Bau von Lebensmittelmarkt beginnt

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Bernau - Nach jahrelangen Diskussionen hat der Bau eines Lebensmittelmarktes an der Rottauer Straße in Bernau begonnen.

Die Ebster Bau GmbH in Henndorf im Salzburger Land errichtet das Gebäude. Sie will - wie Geschäftsführer Peter Ebster auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung mitteilte - bis Ende November fertig sein und den Markt an Penny zum Einrichten übergeben. Der Discounter werde dann vor Weihnachten seine Tore öffnen.

Kein anderes Bauvorhaben hat die Gemüter in Bernau in den vergangenen Jahren immer wieder so sehr erhitzt wie die Pläne für den Lebensmittelmarkt am südlichen Ortsrand von Bernau. Die Auseinandersetzungen gipfelten in einem Bürgerentscheid im September 2008: Hauchdünn war die Mehrheit, die dem Bau schließlich den Weg ebnete.

Angestoßen hatte das Projekt die Auerbräu AG in Rosenheim. Das Unternehmen trieb die Planung auf seinem Grundstück Schritt für Schritt voran. Nach der Genehmigung durch das Landratsamt verwirklicht nun aber nicht die Brauerei das Vorhaben, sondern die Ebster Bau GmbH: Das Unternehmen in Rosenheim verkaufte das Grundstück an der Rottauer Straße.

Die Österreicher errichten den Markt und vermieten ihn dann an den Rewe-Konzern. Sie erfüllen die Auflage der Gemeinde Bernau und holen sich, wie Ebster bestätigte, Penny ins Haus. Um nicht noch einen weiteren Discounter im Ort zu bekommen, hatte die Kommune gefordert, dass Penny seinen bestehenden Standort an der Rottauer Straße auflöst und in den Neubau einzieht.

Die Ebster Bau GmbH will langfristig in Bernau präsent bleiben. Nach Angaben ihres Geschäftsführers plant sie nicht, den Markt nach dem Bau zu verkaufen. Im Gegenteil, das Unternehmen werde ihn in seinen eigenen Händen behalten und vermieten. Der Vertrag mit Rewe, so Ebster, laufe 15 Jahre.

Morgen Protestversammlung

Begonnen hat der Bau des Marktes mit dem Erdaushub. In den nächsten Wochen und Monaten will die Ebster GmbH die Arbeiten auf der Baustelle zügig vorantreiben. Sie greift tief in die Tasche: Nach Angaben des Geschäftsführers betragen die Investitionen einschließlich der Ausgaben für das Grundstück "zirka 2,5 Millionen Euro".

Doch nicht so sehr der Bau selbst, der jetzt entsteht, vielmehr die neun angrenzenden Bäume stehen zum Auftakt der Bauarbeiten im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. So ist in den vergangenen Tagen in der Bürgerschaft die Sorge umgegangen, dass möglicherweise all diese alten Bäume an der Rottauer Straße dem Markt zum Opfer fallen. "Sie sind eine Augenweide für Einheimische und Urlauber", sagt Dr. Rainer Pausch. Mit Gleichgesinnten will er sich nun für einen Fortbestand stark machen: Am morgigen Samstag um 11 Uhr treffen sie sich alle unter der großen Weide an der Abzweigung der Ulmenstraße laut Pausch zu einer "Protestversammlung".

Im aufgestellten Bebauungsplan ist vorgesehen, die bestehenden Bäume zu entfernen und für Ersatz an anderen Stellen zu sorgen. Schließlich muss man Platz für die Verbreiterung der Rottauer Straße schaffen. Denn für die Lieferanten und Kunden, die aus Richtung Rottau kommen, ist eine Linksabbiegespur zum Markt geplant.

Daiber: Maximal drei Bäume kommen weg

Zwischen der Gemeinde und dem Bauherrn haben inzwischen Gespräche stattgefunden. Das Ergebnis: Von der Möglichkeit, alle Bäume zu entfernen, machen sie, wie sie auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung versichern, keinen Gebrauch. Von den neun Bäumen müssen laut Bürgermeister Klaus Daiber "maximal drei" entfernt werden.

Auch und gerade der Bauherr will, wie er auf Anfrage betonte, die Baumreihe an der Rottauer Straße erhalten. Die Ebster Bau GmbH habe ein "fertiges Projekt" übernommen, sagte der Geschäftsführer. "Die Problematik, dass alle Bäume weg müssen, haben wir nicht gekannt." Das Unternehmen fühle sich ökologischen Grundsätzen verpflichtet und schone so auch gewachsenen Baumbestand.

Auch die alte Weide, die an der Abzweigung der Ulmenstraße steht, wird nach Angaben von Daiber und Ebster stehen beiben. "Wir haben eine Woche investiert, um das Bestmögliche zu erreichen", freute sich der Geschäftsführer über eine gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister.

Gernot Pültz/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © re

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