Mehr verletzte Fußgänger

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Die Zahl der Verletzten geht insgesamt zurück.

Prien - Immer mehr Autos fahren auf den Straßen. Trotz Ampeln, Zebrastreifen und anderen Sicherheitsvorkehrungen sind vor allem ältere Fußgänger gefährdet.

Wer für einen Bruchteil einer Sekunde unachtsam ist und vor ein Auto läuft, der stürzt und kommt dann mitunter gleich mit dem Sanka ins Krankenhaus. Senioren, die sich im Straßenverkehr Verletzungen zuziehen, sind keine Seltenheit. Im Gegenteil, ihre Zahl steigt.

Anton Schauer, der Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Prien, hat auch heuer wieder eine Unfallstatistik für die ersten sechs Monate zusammengestellt. Und diesmal sind ihm unter anderem zwei Zahlen im Vergleich aufgefallen: Von Halfing im Norden bis Sachrang im Süden sind im ersten Halbjahr 2009 insgesamt 14 Fußgänger zu Schaden gekommen – von Januar bis Juni 2008 hingegen nur neun.

Unter den verletzten Fußgängern seien immer mehr Senioren, sagt Schauer im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Gedankenverloren gerate der eine oder andere Passant schon einmal schnell vor ein Auto, wenn er etwa über einen Parkplatz geht und dann nicht bemerkt, dass ein Autofahrer nach hinten aus der Parklücke herausfährt. In den einzelnen Fällen sei vielleicht gar nicht so leicht festzustellen, wer schuld sei, so Schauer. Einen Oberschenkelhalsbruch oder eine schwere Kopfverletzung ziehe sich aber auf jeden Fall nur einer sehr schnell zu – der Fußgänger.

Schauer appelliert an alle Autofahrer, auf die Schwächeren im Straßenverkehr Rücksicht zu nehmen. Und von den Fußgängern erhofft er sich anhaltend große Wachsamkeit. An einem Stand morgen vor dem Rathaus in Prien wollen er und seine Kollegen gezielt mit älteren Fußgängern ins Gespräch kommen.

Mit Blick auf die Statistik blickt Schauer, wie er sagt, insgesamt auf einen erfreulichen Trend: Im Vergleich zum Vorjahr ist in den ersten sechs Monaten die Zahl der Unfälle (2009: 448/2008: 487) und die der Verletzten (91/116) „deutlich zurückgegangen“. Zu verzeichnen sei ein Minus von acht beziehungsweise 21 Prozent. Wirkung zeigen laut Schauer nicht nur, aber eben auch „die polizeilichen Maßnahmen“: die Kontrollen an und auf den Straßen. In der Regel sei dem Aut ofahrer bewusst, dass die Polizei immer wieder Präsenz zeige – keinesegs jedoch immer.

So müssen die Beamten im Rahmen ihrer Kontrollen feststellen, dass Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Und vor allem auch: dass einige von ihnen nicht angeschnallt sind. Doch gerade der Gurt sei von unschätzbarem Wert, so Schauer.

Der Verkehrssachbearbeiter berichtet von einem tragischen Unfall. Auf den Straßen von Höslwang bis Sachrang sei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Verkehrstoter zu beklagen gewesen – eine Autofahrerin, die nicht angegurtet gewesen sei. Auf winterlicher Straße sei die 34-Jährige aus Ebersberg an Neujahr in Bernau von der Fahrbahn abgekommen. Ihr Auto habe sich überschlagen. Sie habe den Unfall nicht überlebt, ihr siebenjähriger Sohn, der an gegurtet gewesen sei, hingegen schon. Er habe lediglich leichte Verletzungen erlitten. „Unfallschwerpunkte“ sind laut Schauer nicht zu erkennen. „Auffällig“ seien hingegen nach wie vor die Vorfahrtsverletzungen etwa an der Ausfahrt Bernau der Autobahn München-Salzburg. Viele Autofahrer verlassen an dieser Stelle die A 8 oder fahren auf sie hinauf – und dann kreuzen sie den in der Regel starken Verkehr auf der Staatsstraße 2092 von Prien nach Bernau. Nach vielen Jahren komme nun jedoch der Bau eines Kreisverkehrs in Sicht – und mit ihm eine Entspannung der Lage.

Chiemgau-Zeitung/re

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