"Kümmerer" um gemeinsame Sache

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Die Belebung des Zentrums durch neue Veranstaltungen und die Erweiterung etablierter Feste wie "Swinging Prien" (unser Bild) ist ein zentrales Anliegen der "PrienPartner".

Prien - Eine Hand voll Organisationen will gemeinsame Sache machen, damit Prien noch liebenswerter und attraktiver wird. Die "PrienPartner" haben sich für 2011 keine großen Sprünge, sondern realistische Ziele gesetzt.

Damit die erreicht werden, soll ein hauptamtlicher "Kümmerer" engagiert werden. Zuvor soll und muss der offizielle Schulterschluss in einem neuen Verein gelingen, ohne aber die beteiligten Vereine zu schwächen.

Schon vor zwei Jahren entstand die Idee, Kräfte zu bündeln. Seitdem haben die Beteiligten - Priener Tourismus GmbH (PTG), Verband Priener Unternehmer (VPU), Kur- und Tourismusverein (KTV), "WirteElf" und Bürgerrunde - in unzähligen Sitzungen und mehreren Arbeitsgruppen Gemeinsamkeiten und Ziele herausgearbeitet.

Im "Alpenblick" präsentierte Klaus Löhmann, Wirtschafts- und Tourismusreferent der Marktgemeinde sowie treibende Kraft der Initiative, am Dienstagabend die Ergebnisse.

Die angedachten Maßnahmen für den Start 2011 sollen die Attraktivität des Ortes steigern, Kaufkraft erhalten, Leerstände von Geschäften verhindern und möglichst das Sortiment der verfügbaren Waren im Ort erweitern - und vor allem auch "Priener für Prien begeistern", betonte Löhmann.

Entschieden sei noch nichts, betonte der Referent. Der Plan sieht vor allem die Erweiterung etablierter Veranstaltungen wie "Swinging Prien" vor, aber auch neue. Zur Diskussion stehen ein Antikmarkt oder ein Straßenkünstler-Festival.

Im Bereich Ortsentwicklung soll ein Beleuchtungskonzept für schöne Häuserfassaden entstehen und das fast vergessene System der Parkgeldrückerstattung bei Einkäufen gestärkt werden. Die Kaufkraft, also das Geld der Kunden, soll durch ein "Prientaler"-Gutscheinsystem gebunden werden.

Einigkeit herrschte im "Alpenblick" darüber, dass ein solcher Maßnahmenkatalog nicht mehr, wie bei Veranstaltungen und Aktionen einzelner Gruppierungen bisher, ehrenamtlich, sondern nur durch einen hauptamtlichen "Kümmerer" bewältigt werden kann. Dieser Profi sollte Löhmann zufolge idealerweise bei der PTG angesiedelt werden, denn dort könne er auf viele Ressourcen zurückgreifen.

Auch die Entscheidung des Marktgemeinderates für Bertram Vogel als künftigen PTG-Chef (wir berichteten) sei auf das Konzept abgestimmt. "Die neue Ausrichtung sehen Sie in der Besetzung der Spitze", machte Löhmann deutlich. Vogel, der zum Infoabend eigens angereist war, ist seit über zehn Jahren Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH in Regensburg.

Klar war allen Beteiligten, dass die Frage der Mitgliedschaft im angestrebten Verein, auch für Vogel die "pragmatischste" Organisationsform, "das A und O" ist. "Keiner soll sich übergangen fühlen", versprach Löhmann.

"In der Organisation liegt die Explosivität", war sich auch Bürgermeister Jürgen Seifert sicher. Er versicherte mit Zustimmung der drei anwesenden Räte, dass der Marktgemeinderat keinen Einfluss auf die Arbeit der "PrienPartner" ausüben werde. Der Beitrag der Kommune soll lediglich darin liegen, den finanziellen Beitrag, den die beteiligten Institutionen selbst aufbringen, zu verdoppeln.

Löhmanns Rechnung zufolge summieren sich die angestrebten Maßnahmen im Jahr 2011 auf 35000 Euro bei hochgerechneten 1300 Arbeitsstunden. Außen vor geblieben in der Kalkulation sind bisher Fördergelder, obwohl Löhmann und seine Mitstreiter zuversichtlich sind, dass von außen zusätzliches Geld fließt. Wie berichtet, hat die Marktgemeinde erst vor Wochen mit Unterstützung der "CIMA", einer Beratungsgesellschaft für "City-Management", einen Förderantrag für das Programm "aktive Stadt- und Ortsteilzentren" eingereicht. Darin finden sich zumindest Teile des angedachten Maßnahmenkatalogs wieder.

Die Struktur des "PrienPartner"-Vereins sieht vor, dass die Vorstandschaft gegenüber dem "Kümmerer" weisungsbefugt ist und von einem Beirat ergänzt wird, der sich wiederum aus gewählten Mitgliedern, Vertretern der Gemeinde sowie der Interessensgruppen Handel, Tourismus und Gewerbe zusammensetzt. Mitglied können Einzelpersonen werden, auch als rein fördernde Unterstützer, ebenso aber Vereine wie VPU, KTV und andere. Dabei soll vermieden werden, etablierte Organisationen zu schwächen.

Wie sensibel dieses Thema ist, zeigt sich auch daran, dass der VPU eigens eine Mitgliederversammlung für den heutigen Donnerstag anberaumt hat. Beim Infoabend fehlte die Vorstandschaft des Unternehmerverbands ebenso wie Vertreter der "WirteElf". Deren Sprecher hatte arbeitsbedingt kurzfristig absagen müssen.

db/Chiemgau-Zeitung

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