Bohrplatz: Läuft hier Gift ins Erdreich?

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Viele Protestplakate stehen in der Region um Mauerkirchen.

Bad Endorf – Laufen am vieldiskutierten Bohrplatz am Langbürgner See giftige Stoffe ins Erdreich? Auf derartige Hinweise folgte eine Untersuchung des Abfallwirtschaftsamtes. Das Ergebnis:

Vor wenigen Tagen hat der Sprecher der Initiative David gegen Goliath, Bernhard Fricke, gegen die Erdgasbohrungen am Langbürgner See, das Landratsamt zu speziellen Boden-Untersuchungen aufgefordert. Nach einer von Fricke erstellten umfassenden Fotodokumentation, sollen in Mauerkirchen im Osterbachweg deutlich sichtbar giftige Stoffe ins Erdreich auslaufen.

Bei dem Gelände handelt es sich um den geplanten Bohrplatz für die Erdgasbohrungen der RAG Austria. Das Landratsamt hat darauf einen Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsamtes hingeschickt, um zu überprüfen ob eine Gefährdung des Grundwassers besteht.

Zur Anfrage von Bernhard Fricke nimmt der Landkreis Rosenheim wie folgt Stellung:

Der Eigentümer des mutmaßlichen Erdgasbohrplatzes im Bad Endorfer Ortsteil Mauerkirchen wird aufgefordert, einen Bauantrag zur Prüfung der nachträglichen Genehmigungsfähigkeit der Auffüllung zu stellen. Zudem wird er verpflichtet alle Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen.

Der Bodenaushub von einer Baustelle bestehend aus Mutterboden und Kies war heuer von einem Bauunternehmen auf das Grundstück des mutmaßlichen Erdgasbohrplatzes verbracht worden. Der Grundstückseigentümer planierte ihn ein, um nach eigenen Angaben das Grundstück besser bewirtschaften zu können. Eine Überprüfung durch einen Mitarbeiter des Sachgebiets Wasserrecht am 5. Dezember ergab, dass es sich bei dem einplanierten Stoff augenscheinlich um Erdaushub handelt.

In zwei Gräben wurde ein geringer Wasserstand festgestellt. Eine Gewässerbelastung durch flüssige Stoffe wie Mineralöl oder feste Stoffe wie Holz oder Kunststoff lag nicht vor. Der oberflächlich sichtbare Film ist natürlichen Ursprungs. Da die bearbeitete Fläche größer als 500 Quadratmeter ist und zudem im Außenbereich liegt ist das Einplanieren des Bodenaushubs genehmigungspflichtig.

Bei einer Überprüfung des Grundstücks durch einen Mitarbeiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft am 27. November wurden etwa fünf Kubikmeter holzige Abfälle und Wurzelstöcke sowie ein Teil eines Drainagerohres, ein Teil von 40 Zentimeter Länge und drei Plastikplanen außerhalb der Auffüllung festgestellt. Der Grundstückseigentümer wurde schriftlich aufgefordert, die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen und einen Entsorgungsnachweis vorzulegen.

Die zuständige Polizeidienststelle in Prien hat keine Ermittlungen gegen die Grundstückseigentümer aufgenommen. Die Beamten waren am 15. November vor Ort um sich ein Bild von den Aktivitäten der Gegner der Erdgasbohrung zu machen. (Zur Info: Am 15. November planierte der Grundstückseigentümer den Erdaushub)

Die Aufforderungen einen Bauantrag zu stellen und die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen wurden bereits an die Grundstückseigentümer versandt.

kmr/Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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