Vom Lokführer zum Orchideen-Züchter

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Josef Reil +

Breitbrunn - Eine zahlreiche Trauergemeinde gab Josef Reil im Gemeindefriedhof das letzte Geleit. Der Lokbetriebsinspektor a. D. war im Alter von 80 Jahren nach einer längeren Krankheit gestorben.

Geistlicher Rat Johann Huber erinnerte in seiner Predigt beim Trauergottesdienst in der Pfarrkirche an das bewegte Leben von Reil, das in Wiesendorf bei Weiden begonnen hatte. Er wuchs dort in der kleinen Landwirtschaft seiner Eltern auf.

Bereits mit 14 Jahren begann er seine Lehre als Schlosser bei der Bahn in Weiden. Nachdem es dort keine Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung gab, ging er als 20-Jähriger nach München. Dort konnte er 1956 seinen Traumberuf als Lokführer verwirklichen. Mit Ehrgeiz und Fleiß machte Reil Karriere und schaffte es bis zur höchsten Stufe seiner Beamtenlaufbahn, zum Lokbetriebsinspektor.

Die vielen Nachtdienste, die unregelmäßigen Arbeitszeiten und besonders die mehrfachen Todesfälle, mit denen er als Lokführer konfrontiert wurde, machten ihm die weitere Ausübung des geliebten Berufs unmöglich und er trat in den Ruhestand.

1957 heiratete er seine aus Breitbrunn stammende Frau Mariele, geborene Bergmann, mit der er vier Kindern das Leben schenkte. Nach seiner Pensionierung zog die Familie nach Breitbrunn. Dort widmete er sich ganz seinen Hobbys. Besonders stolz war er auf seine immer blühenden Orchideen.

Als wichtigsten Punkt in seinem Leben habe Reil seine Familie betrachtet, wobei er besonders stolz auf seine sieben Enkelkinder gewesen sei, sagte der Geistliche. Nach einer schweren Darmoperation 2005 sei Krebs festgestellt worden, gegen den er bis zum Schluss gekämpft habe.

th/Chiemgau-Zeitung

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