Kommunalpolitik legt Bedarf auf 36 Ganztagsplätze fest - Bisher gibt es nur 14

Krippenplätze fehlen noch

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Prien - Immer öfter müssen Eltern ganztags arbeiten, um finanziell über die Runden zu kommen. Vor allem Alleinerziehende brauchen deshalb Plätze, wo ihre Kinder betreut werden.

Diesen Schluss lässt die so genannte Bedarfsfeststellung für Krippenplätze zu, die der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung getroffen hat.

Im März 2009 hatte die Verwaltung alle Eltern von Kindern bis 14 Jahre angeschrieben. Sie wollte wissen, in welchem Umfang in den nächsten Jahren voraussichtlich Betreuungsplätze in Kindergärten, Krippen und Horten benötigt werden. Etwa die Hälfte der Befragten hatte seinerzeit geantwortet.

In der neuen Festlegung durch den Marktgemeinderat, die maßgeblich ist für die Förderung von Investitionen und Betrieb in Kinderbetreuungseinrichtungen, ist aber nun auch die Überzeugung eingeflossen, dass gerade Krippenplätze immer öfter gefragt sind - und die Tendenz ist weiter steigend.

Im "Haus für Kinder Marquette" im Fliederweg, wo vor Jahren das "Burgschloss" als erste Krippe im Ort in mobilen Raumelementen geschaffen wurde, stehen bisher rein rechnerisch 14 Ganztagsplätze zur Verfügung. Belegt werden sie nach den individuellen Bedürfnissen der Eltern - zum Beispiel nur für Vormittage oder lediglich an bestimmten Wochentagen. Für die Planung ist eine regelmäßige verpflichtende Anmeldung nötig. Tatsächlich sind es deshalb 26 Mädchen und Buben bis drei Jahre, die dort betreut werden.

Bei der Befragung durch die Gemeinde vor eineinhalb Jahren war bereits ein Bedarf für 26 Ganztagsplätze ermittelt worden, also ein Dutzend mehr als vorhanden.

Aber die gesellschaftliche Entwicklung scheint auch diese Kalkulation inzwischen schon wieder überholt zu haben. In den Sitzungsunterlagen des Gemeinderats heißt es: "Mittlerweile ist festzustellen, dass bei den örtlichen Trägern der Kindertageseinrichtungen darüber hinaus noch mehr Anfragen für Krippenplätze (Wartelisten) erfolgt sind, so dass der wirkliche Bedarf bei über 30 liegt. Die Erfahrung auch in anderen Kommunen zeigt, dass der Bedarf an Krippenplätzen von Jahr zu Jahr steigt. Deshalb ist in den kommenden Jahren von einem Bedarf für drei Krippengruppen (36 Ganztagsplätze) auszugehen."

Dieser Einschätzung schloss sich das Gremium einstimmig an und bestätigte damit auch das Konzept für den Neubau des "Haus für Kinder Marquette", der in Absprache mit dem Träger, dem Diakonischen Werk", Wochen zuvor gebilligt worden war. Diese Planung sieht im vorgesehenen Gebäudekomplex ebenfalls Räume für drei Krippengruppen vor. Spätestens bis 2013 muss der Neubau stehen, sonst würden Fördergelder flöten gehen. Erst wenn der Betrieb dann läuft, soll der Altbau daneben abgerissen werden.

Ursprünglich waren nur zwei Krippen-, dafür drei Hort- und Kindergartengruppen vorgesehen. Rechtzeitig vor der politischen Entscheidung war das Konzept dann aber noch um eine Krippengruppe erweitert worden - und dafür bei den Kindergartenplätzen Abstriche gemacht worden. Auch das war eine logische Folgerung des Bedarfsermittlung. Denn weil geburtenschwächere Jahrgänge nachrücken, sind nach Feststellungen der Verwaltung nur noch 160 Plätze für Mädchen und Buben von drei bis sechs Jahren vonnöten. Drei Jahre zuvor, bei der letzten Elternbefragung, waren es noch 200.

Auch bei den Hortplätzen, bei denen auch Schulkinder mitgezählt werden, die mittags Betreuung inklusive Essen brauchen, rechnet die Gemeinde mit einem eher sinkenden Bedarf, weil die örtlichen Schulen ihre Angebote zuletzt deutlich ausgeweitet beziehungsweise sogar neue geschaffen haben.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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