Bundesregierung soll Entscheidung noch einmal überdenken

Markt Prien gegen Isar 1

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Isar I.

Prien - Viele Gemeinden sind nicht einverstanden, dass die Bundesregierung die Laufzeit des Atomkraftwerkes Isar I in der Nähe von Landshut verlängert hat.

Traunstein hat die Entscheidung in Berlin kritisiert, auch Grassau und Bernau. In den Kommunen im Chiemgau rumort es. Viele Gemeinden sind nicht einverstanden, dass die Bundesregierung die Laufzeit des Atomkraftwerkes Isar I in der Nähe von Landshut verlängert hat. Auch die Marktgemeinde Prien hat sich jetzt an ihre Seite gestellt und an die Bundeskanzlerin und die Fraktionen im Bundestag appelliert, die Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Auf Antrag von Helmut Hepp, eines Bürgers in Prien, hat der Martgemeinderat mit großer Mehrheit beschlossen, ein Schreiben zu verfassen. Die Marktgemeinde sieht sich im "engeren Gefahrenbereich" des rund 100 Kilometer entfernten Meilers Isar I. Neben einer Abschaltung dieses Atomkraftwerkes fordert sie auch, Isar II auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Gegen die Verabschiedung des Appells stimmten Michael Anner, Martin Kollmannsberger (beide CSU) und Georg Fischer (CSU-Fraktion/parteilos).

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Stromkonzern Eon Isar I in diesem Jahr vom Netz nimmt. Die Bundesregierung verlängerte dann aber die Laufzeit des Meilers, der 1979 in Betrieb gegangen war und zu den ältesten Atomkraftwerken in Deutschland gehört, bis 2019.

Hepp hatte beantragt, auch die Marktgemeinde Prien möge an die hohe Politik appellieren, Isar I wie geplant in diesem Jahr abzuschalten und Isar II auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Er sei, wie er schrieb, "in Sorge um unsere Gesundheit" und in "Angst vor einer unberechenbaren Gefährdung für Leib und Leben aller Priener Bürger und aller Menschen bei einem Strahlenaustritt durch Flugzeugaufprall, Terroranschlag oder einfach durch Ermüdung aufgrund des hohen Alters des Reaktors".

Eleonore Pelzl (Mehr Demokratie für Prien) sagte in der Diskussion im Marktgemeinderat, dass Isar I bereits seit über 30 Jahren am Netz hänge und der "unsicherste Atommeiler in der Bundesrepublik" sei. Anner meinte hingegen, dass die Diskussion über die Laufzeitverlängerung von Isar I "kein Thema" für eine Beratung im Gemeinderat sei.

pü/Chiemgau-Zeitung

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