Löschen einmal lustig

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Ob in der Kriechstrecke oder beim Wasserspritzen – für fast 50 Mädchen und Buben gab es bei der Priener Feuerwehr viel Aufregendes zu erleben. Foto Berger

Prien - Tür und Tor geöffnet waren für 45 Kinder des gemeindlichen Ferienprogramms am Samstag bei der Feuerwehr und beim Roten Kreuz. Da gab es viel zu erleben, aber auch zu lernen.

Hautnah erfuhren die Mädchen und Buben, wie wichtig Feuerwehr und Rotes Kreuz für die Bevölkerung sind.

Die Tatsache, dass statt von 100 bis 150 Kindern, wie in den vergangenen Jahren, "nur" 45 gekommen waren, erklärte sich Feuerwehrvorstand Hans Herzinger teilweise mit dem schlechten Wetter. Und dass es heuer weniger Anmeldungen gab als zuletzt damit: "Viele Kinder haben diesen Ferienprogrammpunkt schon einmal mitgemacht und sich diesmal für andere Angebote entschieden."

Doch die Mädchen und Buben, die am Samstagnachmittag mit dabei waren, zeigten sich restlos begeistert. "Das war echt cool", schwärmte beispielsweise der achtjährige Elias Klauer, der gerade einen "Himmelsritt" auf der 30 Meter langen Drehleiter hinter sich gebracht hatte. "Mir war kein bisschen schwindlig, obwohl sich die Leiter drehte." Und es sei einfach toll gewesen, von so hoch oben auf Prien herunter zu sehen.

Auch die elfjährige Elisabeth Weidacher fand die Fahrt auf der Drehleiter am allerbesten unter allen Aktionen. Für ihre zwölfjährige Cousine Johanna Weingarten hingegen war das Ballabspritzen der Höhepunkt des Tages. Mit einem Feuerwehrschlauch durfte sie beim Zielspritzen einen großen Ball "tanzen" lassen.

"Besser geht's nicht mehr", jubelte der achtjährige Manuel Krechtner. Er wurde von einem Feuerwehrmann aus etwa drei Metern Höhe abgeseilt. Angst habe er dabei nicht gehabt, denn er sei ja mit einem Gurt "super gesichert" gewesen. Ein eindrucksvolles Erlebnis für die Kinder war es ebenso, als sie mit einem Wasserschlauch ein "Feuer" löschen durften. Herzinger und seine Mannen hatten das Lagerfeuer zuvor kontrolliert entfacht.

Bei der Führung durch das Feuerwehrhaus zeigte der Vorstand den Kindern sämtliche Einrichtungen. Am aufregendsten fanden die kleinen "Floriansjünger" die so genannte Kriechspur, wie sie bei den Fachleuten heißt. Wo sonst die großen Feuerwehrler mit Atemschutzgeräten hart trainieren, war es für die Mädchen und Buben ein richtiger Spaß, durch die enge Röhre zu kriechen.

Herzinger verriet aber auch, dass die hauseigene Kegelbahn viel Interesse bei den Ferienkindern weckte. "Da habe ich sie kaum noch herausgebracht", berichtete er lachend. Doch im Großen und Ganzen erkannten die Mädchen und Buben, dass die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrler immens wichtig ist. Und dass diese Männer oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere Leben retten.

Das Gleiche galt auch beim Besuch im benachbarten Rotkreuz-Heim. Dort wurde den Kindern gezeigt, was alles in einem Rettungswagen drin ist. Die Rotkreuzler führten Sofortmaßnahmen vor und zeigten den kleinen Gästen, wie sie sich in einem Notfall verhalten müssen.

Was für die Frauen und Männer beim Noteinsatz bitterer Ernst ist, lernten die Kinder als spielerische Gaudi kennen. Sie bekamen geschminkte "Wunden", wie im Kino oder Fernsehen. Doch als so manches Mädchen oder so mancher Bub die "Wunden" näher betrachteten, bekamen ihre Gesichter einen recht nachdenklichen Ausdruck.

Auch wenn die Teilnehemerzahl bei diesem Ferienprogrammpunkt nicht so groß war wie sonst, erwies sich der Tag bei der Feuerwehr und beim Roten Kreuz erneut als Renner - auch die zünftigen Brotzeiten zum Schluss der Aktionen.

Gertie Falk/Chiemgau-Zeitung

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