Langbürgner See: RAG zieht sich zurück

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Standort Mauerkirchen am Langbürgner See.

Langbürgner See - Der österreichische Energieversorger RAG Austria beendet die Planungen zur Erdgasbohrung in Mauerkirchen. Das Projekt wird nicht weiter verfolgt.

Die Rag Austria hat am Freitag, 11. Januar, mitgeteilt, die Planungen zu den Erdgasbohrungen am Langbürgner See nicht weiter zu verfolgen. Grund dafür soll eine unternehmenspolitische Entscheidung des Vorstands im Rahmen der regelmäßigen Neubewertung des RAG-Projektportfolios im Ausland sein, heißt es auf der Homepage des Energieversorgers. Der Projektfokus des Unternehmens habe sich so verschoben, dass andere Projekte den Vorzug erhielten.

Mehr zur Mitteilung des Unternehmens:

"Auf Basis der in der Vorbereitung der Einreichungsunterlagen gewonnenen Erkenntnisse, die eine aufwändigere Umsetzung erwarten lassen, erfolgte eine zeitliche und wirtschaftliche Neubewertung des Vorhabens, die zu dieser Entscheidung geführt hat.

Die RAG wird weiterhin einen Beitrag zur dezentralen, heimischen Energieversorgung in Bayern leisten. Das Unternehmen wird mit seiner Lizenz für die Aufsuchung von Erdgas und Erdöl in Teilen des Freistaats Bayern seiner Verantwortung vor Ort gerecht und wird weitere Projekte in Bayern durchführen.

Heimische, dezentrale Energieversorgung ist ein wichtiger Baustein für eine sichere, bezahlbare und ökologische Energiezukunft. Erdgas ist ein wesentlicher Partner der erneuerbaren Energien. Die RAG ist mit ihren Sicherheits- und Umweltstandards international führend. Sie hat in den letzten Jahrzehnten über 1.000 Bohrungen erfolgreich durchgeführt.

Unternehmensportrait RAG: Die RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft ist das traditionsreichste Explorations- und Produktionsunternehmen Österreichs. Kerngeschäft ist die Aufsuchung und Förderung von Öl und Gas, sowie die Speicherung von Gas. Die RAG betreibt in Joint Ventures mit Gazprom und Wingas den Erdgasspeicher Haidach (Salzburg/OÖ) und gemeinsam mit E.ON Gas Storage den Speicher 7Fields (Salzburg/OÖ). Mit einer Speicherkapazität von nunmehr insgesamt rund fünf Mrd. Kubikmeter leistet die RAG mit eigenen Speichern und als technischer Operator einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und Mitteleuropas. Die Bevorratung von Rohöl als Pflichtnotstandsreserve, der Erdgashandel und Transport sowie Projekte im Bereich erneuerbarer Energien runden unsere Geschäftsfelder ab. Seit Bestehen des Unternehmens hat die RAG mehr als 15 Millionen Tonnen Rohöl und mehr als 24,5 Milliarden m³ Erdgas gefördert. Die Aufsuchungs- und Fördergebiete der RAG konnten in den letzten Jahren erweitert werden. RAG ist außerhalb Österreichs in Deutschland, Ungarn, Polen und der Ukraine tätig."

Erste Stimmen aus der Lokalpolitik:

Maria Noichl: Großes Bürgerinteresse hat die RAG zur Vernunft gezwungen!

"Mit großer Erleichterung kommentiert die SPD-Abgeordnete Maria Noichl das endgültige AUS der Planungen der Erdgarsbohrungen unter dem Langbürgner See. „Dass dieser Wahnsinn jetzt ein Ende hat, ist voll und ganz zu begrüßen“ ,strahlt Noichl „es bleiben aber offene Baustellen zurück: Das unsägliche Bergrecht, das die Bürger und Kommunen ausgrenzt und die offene Frage: Bezieht sich der Schutz eines Naturschutzgebietes nur auf die Oberfläche oder auch auf die Erd- und Steinschichten darunter?“

Noichl verspricht an diesen Punkten aktiv weiter zu arbeiten und gratuliert den Aktiven des Bündnisses gegen die Bohrungen zu ihrem Erfolg und ihrem Durchhaltevermögen."

Klaus Stöttner freut sich über Entscheidung der RAG:

"Wie die RAG Austria heute mitteilte, wird das österreichische Unternehmen die bisherigen Planungen zur Erdgasbohrung in Mauerkirchen im Landkreis Rosenheim nicht weiter verfolgen. Der Rosenheimer Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner begrüßte diese unternehmerische Entscheidung ausdrücklich und freute sich über den gemeinsamen Erfolg der Bürgerinitiativen und der Rosenheimer CSU-Mandatsträger. „Dies ist ein guter Tag für die Menschen im Landkreis Rosenheim“, betonte Stöttner. „Der gemeinsame Einsatz für den Erhalt unserer unberührten und schützenswerten Landschaft hat sich gelohnt.“

Erst in dieser Woche hatten Stöttner und Landrat Josef Neiderhell bei einem Gespräch mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Umweltminister Marcel Huber vor den großen Bedenken der Bürger in der Region gewarnt und die Minister um Unterstützung gebeten: „Die Energiewende können wir nur gemeinsam mit den Menschen schaffen, nicht gegen sie.“ Das Wohlergehen und die Gesundheit der Bevölkerung stehe an erster Stelle, sagte Stöttner. Daher hatte er auch gefordert, das Antragsverfahren der RAG Austria zu unterbrechen und die wasser- und naturschutzrechtlichen Fragen lückenlos und umfangreich zu prüfen und zu beantworten.

Dass die RAG nun aus unternehmenspolitischen Gründen von dem Vorhaben ablässt, bewertete Stöttner als ein gemeinsamen Erfolg: „Die Bürgerinitiativen in Breitbrunn und Bad Endorf haben in den vergangenen Monaten durch ihr engagiertes Vorgehen einen wichtigen Beitrag geleistet. Als zuständiger Stimmkreisabgeordneter habe ich die Ängste und Sorgen der Menschen sehr ernst genommen und mich auf politischer Ebene dafür eingesetzt, dass die Bürger beteiligt werden und

die offenen Sachfragen transparent und umfassend geklärt werden“, so der Abgeordnete. Die Entscheidung der RAG sei ein Beweis dafür, dass auch das Unternehmen erkannt habe, dass die Erdgasbohrung nicht gegen den Willen der Bürger durchzusetzen sei.

„In Zukunft müssen wir die Menschen vor Ort mitnehmen, sie frühzeitig in Entscheidungen mit einbinden und dadurch Ängste abbauen. Wir brauchen Vertrauen zwischen Wirtschaft, Politik und der Bevölkerung“, bekräftigte Stöttner."

RAG Austria/red/PM

Quelle: rosenheim24.de

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