Meilenstein für den Markt Prien

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Die Baustelle ist eröffnet: Den symbolischen ersten Spatenstich für den Kreisverkehr am nördlichen Rand von Prien verrichteten gemeinsam (von links) Reiner Essl, Baudirektor der Regierung von Oberbayern, Claus-Peter Olk, der Leiter des Straßenbauamtes in Rosenheim, Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, Bürgermeister Jürgen Seifert, Jörg Huber, Projektleiter vom Planungsbüro Dippold und Gerold, Helwig Falch von der Baufirma Swietelsky und stellvertretender Landrat Sepp Huber.

Prien - "Was lange währt, wird endlich gut." Mit diesen Worten hat Bürgermeister Jürgen Seifert am Montag zusammen mit Vertretern aus Politik und Verwaltung den Bau des Kreisverkehrs eröffnet.

"Der Kreisel ist für uns in Prien ein Meilenstein", betonte er im Rahmen des Spatenstichs.

Prien - Nachdem die Marktgemeinde Prien vor etlichen Tagen mit den vorbereitenden Arbeiten begonnen hatte, geht's jetzt richtig los: In den nächsten Wochen und Monaten errichtet sie an der Brücke über die Prien einen Kreisverkehr. Ende Juli, so die Planung im Rathaus, soll alles fertig sein. In einem ersten Bauabschnitt ist die Staatsstraße von und nach Frasdorf sechs bis acht Wochen gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Greimharting. Knapp eine Million Euro kostet der langersehnte Kreisverkehr, rund vier Fünftel bekommt die Gemeinde über Zuschüsse vom Freistaat Bayern wieder in ihre Kasse zurück.

Nach der See- und der Bernauer Straße ist "Prien-Nord", so sein Name im Rathaus, der dritte Kreisverkehr in der Marktgemeinde. Zirka 37 Meter werde er im Durchmesser betragen, sagte Seifert, sieben Meter breit werde die Fahrbahn samt Geh- und Radweg. Die Mittelinsel erhält laut dem Bürgermeister einen Blickfang: einen Brunnen, der schon im Bauhof steht. "Wir werden uns sehr gut präsentieren", versprach der Rathauschef.

Eine Bürgerwerkstatt vor rund fünf Jahren sei zu dem Schluss gekommen, "der Kreisel muss her", blickte Seifert zurück. "Das anfangs engagierte Bemühen aller landete dann aber irgendwann in der Schublade." Weder der Grund noch das Geld für einen Kreisverkehr seien in Sicht gekommen.

Mit Hilfe von Landtagsabgeordnetem Klaus Stöttner habe sich das Blatt dann im vergangenen Jahr gewendet: Die Regierung in München habe sich, so Seifert, "breitschlagen lassen" 80 Prozent der Kosten zu übernehmen. Als die Finanzierung geklärt gewesen sei, habe er, Seifert, dann sogleich die Verhandlungen über den Grunderwerb aufgenommen. Er sei auf viel Verständnis gestoßen und habe sie schließlich zu einem guten Ende gebracht. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei "äußerst konstruktiv und vertrauensvoll gewesen", betonte der Rathauschef.

"Der Kreisel in Bruck bringt uns unserem Ziel, unsere Heimat zu gestalten, ein gehöriges Stück näher", sagte Seifert. Er sei stolz, dass er mit dem Kreisverkehr "eines meiner ersten Versprechen", die er den Bürgern gegeben habe, nun einlösen könne.

Stöttner sprach von einem "großen Tag für Prien". Mit auf die Baustelle brachte der Landtagsabgeordnete einen Brief, der große Freude auslöste: den Zuwendungsbescheid der Regierung. Innenminister Joachim Herrmann habe zugesagt, dass der Freistaat rund 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten für den Kreisverkehr übernimmt und dem Markt Prien rund 700000 Euro ausbezahlt.

"Großer Tag für Prien"

Dieses Geld stammt laut dem heimischen Landtagsabgeordnetem aus einem Sonderförderprogramm für Kreuzungsknotenpunkte, das der Freistaat 2009 aufgelegt hat. 18 Millionen Euro habe Bayern zur Verfügung gestellt - bereits 1,7 Millionen seien in den Stimmkreis Rosenheim-Ost geflossen.

Claus-Peter Olk, der Leiter des Straßenbauamtes, sagte, dass der Kreisverkehr "über Jahrzehnte" nicht gekommen sei, weil das Geld gefehlt habe. Der Staatsstraßenhaushalt sei "chronisch unterfinanziert". Das Straßenbauamt Rosenheim habe das Geld, das ihm zur Verfügung gestanden sei, in der Vergangenheit "in noch wichtigere Maßnahmen" gesteckt. Umso wertvoller sei das Sonderprogramm, das der Freistaat nun aufgelegt habe.

Der Kreisel bringe nicht nur den Einheimischen und den Gästen in Prien, sondern auch in der Umgebung, "im ganzen Landkreis", einen Vorteil, betonte stellvertretender Landrat Sepp Huber. Er sprach von einer "tollen Maßnahme". Mit der Aussicht, sie über das neue Förderprogramm zu unterstützen, eröffne der Freistaat den Kommunen die Chance, drängende Verkehrsprojekte selbst in die Hand zu nehmen und zu verwirklichen. Und so müssten sie dann nicht mehr darauf warten, dass die Straßenverwaltung die Initiative ergreift.

Schon vor 16 Jahren sei überlegt worden, einen Kreisel zu bauen, sagte Anton Schmuck, der Geschäftsführer des Ingenieurbüros Dippold und Gerold in Prien, das im Auftrag der Gemeinde für die Planung verantwortlich zeichnet. Der Brucker Kreisel gehöre nicht zu den größten, aber zu den wichtigsten Kreisverkehren im Landkreis. Schließlich sei das Aufkommen an dieser Stelle besonders hoch: 12500 Autos fahren nach seinen Angaben täglich nach Prien beziehungsweise aus der Marktgemeinde heraus.

Für die musikalische Umrahmung sorgte die Blaskapelle Prien.

pü/Chiemgau-Zeitung

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