Logistische Trends gesetzt

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Die Lacher auf seiner Seite hatte Inselbürgermeister Georg Huber (nicht im Bild), als er die Gäste des Staatsempfangs in humorigen Worten mit Eigenheiten von Herrenchiemsee vertraut machte, allen voran Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Professor Dr. Josef Nassauer (links daneben), Geschäftsführer von "Bayern Innovativ".

Prien/Herreninsel - 200 Teilnehmer aus sieben Ländern, über 20 hochkarätige Referenten und ein Staatsempfang im Spiegelsaal von Schloss Herrenchiemsee: Zum sechsten Mal war Prien Mittelpunkt der mitteleuropäischen Logistik-Branche.

Beim Symposium "Logistik Innovativ" wurde auch ein neues, länderübergreifendes Projekt vorgestellt, dessen Fäden am Chiemsee zusammenlaufen.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil war Gastgeber des Staatsempfangs für mehrere hundert Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft am Mittwochabend auf Herrenchiemsee. Er fand lobende Worte für "Bayern Innovativ". Die Gesellschaft für Informations- und Wissenstransfer hatte das Symposium im Jahr 2000 mit dem Priener Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ) aus der Taufe gehoben und seitdem im zweijährigen Turnus ausgerichtet. Es hat sich in diesen zehn Jahren zu einer "internationalen Leuchtturmveranstaltung" entwickelt, auf der "Trends gesetzt werden", so der Minister.

Die sechste Auflage heuer stand unter dem Motto "Erfolgskonzepte - Nachhaltigkeit - globale Rahmenbedingungen". Zeil begrüßte es außerordentlich, dass ein Vormittag des Kongresses den Zusammenhängen zwischen Umwelt und Logistik gewidmet war.

Die Bedeutung der Branche als Transporteur von Waren machte der Minister mit dem Hinweis auf die Folgen der Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull deutlich.

Politisch forderte er eine Diskussion über die "Revitalisierung der sozialen Marktwirtschaft", sprach sich für die Stärkung von Eigenverantwortung, Privatinitiative und Leistungsbereitschaft sowie eine Gesetzeskultur aus, die entsprechende Freiräume lässt. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die bayerische Initiative zur Entbürokratisierung bei der Europäischen Union (EU) in Brüssel bald Früchte trägt.

Bei der Beseitigung der "Schwachstellen" in der bayerischen Verkehrsinfrastruktur, die Zeil bewusst sind, setzt er auf die Unterstützung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Die Lösung von Verkehrsproblemen, gerade im Sinne der Logistikbranche, sieht Zeil in "intermodalen Wegeketten", also in der intelligenten Kombination verschiedener Transportmittel.

Darauf setzt auch "Transitects". Die "Transalpine Transport Architects" - dafür steht der Projektname - sind ein Zusammenschluss von 16 Partnern aus vier Alpenländern. Drei Viertel des Budgets von 3,2 Millionen Euro, verteilt auf vier Jahre Laufzeit, trägt die Europäische Union (EU).

Federführend ist der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung. Koordiniert wird "Transitects" vom LKZ in Prien. Kernziel ist die Steigerung der Attraktivität des transalpinen Schienengüterverkehrs. In diesem Sektor hat sich das LKZ in jüngerer Vergangenheit durch andere Projekte bereits internationales Ansehen erworben.

Professor Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer von "Bayern Innovativ", zog zum zehnten Geburtstag des Symposiums ein rundum zufriedenes Fazit. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage seien heuer genauso viele Teilnehmer gekommen wie vor zwei Jahren, vor Beginn der Krise. Nassauer wertete dies auch als Beleg für die Qualität der Veranstaltung. Sie ging gestern zu Ende. Begonnen hatte sie am Montag mit einem "bayerischen Abend" im LKZ, wo die Teilnehmer von den Niederlanden bis Ungarn heimisches Brauchtum kennenlernten.

db/Oberbayerisches Volksblatt

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