"Laichkraut" wuchert im Chiemsee

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Wie dicke Teppiche zieht sich das Laichkraut durch den Schafwaschener Winkel. Der neunjährige Rafael hat es sichtlich schwer, die großen Pflanzenmengen aus dem Wasser zu ziehen.

Rimsting - Nach der "Indischen Wasserpest" bereitet nun das "schmalblättrige Laichkraut" der Gemeinde sorgen. Es gedeiht im Wasser des Schafwaschener Winkels des Chiemsees.

Bis jetzt weiß noch niemand, wie diese Pflanze ins Bayerische Meer gelangt ist.

Rimstings Bürgermeister Josef Mayer sprach dieses Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rathaus an. Die Gemeinde versuche zwar, Abhilfe zu schaffen, besonders mit dem wiederholten Einsatz der "Seekuh". Diese Spezialmaschine "grast den See ab" und verhindert übermäßiges Wachstum von Unkraut und Algen. Die "Seekuh" habe inzwischen zumindest die Einfahrten des gemeindlichen Seglerhafens und die Strände vom "Laichkraut" freigeschnitten, berichtete Mayer.

Er informierte das Gremium über Klagen, vor allem von Besitzern von Booten, die mit einem Elektromotor ausgestattet sind. Das "Laichkraut" wickle sich um die Schraube und bringe sie unweigerlich zum Stillstand. Es sei dann sehr schwer oder fast unmöglich, die Schraube schnell wieder von der Pflanze zu befreien.

Mayer erklärte auch, dass ihm bisher noch niemand habe sagen können, wieso die Pflanzen auf einmal entstehen und woher sie kommen.

Die Chiemgau-Zeitung sichtete das "schmalblättrige Laichkraut" vor Ort. Es zieht sich in der Bucht, aus der Ferne zu erkennen, wie ein breiter brauner Teppich von Schafwaschen fast bis zur Strandanlage. Bootsbesitzer sollten diesen Bereich also bis auf Weiteres besser meiden, denn das Kraut würde sich unweigerlich um die Bootsschraube wickeln und sie lahmlegen.

Laut Internet-Lexikon "Wikipedia" sind Laichkräuter "ausdauernde (mehrjährige), im Gewässergrund verwurzelte Tauch- oder Schwimmblattpflanzen, deren unscheinbar grünliche Blütenstände zur Windbestäubung aus dem Wasser ragen".

Wie wiederholt berichtet, hatte in den vergangenen Jahren die "Indische Wasserpest", eine andere wuchernde Pflanze, im Schafwaschener Winkel negativ von sich reden gemacht. Nach dem wiederholten Einsatz der "Seekuh" türmten sich zeitweise Berge dieser Pflanzen auf der Strandanlage. Jetzt ist die "Indische Wasserpest" offensichtlich aber wieder verschwunden.

Der Bürgermeister brachte in der Sitzung noch ein weiteres Problem zur Sprache. Demnach tauchen die Graugänse wieder vermehrt im Gemeindegebiet auf und verschmutzen die Liegewiesen mit ihren Hinterlassenschaften. Dieses Problem habe sich jedoch inzwischen wieder entschärft, weil die Vögel offensichtlich wieder andere Plätze rund um den Chiemsee bevorzugen. Die Gemeinde hatte Mayer zufolge zwischenzeitlich jeden Tag die Liegewiesen in der Strandanlage vom Gänsekot reinigen müssen. Vor Jahren hatte Rimsting bundesweit Schlagzeilen gemacht, als die Gemeinde angesichts einer massiven Plage einen "Gänsevergrämer" als Ein-Euro-Jobber verpflichtet hatte, der die Tiere verjagte.

th/Chiemgau-Zeitung

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