Neues Lager für 150 Schiffe

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Das Fundament für die neue Schiffslagerhalle in der Stippelwerft wird demnächst fertig sein.

Prien - Die Marktgemeinde hat mit der Modernisierung ihres Sportboothafens begonnen. In den nächsten Monaten entsteht auf dem Gelände der Stippelwerft eine Halle, die Platz für rund 150 Schiffe im Winterlager bieten wird.

Wegen des schwierigen Untergrunds in Seenähe steht der Bau auf 37 Pfählen.

Im Juli hatte die alte Halle ausgedient und wurde abgerissen. Sie war Baujahr 1963 und galt als einsturzgefährdet.

Derzeit wird das Fundament für den 62,50 Meter langen und 16 Meter breiten Bau gegossen. Es lagert auf 37 Pfählen, deren Außenhaut aus einer Art Gusseisen ist und die mit Beton gefüllt wurden. Sie ragen bis zu 18 Meter in den Untergrund und sind nötig, um dem Bau Halt zu geben. Grundwasser und Seeton sorgen auf dem Werftgelände mitunter für Bewegung.

Bei der alten Halle ging manchmal nach dem Winter das Tor nicht mehr auf, weil sich das Gebäude bewegt hatte. Das soll in Zukunft nicht mehr vorkommen. Im Vorfeld war eigens ein Baugrundgutachten erstellt worden, um den Boden zu erforschen.

Die Halle entsteht parallel zum Uferweg, ist von dort aus aber wegen der dichten Büsche und Bäume kaum zu sehen. Sie wird etwas breiter als der Vorgänger. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Boote in den letzten Jahren immer größer geworden sind. Etwa 150 von insgesamt 200 Schiffen, die im Sportboothafen überwintern, werden in der neuen Halle Platz finden.

Am 7. September soll die Montage der eigentlichen Halle beginnen. Eine Spezialfirma aus Osterhofen fertigt die Einzelteile für die Holzkonstruktion. Die größten Stücke, die nach Prien zur Endmontage transportiert werden müssen, sind die über 16 Meter langen Leimbinder, die das Satteldach tragen werden. Es wird mit sogenanntem Trapezblech gedeckt.

Für die Maßnahme sind 400.000 Euro veranschlagt. Der Marktgemeinderat hatte den Bau im Frühjahr mit großer Mehrheit gebilligt.

Der Neubau einer zweiten Halle in Ufernähe war seinerzeit zurückgestellt worden, um die Planung noch einmal zu überarbeiten. In diesem Bau, über den der Marktgemeinderat möglicherweise im Oktober endgültig zu entscheiden hat, werden unter anderem das Hafenmeisterbüro und das Vereinsheim des Segelclubs Prien Chiemsee (SCPC) untergebracht. Der heutige Bau ist in seiner ursprünglichen Fassung schon 60 Jahre alt.

Die Kosten für die Modernisierug ihres Sportboothafens hat die Marktgemeinde insgesamt bisher auf insgesamt 1,17 Millionen Euro geschätzt. Als der Marktgemeinderat das Vorhaben im Frühjahr zurückstellte, tat er dies aber auch mit dem Ziel, Kosteneinsparungsmöglichkeiten auszuloten. Dies sollte im Dialog mit dem SCPC geschehen.

In die überlegungen spielt außerdem der Wunsch mit hinein, einen durchgängigen Fußgängerweg am Seeufer von den Schären über das Strandbad bis zur Stippelwerft zu schaffen. Die kostenlose öffnung des Strandbads war ursprünglich für heuer angestrebt, scheiterte aber vorerst an den technischen Möglichkeiten des Kassensystems. Theoretisch könnten Prienavera-Gäste mit ihrem "Coin", also der Plastikmünze, auf der Daten gespeichert sind, durch das Strandbad das Gelände verlassen, ohne zu bezahlen.

Zwischenzeitlich wurde ein Landschaftsarchitekt beauftragt, einen Plan für einen solchen ufernahen Spazierweg zu entwickeln, erklärte Bürgermeister Jürgen Seifert auf Anfrage. Das Ergebnis liegt aber noch nicht vor.

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