Kinderhaus "Marquette" zieht ins Förderzentrum

Prien - Während das Kinderhaus "Marquette" einen Neubau erhält und der Altbau abgerissen wird, müssen die Bewohner woanders untergebracht werden. Nun wurde eine Lösung gefunden.

Da musste Hans-Jürgen Schuster lachen: „Nein, völlig überraschend kommt die Zusage zu dem geplanten Neubau des Kinderhauses Marquette sicher nicht“, stellte der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde in Prien bei der Mitgliederversammlung des Kindergarten-Fördervereins fest. Schon seit vielen Jahren hatten er und seine engagierten Mitstreiter für eine zeitgemäße Lösung, sprich einen adäquaten Neubau im Fliederweg gekämpft. Der ist nun in greifbare Nähe gerückt. Gestern Abend stand der Bauantrag auf der Tagesordnung der Bauausschusssitzung des Marktgemeinderats (Bericht folgt).

Und auch für die Übergangszeit zeichnet sich eine sinnvolle Lösung ab, denn das Förderzentrum im Besitz des Landkreises (im ehemaligen Goethe-Institut an der Joseph-von-Fraunhofer-Straße) könnte die Kinder in der Zeit beherbergen, wenn der Altbau abgerissen und der Neubau noch nicht fertig ist. Nach Gesprächen mit dem Landrat, bei denen es um die Frage gegangen sei, was als Übergangslösung tauge, habe man zwei Modelle entwickelt, berichtete Schuster, der auch Klassenprüfer des Fördervereins ist. Eine Variante sei gewesen, die verschiedenen Betreuungseinrichtungen (Kinderkrippe, Kindergarten, Nachmittagsbetreuung) nacheinander zu bauen, die andere, eine Ausweichmöglichkeit zu finden, so Schuster.

Er bezeichnete die angedachte Unterbringung im ehemaligen Goethe-Institut als „ideal“. Dort gebe es trotz des Förderschulbetriebs genug Platz, die Kinder unterzubringen. Zudem werden dort die Sanitäranlagen umgebaut, weil das Förderzentrum auch zwei sogenannte Schulvorbereitende Einrichtungen (SVE) beherbergt. Die Sanitäranlagen sind dann also auch für kleine Kinder geeignet.

Personell hat sich beim Förderverein ein Wandel vollzogen. Wie Vorsitzender Rainer Pannenberg ausführte, beruhte dieser Wechsel in der Vorstandschaft und bei den Mitgliedern vor allem auf dem Umstand, dass viele einfach Nachwuchs hätten, der dem Kindergarten-Alter sprichwörtlich entwachsen sei.

Pannenberg dankte dem langjährigen ehemaligen Vorstand Dr. Gregor Rieger und der langjährigen Schriftführerin Lydia Loos. Als ganz wesentlichen Punkt sprach der Vorsitzende die Darstellung des Außenauftritts des Fördervereins an. „Wir werden zur Zeit nicht so richtig wahrgenommen“, das sei aber umso wichtiger, als der Verein von Spendengeldern abhängig sei. Derzeit werde deshalb auch an einem „Layout“ für einen eigenen Internetauftritt gefeilt, auch wenn der Verein auf der „Homepage“ der evangelischen Kirche vertreten sei.

Pannenberg zeigte sich „begeistert“, dass nun der Neubau anstehe. Nach Schusters Einschätzung könnte Anfang nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden, sagte er gestern auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung. Zuvor muss auch noch das Zuschussverfahren durchlaufen werden. Wenn alles optimal laufe, könnte das neue Haus für Kinder „Marquette“ Ende 2012 bezugsfertig sein.

Leiterin Karin Loos versprach, für die Eltern noch einen Informationsabend zu veranstalten, sobald der Zeitplan und die Einzelheiten endgültig feststehen.

Auf die Frage, wie sich der Verein beim Neubau am besten einbringen könne, wurde andiskutiert, dass vor allem die Gestaltung der Außenanlagen in den Fokus des Fördervereins falle. „Wenn der Gartenentwurf vorliegt, dann können wir vielleicht eigene Akzente setzen“, befürwortete auch Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth solche Bestrebungen. Die derzeit 69 Mitglieder zahlen einen Beitrag von rund 30 Euro im Jahr und, da 2011 das Kindersommer-Fest im Rahmen des Frühlingsfestes der Priener Tourismus GmbH (PTG) zwar schön, aber finanziell nicht so erfolgreich gewesen sei, regte Pannenberg an, sich für 2012 „Gedanken zu machen“. Ursächlich für die geringen Einnahmen war der Wegfall des Kuchenverkaufs und der Tombola beim Kindersommerfest im Eichental. „Wir müssen die Leute einfach wieder motivieren“, war Pannenberg zuversichtlich, dass 2012 wieder eine Tombola steigen könne. Die Erlöse aus dem Fest des Priener Kindersommers fließen Jahr für Jahr anteilsmäßig an die fünf örtlichen Betreuungseinrichtungen.

re/Chiemgau-Zeitung

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