Landkreis fördert Förderzentrum

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Rektor Hans-Jürgen Brandl und einige Schüler lesen auf dem neuen Info-Bildschirm im Eingangsbereich, was es Neues gibt. Dort stehen nicht nur Pausenregeln und wichtige Termine, sondern zum Beispiel auch, welcher Schüler Geburtstag hat oder dass sich alle an der neuen Fußmatte am Eingang den Schmutz von den Schuhen gründlich abtreten sollen.

Prien - Das erste Zwischenzeugnis fällt sehr gut aus. Vor einem halben Schuljahr ist das Förderzentrum ins frühere Goethe-Institut (GI) eingezogen.

Rektor Hans-Jürgen Brandl, sein Kollegium und die knapp 90 Kinder freuen sich immer noch über ihr eigenes Schulhaus. Damit im September auch die Kinder aus den Außenstellen Neukirchen und Söchtenau in Prien unterrichtet werden können, baut der Landkreis einen Teil des Gebäudekomplexes heuer für voraussichtlich 2,4 Millionen Euro um.

Im Frühsommer 2010 war der Markt Prien durch den Verkauf an den Landkreis seine Schulden losgeworden, die er beim Bau des damaligen GI Ende der 1990er Jahre aufgenommen hatte. Die Tilgung war problematisch geworden, als die Europäische Logistik Akademie Chiemsee geschlossen hatte und die Mieteinnahmen für die Gemeinde weggefallen waren.

Zeitgleich stand ein 3,5 Millionen Euro teurer Anbau der Franziska-Hager-Schule im Raum, denn durch die Umwandlung zur Mittelschule mit Ganztagsklassen und weiteren Zusatzangeboten stieg dort der Raumbedarf. Weil das Förderzentrum, das in der Hagerschule Mieter war, auszog, sparten sich Prien und die umliegenden Gemeinden des Schulverbands den Anbau.

Genauso groß wie im Rathaus über die Lösung war auch die Freude von Kollegium und Schülerschaft, als alle gemeinsam zum Schuljahresbeginn im Herbst ihr neues Domizil in Beschlag nehmen durften. In den Sommerferien hatte der Landkreis auf die Schnelle durch Umbauten die Voraussetzungen geschaffen. Unter anderem mussten Wände herausgerissen und draußen ein Pausenbereich angelegt werden.

"Helle Räume" und die "ruhige Lage" sind die ersten Vorteile, die Brandl im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung zum neuen Förderzentrum einfallen - und der Rektor strahlt dabei mit der Sonne durch die großen Fensterscheiben der Pausenhalle um die Wette. Die sechs Klassen und eine sogenannte Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) haben sich ganz offensichtlich bestens eingelebt.

Weil das Förderzentrum im neuen Heim mehr Platz hat, konnten im laufenden Schuljahr schon einige Verbesserungen in die Tat umgesetzt werden. Ein Schulpsychologe und die Jugendsozialarbeiterin bezogen eigene Büros, die Schule richtete erstmals eine eigene Bücherei ein.

Da der Pausenraum im Erdgeschoss sehr großzügig ausfällt, bietet er ausreichend Platz für die stetig steigende Zahl von Kindern, die ganztags betreut werden. 24 Mädchen und Buben sind es derzeit, die Mitarbeiter der Diakonie und Lehrer gemeinsam bis 16.30 Uhr in zwei Gruppen unter ihre Fittiche nehmen.

Im Herbst werden Brandl zufolge zwei weitere Klassen der Außenstelle Söchtenau und eine SVE ins neue Priener Stammhaus umziehen. Dann werden nur noch die Jahrgangsstufen sieben bis neun im Kloster auf der Fraueninsel ausgelagert sein und auch bleiben. Deshalb hat der Landkreis dort bereits umfangreich saniert, unter anderem eine Küche, einen EDV-Raum und ein neues Lehrerzimmer geschaffen.

Damit die beiden Söchtenauer Klassen und die Vorschulkinder der SVE aus Neukirchen am Simssee ab September gute Bedingungen in Prien vorfinden, rücken mit Beginn der Osterferien die Bauarbeiter an. Sie werden den westlichen Teil des L-förmigen Gebäudekomplexes in Beschlag nehmen. Dort sind bisher auf drei Etagen Einzel- und Doppelzimmer, in denen früher die GI-Studenten aus aller Welt wohnten.

Bis zum Jahresende wird der Landkreis Rosenheim als Träger der Schule nach Angaben von Pressesprecher Michael Fischer rund 2,4 Millionen Euro in den Umbau investieren. Aus kleinen Wohn- werden im Laufe der nächsten Monate größere Fachräume und Klassenzimmer. Unter anderem entstehen ein naturwissenschaftlicher, ein Rhythmik-, ein Mehrzweckraum und eine Lehrküche.

Nach diesen Arbeiten ziehen Verwaltung und SVE ins Erdgeschoss des Westtrakts um. Anschließend wird Fischer zufolge während der Sommerferien im östlichen Gebäude umgebaut. Im Bereich der jetzigen Verwaltungsräume entsteht ein Klassenzimmer. Die Theke im Eingangsbereich weicht einem Werkraum.

Vermutlich ab September werden die Arbeiten im westlichen Gebäude fortgesetzt - und zwar in dem Bereich, der vom Gang aus gesehen nördlich liegt. Im Erdgeschoss werden die SVE und ein "Mobiler Dienst" untergebracht. Dessen Arbeit ist wichtig für die Aufnahme in das Förderzentrum. Der erste Stock ist unter anderem für das Lehrerzimmer und ein "Silentium" (Betreuungs- und Ruheraum) vorgesehen, im Obergeschoss wird ein zusätzlicher Einzeltherapieraum entstehen.

Der Umbau der Außenanlagen wird wahrscheinlich erst 2012 begonnen, sagte Fischer der Chiemgau-Zeitung. Unter anderem sind ein Spielfeld mit Kunststoffbelag, ein Klettergerüst, ein Spielhügel und eine Spielterrasse sowie ein Sandkasten geplant.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

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