Medical Park: Zähes Ringen um jeden Meter

Bernau - Die Diskussion zieht sich in die Länge, seit Monaten schon gibt es ein zähes Ringen: Der Medical Park möchte sich vergrößern, die Gemeinde jedoch möchte öffentliche Wege nicht verlagern.

Rund 50 Meter führen in Felden ein Fußweg und - in unmittelbarer Nachbarschaft - ein Radweg am Medical Park Chiemsee entlang. Die Reha-Klinik will sich vergrößern und die Wege von den Gebäuden weg in Richtung Süden verlagern. Die Gemeinde Bernau jedoch möchte die öffentlichen Wege weiterhin attraktiv gestalten und sie möglichst nah am Chiemseeufer lassen - und eben nicht weit nach Süden verschieben.

Seit Monaten gibt's ein zähes Ringen fast um jeden Meter. Die beiden Seiten kommen sich näher, aber unter Dach und Fach ist ein Kompromiss immer noch nicht.

Der Medical Park Chiemsee wächst: Die Freiberger Klinik Immobilien GmbH mit Sitz in Amerang - sie tritt als Bauherr auf - will das Haus "Chiemsee" erweitern, daneben dann ein weiteres neues Bettenhaus und einen Therapiepavillon bauen. Im Zuge dieser Maßnahmen geht sie auch an eine Neugestaltung der Freiflächen - was alles andere als einfach ist, stehen ihre Interessen doch, zumindest zum Teil, gegen jene der Gemeinde.

Im Zentrum der Diskussionen stehen die Wege. Bislang dürfen die Fußgänger unmittelbar am Haus "Chiemsee" vorbeigehen, die Radfahrer, die auf dem Rundweg um das Bayerische Meer unterwegs sind, müssen einige Meter ausweichen. Die GmbH will nun die Wege nach Süden rutschen - auch und gerade deswegen, um den Patienten in den Bettenhäusern mehr Ruhe gönnen zu können. Die Gemeinde jedoch denkt an die Fußgänger und Radfahrer - und deren Interessen, nicht noch weiter vom Ufer entfernt zu werden.

Ende letzten Jahres hatte die Kommune zum Ausdruck gebracht, dass insbesondere eine Verlegung des Radweges um rund 100 Meter Richtung Süden mit ihr nicht zu machen ist. Sie ließ die Klinik wissen, dass der Radweg auch weiterhin in der Nähe vom Haus "Chiemsee" parallel zum künftigen Fußweg verlaufen müsse.

Der Bauherr trug dem Ansinnen Rechnung. Doch er verlagerte dann seinerseits beide Wege weg vom Gebäude - zu weit weg, wie sich jetzt in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates herausstellte. So präsentierte die GmbH nun einen neuen Entwurf für den gesamten Freiflächengestaltungsplan, den das Gremium schließlich so noch nicht akzeptierte.

Die Planung, die Freiberger angeboten hatte, sah vor, den bestehenden Fußweg nach Angaben von Bürgermeister Klaus Daiber rund 15 Meter nach Süden zu verlagern und den Radweg dann noch einmal rund dreieinhalb Meter weiter südlich anzulegen. Der Gemeinderat kann sich als Kompromiss aber, wie die Diskussion zeigte, nur vorstellen, den Fußweg bis zum jetzigen Radweg zu verschieben - und damit nicht 15, sondern, so der Rathauschef, "maximal zehn Meter". Und der Radweg müsse künftig, so der Tenor im Gremium weiter, unmittelbar daneben in einem Abstand von höchstens zwei Metern angelegt werden.

Mt diesem Mandat in der Tasche sucht Daiber jetzt erneut das Gespräch mit Freiberger. "Wir verhandeln nochmal", sagte der Rathauschef. Über das Ergebnis werde er im Gemeinderat berichten.

Zu den wesentlichen Veränderungen, die die Bauherr plant, gehört - neben der noch auszudiskutierenden Verlegung der Wege am Haus "Chiemsee" - die Verschiebung der Zufahrt zum Verwaltungsgebäude der Klinik um einige Meter nach Westen. Die Folge: Die Grünfläche im Osten der Straße wird dadurch größer.

Kein weiterer Parkplatz

Gestrichen hat der Antragsteller die Pläne für einen weiteren Parkplatz auf eben dieser Grünfläche. Die erforderlichen Stellflächen könnten, so teilte er der Gemeinde mit, auf dem vorhandenen Parkplatz nachgewiesen werden.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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