Mehr Einsätze als im Vorjahr

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Kommandant Rupert Kink (rechts) und Feuerwehrvorstand Matthias Strohmayer (von links) gratulieren Stefan Gelder, Helmut Haumayer, Peter Lechner und Ri-chard Polleichtner zur 30-jährigen aktiven Dienstzeit.

Übersee - "Ihr könnt euch immer auf die Feuerwehr verlassen - an jedem Tag und zu jeder Stunde," versprach Kommandant Rupert Kink den Überseer Bürgern.

Das sagte der Kommandant in der sehr gut besuchten Jahresversammlung im Gasthaus "D´Feldwies". Dieses außergewöhnliche Engagement zeigte sich auch in der Statistik für das vergangene Jahr. Mit 11167 Dienststunden haben die Floriansjünger nahezu dasselbe große Pensum geleistet wie im Vorjahr (11400). Noch übertroffen wurden die vorjährigen Einsatz- und Übungsstunden.

Als ein "einzigartiges Jahr, das in die Geschichte der Überseer Feuerwehr eingehen wird", bezeichnete Vereinsvorstand Matthias Strohmayer die zurückliegenden zwölf Monate. Der Umzug ins neue Feuerwehrhaus, die Inbetriebnahme und die große Einweihungsfeier seien mit einem großen Zeitaufwand, aber auch mit viel Freude verbunden gewesen. In keinster Weise seien deshalb jedoch die Übungen zu kurz gekommen.

Näher auf das abwechslungsreiche Vereinsleben ging Schriftführer Wolfgang Steiskall in seinem Fotobericht ein. Dabei lebten noch einmal viele Erinnerungen an die Einweihung des Feuerwehrhauses und den Vereinsausflug an die Donau sowie an etliche sportliche, kirchliche und vereinsinterne Veranstaltungen wieder auf.

Lang und vielfältig war ebenfalls die Liste von Einsätzen im vergangenen Jahr, über die Kommandant Kink Bilanz zog: "Mit 178 Einsätzen hatten wir so viele wie in keinem Jahr zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr mit seinen 151 Einsätzen, haben wir mit 3342 Einsatzstunden (2010: 2911 Stunden) auch einen neuen Rekord bei den Einsatzstunden erzielt."

Wieder einmal standen laut Kink die technischen Hilfeleistungen mit 76 Einsätzen im Mittelpunkt der Feuerwehr-Aktivitäten. Es folgten 42 Sicherheitswachen, 34 freiwillige Tätigkeiten, 20 Brandeinsätze, drei Rettungsdienste und dreimal gab es einen Fehlalarm.

Nach den Worten des Kommandanten sahen sich die Feuerwehrler bei den technischen Hilfeleistungen sowohl mit Wespennestern und Giftschlangen als auch mit eingeklemmten Personen bei schweren Verkehrsunfällen konfrontiert. Immer häufiger gebe es Wasserrettungseinsätze mit dem Feuerwehrboot auf dem Chiemsee und anderen Gewässern.

Sehr einsatzintensiv ist laut Kink auch wieder das Chiemsee-Reggae-Fest für die Feuerwehr gewesen. Von Mittwochmittag bis Montagfrüh waren 17 Aktive rund um die Uhr zum Schutz des Festivals im Einsatz.

Die Brände beschränkten sich im zurückliegenden Jahr vor allem auf Auto- und Kleinbrände. Bei einem größeren Küchenbrand konnte dank der guten Ausrüstung des Wohnungseigentümers mit Brandmelder und Rauchdecke ein großer Schaden verhindert werden. Auch das neue Schaumzumischsystem im Tanklöschfahrzeug hat sich bei diesem Brand bewährt, sodass kein Wasserschaden entstand.

"Über die ,normalen' Einsätze hinaus haben die Aktiven eine enorme Bereitschaft zu Übungs- und Ausbildungseinheiten gezeigt", berichtete der Erste Kommandant nicht ohne Stolz. Insgesamt seien 290 Weiterbildungsmaßnahmen (2010: 296) mit 5302 Stunden (2010: 5202 Stunden) absolviert worden. Besonders die Bereitschaft zu externen Schulungen mit dem Schwerpunkt "Bahnunfälle" sei ver-gleichsweise hoch gewesen.

Kink zufolge haben die Aktiven mit ihren 3342 Einsatz- und 5302 Übungsstunden sowie weiteren 726 Stunden für die Wartung der Gerätschaften, 1053 Stunden für Besprechungen und Informationsveranstaltungen und 744 Stunden an Eigenleistung für das neue Feuerwehrhaus (nur 2011) insgesamt 11167 Stunden unentgeltlich für die Allgemeinheit geleistet.

Der Personenstand hat sich laut Kink auf 82 Dienstleistende, darunter acht Frauen, leicht erhöht. Insgesamt könne man sich auf 70 Aktive und zwölf Jugendliche stützen. Mit der Anschaffung der neuen Einsatzkleidung und des gebrauchten Löschgruppenfahrzeugs LF 16/12 sei man nicht nur funktionell bestens ausgestattet, sondern habe einen Fuhrpark, "der optimal für Übersee zugeschnitten ist".

Auch im neuen Jahr wird die Überseer Wehr nicht die Hände in den Schoß legen, wie der Ausblick von Kommandant Kink zeigte. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Verbesserung des Ausbildungskonzeptes, eine neue Führungsstruktur und die Mitgliederwerbung, besonders von Jugendlichen. Ausgebaut werden soll auch die im vergangenen Jahr eingeführte und schon sehr erfolgreiche Kinderbetreuung bei Einsätzen. Kink: "Hier wächst die Feuerwehr mit Kindern und Frauen zusammen."

Seine große Wertschätzung für die Leistungen und Ideen der Aktiven brachte Dritter Bürgermeister Alois Huber in seinem Grußwort zum Ausdruck. "Grad bärig" sei es, die Familien mit in den Dienst einzubeziehen. Und zur Realisation des Feuerwehrhauses meinte er: "Die Gemeinde hat zwar das Haus besorgt, aber die Feuerwehrler haben es zu dem gemacht, was es jetzt ist." Lob- und Dankesworte erhielt die Mannschaft auch von Kreisbrandinspektor Georg König, dem neuen Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Grassau, Peter Pfaffinger, sowie von Ludwig Klarwein von der Überseer Kirchenverwaltung.

Zahlreich waren die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften und Beförderungen. Für ihre aktiven Dienstzeiten wurden mit Ehrenabzeichen geehrt Markus Ebner, Michael Stefanutti, Wolfgang Gasser und Andreas Pummer (alle 20 Jahre) sowie Helmut Haumayer, Richard Polleichtner, Peter Lechner und Stefan Gelder (alle 30 Jahre). Mit Urkunden wurden die Beförderungen von Daniel Rohrhirsch und Michael Haslberger zum Feuerwehrmann sowie Simon Hiendl zum Oberfeuerwehrmann und Sabrina Rinser zur Oberfeuerwehrfrau besiegelt.

vd/Chiemgau-Zeitung

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