Mehr Läden sollen bald entstehen

Prien - Mehrere Jahre, nachdem sie zum ersten Mal als Fußgängerzone in Betrieb genommen wurde, ist die Bahnhofstraße nach einem grundlegenden Umbau gestern offiziell eingeweiht worden.

Bald sollen neben anderem Belag und neuer Ausstattung auch zusätzliche Läden dazu beitragen, die Attraktivität dieser Einkaufsstraße zu steigern.

Als "eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen Priens" titulierte Bürgermeister Jürgen Seifert die knapp 100 Meter lange Verbindung zwischen Bernauer und Hochriesstraße. Damit sie diesem Ruf auch wirklich gerecht wird, sollen voraussichtlich schon im nächsten Jahr zusätzliche Läden das Angebot ergänzen. Entstehen sollen sie in der bisherigen Geschäftsstelle der Volksbank Raiffeisenbank (VR Bank) Rosenheim-Chiemsee. Das kündigte bei der Einweihung der umgestalteten Fußgängerzone Hubert Seitz an, in der Geschäftsführung der Schön Klinik unter anderem für die Unternehmensentwicklung verantwortlich.

Die Schön-Gruppe hatte das bisherige Bankgebäude schon vor Jahren gekauft und will Seitz zufolge nach dem Umzug der Bank in deren Neubau gegenüber nun Umbauten in Angriff nehmen. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, Leben in die Bahnhofstraße zu bringen", sagte der Geschäftsführer. Ein entsprechender Antrag soll demnächst im Bauausschuss des Marktgemeinderates behandelt werden. Wie Seitz im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung verriet, gibt es eine Reihe von Interessenten für die künftigen Läden im Erdgeschoss, wobei eine gastronomische Nutzung favorisiert werde.

Währenddessen will der westliche Nachbar, das Hotel "Bayerischer Hof", nach dem Winter einen Teil seines Biergartens in die Fußgängerzone verlegen. Begrenzt wird dieser Bereich von zwei neuen, ovalen Sitzbänken, die jeweils einen frisch gepflanzten Bergkirschen-Baum umranden. Ein dritter Baum dieser Sorte steht neben der Bronzeskulptur "Der neue Adam", der am westlichen Eingang der Fußgängerzone mit ausgebreiteten Armen die Passaanten zu begrüßen scheint. Wie berichtet, hatten die vier Bäume um diese Skulptur des Künstlers Professor Heinrich Kirchner kürzlich weichen müssen - laut Seifert waren zwei der Bäume krank, die anderen beiden standen an Plätzen, die einem Anlieger zur Nutzung zustanden.

Bis auf Papierkörbe ist auch die Ausstattung der Bahnhofstraße komplett, rechtzeitig zur Einweihung wurden auch noch neue Lampen aufgestellt. Der Boden beteht nun aus grauen Granitsteinen, wobei in einem 2,50 Meter breiten Streifen große Platten gleichen Materials verlegt wurden, vor allem um Rollstuhlfahrern das Durchqueren der Fußgängerzone zu erleichtern.

Dass die Vorgeschichte etwas verwirrend war, ließ sich aus Seiferts einleitenden Worten heraushören. Er sprach von der "offiziellen neuen Einweihung der neuen Bahnhofstraße". Wie berichtet, waren bei der ersten Inbetriebnahme nach dem Umbau von einer einstmals vielbefahrenen Straße zur Fußgängerzone vor Jahren die Beschlüsse des damaligen Gemeinderats ebenso wenig umgesetzt worden wie die Abmachungen mit den Anliegern. Vor allem war ein anderes Pflaster verwendet worden. Der Bürgermeister sprach von "erheblichen Unstimmigkeiten", in deren Folge die Gemeinde die Baumaßnahme nicht abrechnen konnte, weil Anrainer nicht zahlen wollten.

"In sehr engem Dialog" mit den Anliegern entstand daher eine neue Planung, an deren Umsetzung sich die privaten Eigentümer Seifert zufolge freiwillig weit über das vorgeschriebene Maß hinaus finanziell beteiligten. Wie aus dem Rathaus auf Nachfrage zu erfahren war, schultern die Anlieger etwa ein Drittel der Gesamtkosten, rund zwei Drittel der 290.000 Euro zahlt die Marktgemeinde.

Weil vor eineinhalb Jahren die VR Bank im Zuge der Arbeiten an ihrem Neubau quasi aus Versehen einen Teil des Abwasserkanals zubetonierte, konnte der Seifert zufolge auf Kosten des "Verursachers" ebenso erneuert werden wie die alte Wasserleitung. Die neue zahlte die Gemeinde und nutzte den Umstand, dass das Pflaster ohnehin entfernt werden musste.

Den bisherigen Belag will der Markt Prien verkaufen, er lagert derzeit im Bauhof. Auf Kosten der Kommune wurden auch die glatten rötlichen Quader ausgetauscht, die am westlichen Rand der Fußgängerzone rund um den "Adam" lagen. Weil sie Fachleuten zufolge aus einem "Fehlbrand" des Herstellers stammten, waren sie bei Nässe sehr glatt geworden und hatten zu einigen Unfällen mit Verletzungen geführt.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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