GWC: Linde und Dr. Zeitler jetzt dabei

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Bad Endorf - Nach zahlreichen verbalen Attacken wurden gestern mit großer Mehrheit bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Gesundheitswelt Chiemgau (GWC) AG Dieter Linde und Dr. Horst Zeitler neu in den Aufsichtsrat gewählt.

Damit ist der Aufsichtsrat der GWC AG mit insgesamt neun Personen wieder vollständig. Jürgen Bach (Höslwang) und Robert Fischer (Rimsting) wurden zu Ersatzmitgliedern bestimmt.

Die Nachwahl war notwendig geworden, da auf der letzten tumultartigen Hauptversammlung drei Aufsichtsräte, unter ihnen der Aufsichtsratsvorsitzende, ihr Amt unter Protest niedergelegt hatten (wir berichteten ausführlich). Bereits zum 1. Januar war Markus Kühbandner neu in den Aufsichtsrat durch die Marktgemeinde Bad Endorf bestimmt worden. Die Stimmberechtigten konnten gestern die Kandidaten nur im Block und nicht einzeln wählen. Es wurden insgesamt 58513 Stimmen durch 100 Bevollmächte und 318 Nein-Stimmen bei keiner Enthaltung und ungültigen Stimmen abgegeben.

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Ging die Wahl selbst schließlich zügig und ohne Komplikationen über die Bühne, sorgten zuvor Zwischenfragen an Vorstand und Aufsichtsrat für Unruhe. Besonders die hartnäckige Forderung von Seiten einiger Aktionäre, dass Aufsichtsratsmitglied Andreas Krug sein Mandat niederlegen solle, führte zu einiger Aufregung. "Sie kleben an Ihrem Stuhl, machen Sie den Platz frei", erklärte unter Applaus ein Aktionär. "Sie gehören zu den alten Seilschaften und haben viele Fehler gemacht, verlassen Sie den Posten", so ein anderer. Krug selbst, der zu den Vorwürfen im einzelnen nicht Stellung nahm, betonte, dass einige seiner Entscheidungen in der Vergangenheit sicher falsch waren, doch "dazu stehe ich". Im Nachhinein sei man immer klüger. "Ich klebe nicht am Amt, ich mache es gerne, ich bleibe", so Krug. Auf Nachfrage des Oberbayerischen Volksblattes erklärte er, dass er bis einschließlich 2013 gewählt sei. "Ich habe vor, solange auch mein Mandat auszufüllen."

Oliver Wiedehold, Vorstand der SCI AG und wortgewaltiger Aktionär, kritisierte das "Rausmobben" von qualifizierten Aufsichtsratsmitgliedern in der Vergangenheit. "Ich vermisse ein Wort des Dankes an diese Herren", so Wiedehold. Zufrieden zeigte er sich über den Ausgang des Streits wegen der Anfechtungsklage SCI AG gegen GWC AG. Eine Gruppe von Aktionären klagt gegen in ihren Augen völlig überflüssige Prüfberichte, die nur erhebliche Kosten verursachten, aber zu keiner notwendigen Klärung beitragen. In einem gerichtlichen Vorverfahren hatten sich die beiden Parteien nicht einigen können, so sei kein Kompromiss zustande gekommen. "Der Ausgang ist offen, doch scheinen die Äußerungen des Richters unserer Sichtweise zuzuneigen", meinte der Aktionär. Auf seine brisante Frage, ob denn die beiden neu zu wählenden Aufsichtsräte auch Aktien am Unternehmen halten, wollten sich Dr. Zeitler und Linde noch kurzer Besprechung nicht äußern.

Hieronymus Stockinger, frischgebackener Aufsichtsratsvorsitzender, der erstmalig die Hauptversammlung leitete, meinte dazu, dass auch er bislang keine GWC-Aktie besitze, "trotzdem kann man seine Arbeit gut machen".

Schon zu Beginn der Hauptversammlung hatte Stockinger darauf hingewiesen, dass Fragen zum Geschäftsergebnis auf der kommenden Hauptversammlung zu stellen sind.

So wurde die Frage nach dem Stand des Gerichtsverfahrens gegen den ehemaligen GWC-Vorstand Otmar Steßl wegen finanzieller Forderungen nur dahingehend beantwortet, dass zunächst die Zuständigkeit der Gerichte zu klären sei.

GWC-Vorstand Dietolf Hämel legte einen kurzen Bericht über die Entwicklung des Konzerns seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr vor. "Wir haben einen ordentlichen Start ins Jahr 2010 hingelegt. Wir liegen gut über Plan." Nicht nur das Geschäftsergebnis könne sich sehen lassen, auch die Kommunikation mit der Mehrheitsaktionärin, der Marktgemeinde Bad Endorf, habe sich deutlich verbessert. "Wir haben gegenseitig ein großes Stück Vertrauen gefasst. Der Austausch ist offen und fair." Mit der Zertifizierung der Simssee Klinik und der Klinik St. Irmingard in Prien sowie dem Ambulanten Reha-Zentrum und einer strategischen "Zukunftsagenda GWC" wolle er mit dem Konzern weiter in die gewinnbringende Zone segeln. Alle Unternehmensteile "stabilisieren sich auf hohem Niveau oder reduzieren ihr Defizit", so Hämel.

Sigrid Knothe/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © fkn

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