Der "Kini" soll anziehen

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Prien - Die Landesausstellung zu Ehren Ludwigs II. und das Netzwerk der "Prien Partner" sollen dieses Jahr die Übernachtungszahlen in die Höhe schrauben.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

Ludwig und Prien Partner als Trümpfe

Prien - Kommunalpolitik und Priener Tourismus GmbH (PTG) setzen im Kampf um Gäste und Übernachtungen heuer vor allem auf die Landesausstellung "Götterdämmerung" und Impulse durch das Netzwerk der Prien Partner. 2010 war die Zahl der Übernachtungen im Jahresvergleich um knapp 6,4 Prozent zurückgegangen.

Gut 67.000 Urlauber buchten im vergangenen Jahr annähernd 207.000 Übernachtungen in Priener Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen, Gäste- und Gasthäusern sowie auf Campingplätzen. 2009 konnten bei der PTG noch 221.000 Übernachtungen gezählt werden. Das schlechte Wetter habe ebenso zu diesem Minus beigetragen wie die Folgen der Wirtschaftskrise, bilanzierte Martina Lehmann, kommissarische PTG-Geschäftsführerin, in der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Tourismusausschusses im Rathaus. Ein weiterer Grund seien "große Veränderungen" im örtlichen Hotelbereich. Eines der Häuser habe seine Ausrichtung geändert, bei einem zweiten gebe es Unklarheiten wegen der Meldescheine, präzisierte Bürgermeister Jürgen Seifert. Die Übernachtungsdaten des betreffenden Hotels und der PTG weichen offenbar deutlich voneinander ab. Allein 105.000, also mehr als die Hälfte aller Übernachtungen, entfielen in Prien 2010 auf die Hotels.

"Qualitätsoffensive" nötig

Inklusive der Einrichtungen, auf deren Auslastung die Arbeit der PTG kaum oder gar keinen Einfluss hat (Jugendherberge, Kliniken und Yachtschule), stehen im vergangenen Jahr 351.000 Übernachtungen in der Statistik, knapp 20.000 weniger als im Jahr davor.

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Lehmann, die nach dem Ausscheiden von PTG-Chef Ferdinand Reb zum Jahreswechsel und vor Amtsantritt von Nachfolger Bertram Vogel zum 1. April (der trotzdem an der Sitzung teilnahm) laut Seifert "Zahlen verkaufen muss, die sie nicht beeinflussen konnte", mahnte für die Zukunft eine "Qualitätsoffensive" an, was sich unter anderem in der Kategorisierung (Vergabe der Sterne) durch die PTG an die Beherbergungsbetriebe niederschlagen könnte.

Die Voraussetzungen zu schaffen, "dass wir Gäste am Ort behalten", nannte Seifert als eine der vordringlichsten Aufgaben. Während der Städtetourismus seit Jahren boomt und München, Nürnberg oder Würzburg zwei- stellige Zuwachsraten beschert, haben Tourismusregionen abseits der Metropolen mit Rückgängen zu kämpfen.

"Es kommt darauf an, sich als Destination zu behaupten", folgerte Wirtschafts- und Tourismusreferent Klaus Löhmann (CSU). Er forderte unter anderem, das Thema Hotelansiedlungen voranzutreiben. Seifert verwies in diesem Zusammenhang auf Bad Aibling, das mit einem neuen und einem generalsanierten Hotel zweistellige Zuwächse verbuchen konnte.

Hotelier und CSU-Gemeinderat Andreas Neuer mahnte an, darauf zu achten, dass Prien und der Chiemsee als "Zugpferd" im neuen, landkreisweiten Chiemsee-Alpenland-Tourismusverband (CAT) nicht untergingen. Der Verband an sich sei aber der "richtige Weg".

Als gutes Beispiel, um die Attraktivität Priens und das Interesse an der Marktgemeinde zu steigern, galt in der Sitzung der "Comedy- und Kabarett-Dschungel", den die PTG heuer erstmals im März, also in der Nebensaison, organisiert hat. Der Vorverkauf von neun der zehn Veranstaltungen läuft gut bis sehr gut, nur das Konzert des "Pasadena Roof Orchestra" liegt Lehmann zufolge noch hinter den Erwartungen.

Hoffnungen setzen Gemeinderäte und Touristiker heuer auch auf die Landesausstellung "Götterdämmerung" zum 125. Todestag von König Ludwig II. von Mitte Mai bis Oktober im Schloss Herrenchiemsee. Die PTG hat eine Reihe darauf zugeschnittener Angebote konzipiert, von einer Mondscheinwanderung auf der Insel mit Mitternachtsbuffet über thematisch zugeschnittene Ortsführungen bis hin zu einem Theaterstück. Ein Drehbuch liege bereits vor, verriet Seifert. Er sei "sehr zuversichtlich", dass dieses Stück auch zur Aufführung komme.

Einen Schub für die Vermarktung Priens erhoffen sich die Verantwortlichen auch durch die Prien Partner. Löhmann, den Seifert für sein Engagement zur Gründung dieses Verbunds lobte, informierte das Gremium über den Sachstand. Am Mittwoch, 16. März, will sich der Verband Priener Unternehmer (VPU) per Satzungsänderung in Prien Partner umbenennen. Neben dem VPU sollen und wollen sich in dem Netzwerk der Kur- und Tourismusverein (KTV), die Wirte Elf und die Bürgerrunde zusammenschließen. Ein hauptamtlicher "Kümmerer" soll in erster Linie Veranstaltungen kreieren und organisieren. "Wissen und Ideen sind da, aber wir brauchen einen professionellen Kümmerer, der Ehrenamtliche unterstützt und an die Hand nimmt", umriss Löhmann das Konzept.

"Aufbruchstimmung" in Prien

Die Gemeinde hat bereits finanzielle Unterstützung zur Beschäftigung dieses Fachmanns zugesagt, der bei der PTG angesiedelt werden soll, um Synergien nutzen zu können. Der Umfang der Arbeit des "Kümmerers" hängt auch davon ab, inwieweit diese Stelle im Rahmen des Förderprogramms "aktive Stadt- und Ortsteilzenten" berücksichtigt wird, für das sich Prien Ende 2010 beworben hatte (wir berichteten).

Seifert hat "allein durch die Diskussion" über die Prien Partner eine "Aufbruchstimmung" in Prien ausgemacht. "Wenn wir es schaffen, alle sechs Wochen einen Akzent zu setzen, können wir Prien sicher beleben", zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © Veranstalter/dpa

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