Kurs auf "Burger King"

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Bernau - Ein "Fast-Food-Restaurant" plant ein Investor in der Nähe der Autobahnausfahrt Bernau. In der Nachbarschaft der Shell-Tankstelle ist nun ein "Burger King" vorgesehen.

Nach Angaben aus der Verwaltung im Rathaus ist an der Theodor-Sanne-Straße - und damit in der Nachbarschaft der Shell-Tankstelle - ein "Burger King" vorgesehen. Nachdem das Projekt schon seit einiger Zeit im Raum steht, will die Gemeinde dem Bau nun den Weg ebnen.

Im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplanes drückt sie aufs Tempo. Am Donnerstagabend hat der Gemeinderat mit 16:3 Stimmen einen Entwurf aufgestellt. Jetzt sind die Behörden am Zug.

Landauf, landab entstehen immer mehr "Fast-Food-Restaurants". Bevorzugte Plätze sind die Ausfahrten der Autobahn. Ein Beispiel: Vor noch nicht allzu langer Zeit hat ein "McDonalds" an der Autobahnausfahrt Grabenstätt seinen Betrieb aufgenommen. Und so ein Schnellrestaurant ist nun auch in Bernau geplant - allerdings nicht "McDonalds", sondern "Burger King". Der Investor, der bereits in Piding eine Filiale der Kette aufgemacht hat, möchte nun, wie aus dem Rathaus zu erfahren war, auch am Chiemsee Fuß fassen.

Bereits seit einiger Zeit steht der Investor mit dem Grundstückseigentümer in Kontakt. Auch im Rathaus sind die Pläne schon lange bekannt. Bislang jedoch warten Grundstückseigentümer und Investor immer noch auf grünes Licht für das Projekt - sprich auf eine Genehmigung des Vorhabens. Mittlerweile scheinen sie nach der langen Wartezeit ungeduldig zu werden. So machte Bürgermeister Klaus Daiber im Gemeinderat am Donnerstagabend kein Hehl daraus, dass die Angelegenheit jetzt "dramatisch wird". Ein "gewisser Druck" von Seiten des Grundstückseigentümers und des Investors auf die Kommune sei, wie er auf Nachfrage aus dem Gremium einräumte, nicht von der Hand zu weisen.

Mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes will die Gemeinde die Voraussetzung für eine Genehmigung des "Fast-Food-Restaurants" schaffen. Im gleichen Atemzug möchte sie jedoch nicht nur auf dieser einen Fläche für die Errichtung des "Burger Kings" Baurecht in die Wege leiten, sondern auch noch den angrenzenden Grund und Boden bebaubar machen.

Insgesamt umfasst der angestrebte Bebauungsplan "Theodor-Sanne-Straße Nordwest" drei Gundstücke von drei Eigentümern. Einer besitzt rund 4000 Quadratmeter, einer 6000 und einer 3000. Letztere Fläche liegt in der nordwestlichen Ecke des Bebauungsplanes - und der Eigentümer dieser Fläche steht mit dem Investor in Kontakt, der das "Fast-Food-Restaurant" plant. Auf den anderen beiden Grundstücken seien, so die Angaben aus der Gemeindeverwaltung, noch keine konkrete Bauvorhaben angedacht.

Nach einigen Diskussionen in der Vergangenheit hat der Gemeinderat am Donnerstag einen Entwurf für den Bebauungsplan auf die Beine gestellt. Die Behörden sind nun aufgefordert, Stellung zu nehmen.

Im Gemeinderat kam jetzt unter anderem eins zum Ausdruck: Das Gremium legt Wert darauf, dass sich Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich sicher bewegen können. Angesichts des Bauvorhabens sagte Philipp Bernhofer (Bernauer Liste), dass künftig wohl vor allem mit jugendlichen Radfahrern zu rechnen sei - und dass somit unbedingt ein Radweg angelegt werden müsse.

Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes ist ein Geh- und Radweg an der Bundesstraße 305 sowie in dessen Verlängerung an der Theodor-Sanne-Straße vorgesehen. Der Tenor im Gremium: Für die Radler, die sich aus dem Ort heraus dorthin begeben, müsse man nun endlich einen Weg schaffen.

Christian Hügel (CSU) sagte, dass der Bebauungsplan "insgesamt eine schwere Geburt" sei. Und weiter: "Schade" sei, dass nicht alle Grundstückseigentümer "so kooperativ" seien, wie sich das die Gemeinde wünsche. Trotzdem sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, diesen Bereich, den die Gemeinde schon seit längerem als Gewerbegebiet betrachte, zu entwickeln. Schließlich sei das Klima in der Wirtschaft jetzt "günstig" für Investitionen.

In seinem Entwurf für den Bebauungsplan hat der Gemeinderat die seitliche Wandhöhe für die Gebäude auf maximal 6,5 Meter festgesetzt, die Giebelhöhe auf neun Meter. Damit sind ein- und zweigeschossige Bauten möglich. Das "Fast-Food-Restaurant" werde jedoch, wie Daiber berichtete, nur über ein Geschoss verfügen - was Bernhofer kritisierte. Denn wenn schon Fläche versiegelt werde, dann sollte sie besser genutzt werden.

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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