Prien: mehr Ehen und mehr Kinder

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Prien - 2010 sind doppelt so viele Priener Kinder zur Welt gekommen wie im Jahr davor. Auch die Zahl der Bürger, die den Bund fürs Leben geschlossen haben, hat sich mehr als verdoppelt.

Das sind zwei bemerkenswerte Erkenntnisse aus der Jahresstatistik des Einwohnermeldeamts. Während die Zahl der Babys, die in Prien geboren wurden, 2010 mit 267 nahezu identisch war mit der aus dem Jahr davor, hat sich die Zahl der Kinder von Priener Eltern von 36 auf 72 mehr als verdoppelt. Exakt gleichberechtigt teilen sie sich in jeweils 36 Mädchen und Buben auf.

Bei der Namensgebung waren die frisch gebackenen Eltern sehr kreativ und folgten offenbar keinem Trend. In der Liste der neuen Erdenbürger findet sich fast kein Vorname zweimal. Die Bandbreite erstreckt sich fast über das gesamte Alphabet von Antonia bis Vinzenz.

Die übrigen 195 Säuglinge, die im vergangenen Jahr in der Marktgemeinde zur Welt kamen, sind in anderen Gemeinden zuhause.

55 Prienerinnen und Priener gaben ihren Partnern 2010 das standesamtliche Ja-Wort. 34 von ihnen schlossen in ihrem Heimatort den Bund fürs Leben, 21 auswärts. Im Jahr zuvor hatten nur 21 Priener Bürger standesamtlich geheiratet. Für das möglicherweise hochzeitsträchtigste Datum dieses Jahres, den 11.11.2011, ist bei der Gemeindeverwaltung bisher erst eine Anfrage eingegangen. Eine verbindliche Anmeldung ist ohnehin erst sechs Monate vor dem gewünschten Termin für eine standesamtliche Trauung möglich.

154 Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde sind im vergangenen Jahr verstorben, 60 mehr als im Vorjahr.

749 Einwohner packten ihre Koffer und zogen aus der Marktgemeinde weg (2009: 679). Im Gegenzug verlegten 665 Personen (587) ihren Erstwohnsitz 2010 nach Prien. Die Zahl der Bürger mit Erstwohnsitz in Prien stieg im vergangenen Jahr um gut 200 auf genau 10334.

Wer neu in die Marktgemeinde zieht, bekommt bei der Anmeldung eine kostenlose Broschüre an die Hand, in der er oder sie viele Informationen findet - von der Ortsgeschichte über einen Lageplan bis zu Verzeichnissen örtlicher Einrichtungen, Ärzte oder sozialer Institutionen inklusive Telefonnummern.

Auffällig ist in der Statistik der stetige Rückgang der Zweitwohnsitze. 705 Personen waren zum Stichtag 31. Dezember noch als Zweitwohnsitzler in der Marktgemeinde gemeldet, 35 weniger als zu Jahresbeginn 2010. Bei Einführung der Zweitwohnungssteuer zum 1. Januar 2007 waren laut Elisabeth Linner, Leiter des Einwohnermeldeamts, im Rathaus noch fast 1500 Personen mit Zweitwohnsitz gemeldet, also mehr als doppelt so viele wie jetzt.

Etwa die Hälfte der Bürger in der Marktgemeinde ist 50 Jahre und älter. Gut 3000 Personen sind 50 bis 69, 2100 Menschen 70 Jahre und älter. Die Frauen sind in der Altersgruppe 50+ mit über 2900 deutlich in der Überzahl.

Dagegen liegt das männliche Geschlecht bei Kindern und Jugendlichen vorn. Von den aktuell 1647 Prienern unter 18 Jahren sind 801 weiblich, aber 846 männlich.

Seit der Einführung des neuen Personalausweises haben im Einwohnermeldeamt Linner zufolge knapp 300 Priener dieses Dokument beantragt - die allermeisten, weil ihr alter Ausweis abgelaufen war. Ein übermäßiges Interesse an dem neuen Personalausweis lässt sich in der Marktgemeinde also nicht feststellen.

Rechtzeitig an neuen Pass denken

Von der Antragstellung bis zu dem Moment, bis der Eigentümer seinen neuen Ausweis in Händen hält, dauert es Linner zufolge im Durchschnitt etwa drei Wochen, mindestens aber 14 Tage.

Das sollten vor allem auch Priener Bürger bedenken, die eine Reise in ein Land planen, wo sie Personalausweis oder Reisepass benötigen. Letzterer kann nach Angaben der Leiterin des Einwohnermeldemates in höchstens drei Wochen beschafft werden. In den letzten Wochen haben überdurchschnittlich viele Priener einen neuen Reisepass beantragt - ein Indiz dafür, dass offenbar nicht wenige den Sommerurlaub gebucht haben.

Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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