Neue Lastenfähre wieder außer Gefecht

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Die alte Fähre "Hochfelln" bewältigt derzeit wieder den Lastenverkehr von Mühln (Gemeinde Breitbrunn) zur Herreninsel. Nach den starken Regenfällen in der vergangenen Woche ist jetzt viel Wasser im Chiemsee - mit der Folge, dass Autos, die in Mühln auf die Fähre oder von ihr herunterfahren, größte Schwierigkeiten bekommen.

Chiemsee - Die neue Lastenfähre, die zwischen der Herreninsel und dem Festland verkehrt, ist schon wieder außer Gefecht gesetzt. Ein erneuter Schaden zwingt die "Herrenwörth", eine weitere Zwangspause einzulegen.

Erst im vergangenen Jahr hatte sie ihren Dienst auf dem Bayerischen Meer aufgenommen. Der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee scheint das Pech förmlich an den Fingern zu kleben. Das neue 1,5 Millionen Euro teure Schiff, eine Einzelanfertigung für den Lastentransport auf dem Chiemsee, kommt - begleitet vom Spott, den die Bürger etwa im Fasching aufgetischt hatten - einfach nicht richtig in Fahrt. Immer wieder gibt es Probleme mit der Technik. Nach der Pannenserie ist der Geduldsfaden auf der Herreninsel nun endgültig gerissen. "Die Ausfallzeiten sind sehr ärgerlich", sagte Josef Austermayer, der Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee, im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Im Juli war die "Herrenwörth" ins Wasser gesetzt worden. Holprig lief der Probetrieb. Immer wieder musste die Technik nachgebessert werden. Die Fähre pendelte nur wenige Wochen zwischen Breitbrunn-Mühln und der Herreninsel. Und dann gab es einen größeren Defekt: Eine der beiden Kupplungen quittierte den Dienst.

Nach der Reparatur nahm die Herrenwörth im März Fahrt auf. Dann sei sie "so richtig gelaufen" und "gut gegangen", so Austermayer. Doch die Freude währte nur drei Monate. In der vergangenen Woche stoppte wieder ein technischer Defekt die "Herrenwörth". An alter Stelle entstand neuer Schaden: Die Kupplung, die erst im Frühjahr ausgewechselt worden war, gab den Geist auf.

Reparatur dauert noch zwei bis drei Wochen

Ein bekanntes Procedere setzte ein: Wie zuletzt mussten wieder beide Motoren ausgebaut und in die Werft der Herstellerfirma in Andernach gebracht werden. Den Schiffsbauer treffe keine Schuld, sagte der Leiter der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee, vielmehr dessen Zulieferer, der die Kupplungen zur Fähre beigesteuert habe. In dem neuen Teil sei ein Fehler aufgetreten - und jetzt müsse wieder alles andere auch getestet und etwa auch auf Folgeschäden untersucht werden.

Der Hersteller bemühe sich nach Kräften - und so hofft Austermayer, dass die "Herrenwörth", die zurzeit an der Herreninsel liegt, in "zwei bis drei Wochen" wieder startklar ist. Bis dahin transportiert stellvertretend die "Hochfelln", die über 30 Jahre alte Fähre, Lasten über den See.

Die neuerliche Zangspause der "Herrenwörth" führt laut Austermayer zu keinen Beeinträchtigungen der Baumaßnahmen auf der Herreninsel. Der Freistaat hatte das neue Schiff eigens angeschafft, um einen Kran und andere Lasten, die der alten Fähre zu schwer waren, über das Wasser schaffen zu können. Sowohl die Sanierung des Schlosshotels, als auch der Ausbau der nördlichen Rohbauräume im Schloss laufen Austermayer zufolge "ganz normal". Die Schlossverwaltung liege mit den Arbeiten nach wie vor im Zeitplan. Gerade recht komme ihr, dass sie derzeit keine großen Lasten über den See transportieren müsse.

Auch für den neuerlichen Schaden muss die Schlossverwaltung nicht aufkommen. Die Reparatur läuft auf Garantie. Eins jedoch bleibt ihr: Sie muss sich weiter in Geduld üben, bis die neue Fähre ohne zu murren ihren Dienst tut.

pü/th/Chiemgau-Zeitung

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