Mehr Präsenz zeigen

Prien - Die CSU ist im Marktgemeinderat "nach wie vor die dominierende Gruppierung" und gibt die "entscheidenden Impulse". Das soll der Öffentlichkeit laut Vorsitzendem Andreas Becker auch wieder besser vermittelt werden.

Was Vorsitzender Andreas Becker an den Anfang seiner Rede in der Jahreshauptversammlung des Ortsverbands stellte, soll der Öffentlichkeit auch wieder besser vermittelt werden. "Wir wollen wieder die Mehrheit im Gemeinderat, weil man uns braucht", gab Becker als Parole mit Blick auf die Kommunalwahl 2014 aus.

Der wiedergewählte Vorsitzende Andreas Becker.

Becker wurde bei der turnusmäßigen und schriftlichen Wahl unter Leitung des Rimstinger Ortsvorsitzenden Fedor Volckmar-Frentzel ebenso im Amt bestätigt wie die beiden Stellvertreter Michael Anner junior und Klaus Löhmann. Als zusätzlicher Stellvertreter fungiert künftig Dr. Clemens Grambow. Schatzmeisterin bleibt Angelika Kunert, Schriftführer Wolfgang Fischer. Als Geschäftsführer fungiert unverändert Oskar Unterstraßer, als Kassenprüfer Manfred Löhmann und Fritz Händl.

Einige neue und zuletzt fehlende Gesichter gibt es im neunköpfigen Beirat. Ihm gehören an: Michael Anner senior, Gunther Kraus, Sarina und Simon Mayer, Traudi Schirp, Walter Poppe, Hans-Jürgen Schuster, Christian Simon und Michael Feßler.

Die goldene Ehrennadel für 50-jährige Mitgliedschaft konnte Becker Anner senior anstecken. Für 30 Jahre Treue zu den Christsozialen wurde Walter Gerlmayer geehrt, für 20 Jahre Peter Böttinger.

Becker hatte eingangs von einer "schwierigen Situation" ohne "eigenen" Bürgermeister und Mehrheit im Gemeinderat gesprochen, im gleichen Atemzug der zehnköpfigen Fraktion viel Erfahrung und Engagement attestiert, allen voran der "bienenfleißigen" Zweiten Bürgermeisterin Renate Hof.

"Die Menschen wollen einen klaren Kurs, sie wollen, dass wir sagen, was wir wollen, und tun, was wir sagen", gab der Vorsitzende als Marschrichtung für die Politik in Bund, Land und Kommune vor. Er forderte unter anderem, das "S" im Parteinamen, also soziale Aspekte, wieder mehr zu berücksichtigen, mahnte eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema Integration an und sprach sich mit Blick auf die Rentenproblematik für einen "fairen Ausgleich zwischen Jung und Alt" aus.

Die Rolle der CSU in der Kommunalpolitik und deren Außendarstellung war neben dem Biowärmeprojekt der Marktgemeinde das zentrale Thema der Versammlung. Auf die Situation in Prien gemünzt, forderte der Vorsitzende im "Bayerischen Hof": "Wir müssen herausstellen, von wem die entscheidenden Impulse kommen." Das Profil der Christsozialen im Ort zu schärfen, mahnten auch die Vorsitzenden der Frauen-Union, Margot Krumrey ("Mehr in Szene setzen, mehr Präsenz zeigen"), und der Senioren-Union, Elke Garczyk, an. Die derzeitige Harmonie im Kommunalparlament sei "nicht ideal", politische Gremien seien zum Diskutieren da. "Wir wünschen uns eine Auseinandersetzung, in der die Kontur der CSU erkennbar wird." In den letzten Monaten sei dies schon besser geworden.

"Fragt nach, stellt kritische Fragen"

"Fragt nach, stellt kritische Fragen", ermunterte Garczyk die Marktgemeinderäte der Christsozialen. Die Mitglieder honorierten es mit Beifall. Sie bemängelte auch, dass viele wichtige Themen in nichtöffentlichen Sitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt würden.

Die Diskrepanz in der öffentlichen Wahrnehmung zwischen tatsächlicher Arbeit und Darstellung nach außen veranschaulichte Fraktionsvorsitzender Anner junior am Beispiel Haushalt. In der gemeinderatsinternen Klausur im Herbst habe sich die CSU "sehr viel einbringen" können, bei der Verabschiedung des Etats in öffentlicher Sitzung sei dies dann nicht so zur Geltung gekommen.

In seinem Bericht aus dem Gemeinderat informierte der Fraktionsvorsitzende unter anderem über das "notwendige Übel" der Dachsanierung im Prienavera und stellte einige Grundstücke im Einheimischenmodell in Aussicht. In Sachen Ortsumfahrung Prutdorf, zu der die CSU 2010 auch einen Antrag eingebracht hatte, gebe es "Fortschritte und gute Signale". "Treibende Kraft" sei die CSU beim Thema Vermögensumschichtungen, Wirtschafts- und Tourismusreferent Klaus Löhmann sprach er die tragende Rolle zur bevorstehenden Gründung der "PrienPartner" ebenso zu wie Schuster bei der Planung zum Neubau des "Haus für Kinder - Marquette".

Mit einer Veranstaltungsreihe "Priener Gespräche" will die CSU Becker zufolge aktuelle Themen anpacke, in der ersten am 17. März soll es um die Probleme Alleinerziehender in der Marktgemeinde gehen. "Wir wollen neue Akzente setzen, vieles diskutieren und manches ausprobieren", gab Becker als Handlungsfelder des mit knapp 250 Mitgliedern unverändert größten CSU-Ortsverbands zwischen München und Salzburg aus.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa/csu-prien.de

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