den Wünschen der Mehrheit aus dem Kreis der Eltern Rechnung tragen und die "Zwergerlgruppe" vormittags öffnen. Dies würde im Kindergartengebäude aber den zahlenmäßigen Rahmen sprengen.

Höchstwahrscheinlich nachgebessert werden müssen demnächst die Beiträge für Mittagessen. Ein neuer Lieferant wird alle drei Einrichtungen versorgen, mit dem noch nicht alle Details besprochen sind. Obermüller deutete an, dass unter anderem die gestiegenen hygienischen Anforderungen für den Transport des Essens eine Erhöhung erforderlich machen könnten. Die Verwaltung rechnet damit, das im Schnitt an die 30 Essen täglich benötigt werden.

Gemeinderat Johann Nußbaum (UWG) bat um eine Darstellung des finanziellen Beitrags der Gemeinde zum Krippenbetrieb. Diese "sicher nicht unerheblichen Sozialleistungen" sollten dargestellt werden. Der Kämmerer erklärte, dass die Kommune abzüglich der Elternbeiträge, des Staatszuschusses und des verpflichtenden Kommunalanteils alleine bei den Personalkosten rund 20000 Euro pro Jahr finanzieren müsse. Unter Berücksichtigung aller Kosten (Bau, Unterhalt und Betrieb) sei mit 2000 bis 3000 Euro pro Kind und Jahr an zusätzlicher Finanzierung zu rechnen.

Bürgermeister Josef Mayer wies abschließend darauf hin, dass die vielfältigen Angebote der Gemeinde für die Kinderbetreuung auch im Rathaus einen enormen organisatorischen und personellen Aufwand bedeuten würden.

Ziel sei es jedoch, den Bedarf der Familien in der Gemeinde möglichst umfassend zu decken.

th/db/Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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